Das diesjährige durch Schmelzwasser bedingte Hochwasser auf der Breg hatte diesen Bären im Visier und in zwei Teile zerlegt. Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Bogenfreunde trainieren seit 17 Jahren nahe des Hochwasserrückhaltebeckens / Anlaufstelle für Behindertensport geplant

Wieder hat das Hochwasser bei den Bogenfreunden Schaden angerichtet. Aber trotz der erneuten Probleme mit dem steigenden Breg-Pegel schwimmen sie nicht davon.

Donaueschingen-Wolterdingen. Um sich in sportlicher Hinsicht noch weiter entwickeln zu können, sind die Bogenfreunde auf der Suche nach einem neuen Trainingsgelände. Ebenfalls möchten sie für Behinderte eine Anlaufstelle bieten.

Hochwasser im Jahr 2018

Im Januar 2018 stand den Mitgliedern der Bogenfreunde aus dem größten Donaueschinger Stadtteil das Wasser sprichwörtlich nicht nur bis zum Hals, sondern tatsächlich bis weit über den Kopf. Und nun, fast auf den Tag genau drei Jahre später, hat es sie wieder erwischt. Allerdings nicht gar so heftig wie beim vergangenen Mal. Damals stand das Wasser 3,70 Meter hoch, dieses Mal erreichte es etwa zwei Meter.

Seit 2004 nutzen die Freunde von Pfeil und Bogen ein etwa 4000 Quadratmeter großes Trainingsgelände im Elsenspitz hinter dem Hochwasserrückhaltebecken, das ihnen die Stadt überlassen hat. Und genau hier ist auch der Haken: Es liegt damit inklusive Vereinshäuschen mitten im Flutungsgebiet. Dies störte die Bogensportler in der Vergangenheit nicht so sehr. Auch die Tatsache, dass sie im Ernstfall auf keine Entschädigung hoffen können. Man könnte ja auch sagen, mit dem Häuschen in diesem Gebiet haben die Freunde quasi schon Routine und wissen, was zu tun ist, wenn der Wasserpegel der Breg steigt, und dann der Anruf des Regierungspräsidiums eingeht, der den Einstau des großen Hochwasserrückhaltebeckens ankündigt.

Dankesworte an Helfer

"An die unglaubliche Macht des Wassers, vor der sich die Mäuse sogar auf die Bäume in Sicherheit brachten, kann man sich nicht gewöhnen", sagt Vize-Vorsitzender Elmar Scheu, der die Räumaktion leitete. Erschwerend dazu kam, dass es jede Menge Schnee und Glatteis hatte.

So gilt sein Dank, auch im Namen seiner Vereinskollegen, vor allem Egidius Dagn, der es mit Hilfe seines Allradtraktors mit Anhänger ermöglichte, die Sportgeräte, das Stromaggregat und mehr, in Sicherheit zu bringen. Das Ausmaß des Einstaus sei gewaltig gewesen. Sogar eine Dixi-Toilette wurde ungefähr 60 Meter weggespült, ein sehr stabiles, großes Bogenschussziel in Bärenform lag in zwei Teilen verstreut herum. Die Aufräumarbeiten begünstigt nun das herrliche Wetter.

Die Wolterdinger Bogenfreunde, die dem Südbadischen Schützenbund angehören, und in sportlicher Hinsicht sehr gut unterwegs sind – im Oktober 2019 wurde Connor Schmalhoff Deutscher Meister – haben noch weitere große Ziele im Visier.

Um sich weiter entwickeln zu können, also für die sportliche Zukunft, suchen die 50 Mitglieder schon seit längerem einen neuen Platz, der etwa 100 Meter lang und 50 Meter breit sein sollte. Gerade Visierschützen brauchen etwa 60 Meter zum Trainieren plus 40 Meter Sicherheitsabstand.

Sportanlage im Visier

"Der jetzige Platz liegt zwar idyllisch und wäre als Festplatz wohl ideal, ist aber neben der Hochwassergefährdung zu klein, zu abgelegen, und gerade auch für ältere Schützen beschwerlich zu erreichen. Auch viele Eltern sehen es nicht gerne, wenn ihre Kinder unmittelbar am Wald herumlaufen", erklärt Elmar Scheu.

Des Weiteren möchte der Verein in den Behindertensport einsteigen, also unter anderem Rollstuhlfahrern zu ermöglichen, diesen Sport ausüben zu können.

Freuen würde es die Führungsspitze der Bogenfreunde, mit ihrem ersten Mann Oliver Schmalhoff, wenn es mit einem Stück Gelände bei den Sportanlagen klappen würde. Fußball, Tennis und Bogenschießen in Nähe zueinander, wäre schön. Ein Antrag liegt bei der Gemeinde schon vor, erklärt Vize Scheu.

So könne man auch die Wolterdinger für diese Sportart begeistern. "Beim Südbadischen Sportverband sind wir angesehen und auch erfolgreich, doch im Ort werden wir oft als einige Spinner abgestempelt, die mit Pfeil und Bogen spielen", sagt er .

Auch wenn Corona dafür sorgt, dass vieles nicht so ablaufen kann wie bisher, sind die Bogenfreunde nicht untätig: Trotz Corona laufen die Vorbereitungen zum mittlerweile sechsten 3D-Bogenturnier. Die Veranstaltung ist für den 29. Mai auf dem Fronholz-Parcours in der Nähe der Eichbuckhütte geplant. Ohne Beschränkungen geht es dennoch auch 2021 nicht. Dieses Mal werden beim Turnier lediglich 100 Teilnehmer zugelassen. Allerdings hat man bereits Erfahrungswerte aus der Vergangenheit: Im Oktober 2020 habe man ein kleines Bowhunter-Liga-Turnier ausgerichtet – und laut Polizei alles korrekt organisiert.

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