Die EnBW will bis 2035 klimaneutral sein, und zieht ihren Kohleausstieg auf 2028 vor. Foto: dpa/Uli Deck

Die EnBW verabschiedet sich von der Kohle nicht nur, weil sie die Energiewende vorantreiben will, sondern auch, weil der Markt das fordert, sagt Eva Drews.

Noch fünf Jahre, dann soll mit der Nutzung von Kohle zur Stromerzeugung im Auftrag der EnBW Schluss sein. Auf 2028 will das Unternehmen seinen Kohleausstieg vorziehen und setzt damit in die Tat um, was sein früherer Vorstandsvorsitzender Frank Mastiaux schon vor zwei Jahren sagte: „Man ist gut beraten, wenn man sich schnell auf den Weg macht.“ Und auch am Atomausstieg lässt Mastiaux’ Nachfolger Andreas Schell keinen Zweifel aufkommen: Der Punkt der Umkehr sei überschritten, sagte er.

 

Mit Macht ist die EnBW also auf dem Weg in das Zeitalter der Erneuerbaren und macht sich damit unabhängig von den Fährnissen, die im vergangenen Jahr das Leben geprägt haben: Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat schmerzlich bewusst und spürbar gemacht, wohin die Abhängigkeit von moralisch fragwürdig regierten Staaten führen kann. Auch die EnBW hat das Milliarden Euro gekostet – auch wenn sie unterm Strich mehr als gut durch das Krisenjahr gekommen ist.

Aber nicht nur das steht hinter dem Wandel, den der Konzern schon seit Jahren verfolgt: Es ist auch der Markt, der diesen Weg vorgibt. Denn je mehr der Ausbau der Erneuerbaren voranschreitet, desto weniger wird sich der Betrieb konventioneller Kraftwerke lohnen – zumal die CO2-Abgabe, die auf fossilen Brennstoffen lastet, weiter steigt. Zugleich spielen Klimarisiken bei der Kreditvergabe eine immer stärkere Rolle. Und auch Anleiheninvestoren sind heute vor allem an nachhaltigen Finanzprodukten interessiert, wie EnBW-Finanzchef Thomas Kusterer berichtet. Der Konzern tut also gut daran, beim Kohleausstieg Gas zu geben und die eigene Energiewende voranzutreiben.