Ein „Dinner für 100“ veranstaltete die Narrenzunft und das Theater gemeinsam im Deutschen Haus. „Früher war alles nicht besser nur anders als heute“ so lautete das Motto der Veranstaltung. Die Besucher waren begeistert.
Zum Motto „Früher war alles nicht besser, nur anders als heute“ entfachte Maren Schwarz als Tilly ein Feuerwerk in der Bütt und hielt den Besuchern im Theater im Deutschen Haus den Spiegel des Till Eulenspiegel vor.
Mit dem 1970 in die Narrenzunft eingegliederten Kräuterwieble sei es heute auch im Alter möglich, im Häs zu sein. Und im Jahr 1973 sei die Wahl bei drei Programmen im Fernsehen nicht schwer gefallen, scherzte der einzige weibliche Till Eulenspiegel im deutschen Land.
So wie Schwarz Ereignisse der 1970er-Jahre ins Gedächtnis rief, machte es auch die Moderatorin des Abends, Susanne Dilger. Bunt gekleidet mit großer Sonnenbrille erinnerte sie damit an die Hippie-Zeit. Und sie war längst nicht die Einzige, die sich dem Motto entsprechend verkleidet hatte.
Langspielplatten und Diskokugeln an der Decke
Die Tische schmückten gelbe Gerberas und Lollis, an der Decke leuchteten Diskokugeln und hingen Langspielplatten. Aus den Lautsprechern ertönten Schlager aus jener Zeit. Zu „Das bisschen Haushalt“ schimpfte Hausfrau Ute Scholz in ihrem Beitrag über ihren Mann. Er steige über die gelben Säcke, die in die Abfuhr gehören, und lasse sie liegen. Den Frühstückstisch räume er auch nicht ab. Sie habe zur Beruhigung ihrer Nerven einen Yoga-Kurs gebucht, der aber leider nicht helfe. Umso mehr brauche sie ihr kleines Alkoholfläschchen.
Selbst gedrehte Videos ermahnten die Besucher zwischen den einzelnen Programmpunkten, bekannte Kaffeesorten zu kaufen. Die von Marie Hensel, Jürgen Henninger, Anke Holder, Daniel Nickel, Kerstin Paatsch sowie Eric Sprich servierten Imbisse wie Frischkäse auf Pumpernickel, Käsesalat, Lauch-Kartoffelsuppe, Linsen mit Spätzle, Wienerle und bunter Wackelpudding mundeten den Anwesenden.
Begeistertes Publikum fordert Zugaben
Die Jugendgruppe tanzte – unterstützt durch rhythmischen Applaus zu „Money, Money, Money“. Die G-Town-Bobbelz mimten mit einem Lenker das Radfahren zu „I want to ride my bicycle“. Das begeisterte Publikum forderte jeweils eine Zugabe. Als „Singende Guggenmusik auf sechs Beinen“ werden die „Sahneschnittsche“ Susanne Dilger, Annette Kienzler und Carolin Sprich bezeichnet. Sie ziehen meistens über die Männerwelt her, lassen weltpolitische Themen zudem nicht außer Acht. Da fragten sie zu dem Titel „Deutschland, wo gehst du hin? Früher waren wir vorne mit dabei, heute ist das längst vorbei. Züge kommen zu spät an und schlecht verlegte Schienen sorgen für Verdruss.“
Mehrere Polonaisen durch den Saal
Polonaisen durch den Saal fehlten an diesem unterhaltsamen, kurzweiligen Abend nicht, und das Männerballett sorgte mit seinem Auftritt für frenetisches Gekreische. Die Zugabe war obligatorisch.
Die bestens gelaunten Gäste sangen zum Schluss gemeinsam mit den Mitwirkenden lauthals „We are the Champions“, waren trotz vierstündigem Programm nicht müde und feierten vergnügt weiter.