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Demonstrationen in Donaueschingen Rund 20 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen

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Donnerstag, 26. November: Rund zehn Menschen sind an diesem Abend vor dem Rathaus zusammen gekommen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu demonstrieren. Dieses Mal mit musikalischer Begleitung eines Gitarristen. Foto: Simon

Immer um 17 Uhr versammelt sich eine kleine Gruppe vor dem blauen Rathaus. Seit Anfang November ist das jede Woche zu beobachten. Jeweils von Montag bis einschließlich Donnerstag. Es wird geredet, es gibt Applaus, und zum Schluss wird die deutsche Nationalhymne gesungen. Gegen welche Themen außer den Corona-Maßnahmen noch demonstriert wird, erfahren Sie in unserem (SB)-Artikel.

Donaueschingen - Merkwürdig, mag sich manch einer denken. Was es wohl damit auf sich hat? Von der Stadtverwaltung ist in Erfahrung zu bringen, dass es sich um eine ordentlich angemeldete Versammlung handelt: "Der Veranstalter hat die Versammlung im Vorfeld angemeldet und beabsichtigt, diese bis Ende November täglich von Montag bis Donnerstag für maximal 20 Minuten vor dem Rathaus durchzuführen", sagt Pressesprecherin Beatrix Grüninger. Die Stadt habe die Versammlung nach dem Demonstrationsrecht unter Auflagen und unter Beachtung der Corona-Verordnung genehmigt.

Initiator Jäger kritisiert Maskenpflicht klar

Initiator der Versammlung ist der Donaueschinger Frank Jäger. Er hat schon im Frühjahr auf einer ähnlichen Versammlung in der Stadt gesprochen. Welchen Inhalt und welche Intention die Treffen haben? Dazu will sich Jäger gegenüber unserer Zeitung nicht äußern. Seine Auffassung zur Maskenpflicht verriet er der Redaktion im August. Jäger hatte damals die Maskenpflicht klar kritisiert und betont, dass er dies nicht als Leiter eines Fitnessstudios mache. Seinen Aussagen hat der Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, Jochen Früh, widersprochen.

Frank Jäger kritisierte bereits im August die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen. So tut er es auch dieser Tage auf dem Rathausplatz. Zitiert Studien, welche die Aussagekraft der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) als Testverfahren für die Feststellung einer Corona-Infektion infrage stellen und äußert Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes.

Thema ist auch die Situation der Gewerbetreibenden, die etwa durch Schließungen teilweise hart getroffen wurden. Der Zulauf der Treffen bleibt indes den November über eher gering. Laut Polizei ist die Anzahl der Teilnehmer bislang sehr überschaubar. Mit Frank Jäger seien insgesamt rund 15 bis 20 Personen auf dem Rathausplatz. Beanstandungen, etwa weil die Abstände nicht eingehalten werden, gebe es keine.

Kundgebung wird ins Internet übertragen

Auch immer mit dabei ist eine Videokamera, die Jägers Ansprachen vor dem Rathaus live ins Internet überträgt. Was gesprochen wird, das ist auf Facebook mitzuverfolgen: "Da gesungen wird, herrscht keine Maskenpflicht. Bitte die Abstände einhalten, sonst kommt es zu Ordnungswidrigkeitsverfahren", erklärt Jäger den Zuhörern. Die befinden sich hinter der Kamera, machen sich meist nur akustisch bemerkbar. Man plane, die Treffen vor dem Rathaus auch im Dezember weiterzuführen. Das Ganze werde ein Marathonlauf, heißt es dort. Andere Teilnehmer des Treffens berichten von Besuchen der großen Querdenker-Demonstrationen in Berlin und Stuttgart. Von einem Gefühl, auf Gleichgesinnte zu treffen und den Wasserwerfern der Polizei.

Neben der Maskenpflicht und den Problemen, die Gewerbetreibende in der Krise haben, finden jedoch auch andere Themen Eingang in den Kanon auf dem Rathausplatz. So etwa der Ausgang der US-Wahlen: "Ihr kennt sicherlich auch diese Kampagne von Giuliani. Was da im Hintergrund läuft zur US-Wahl, da ist auch das letzte Wort noch lange nicht gesprochen."

Rudolph Giuliani ist ehemaliger Bürgermeister von New York und arbeitet aktuell als Anwalt für Noch-Präsident Donald Trump. Er legt immer wieder angebliche Beweise für Betrügereien bei der US-Wahl vor. Bisher allerdings ohne nennenswerten Erfolg.

Jedes Mal wird zum Abschluss der Versammlung gesungen: "Ein schönes Lied für Gerechtigkeit und für Einigkeit und Recht und Freiheit", sagt Jäger. Die deutsche Nationalhymne, danach folgt "Die Gedanken sind frei".

Unsere Zeitung hat sich in dieser Woche vor Ort ein Bild von der Stimmung bei den Demos gemacht   

Dienstag: Frank Jäger spricht von Medien, die "das Gegenteil von dem berichten, was stimmt". Mit einem Bekannten habe er um eine Kiste Bier gewettet, dass Joe Biden nicht der nächste US-Präsident werde. Mancher Bürger wird laut Aussagen von Jäger noch ins Grübeln kommen, "was die von unseren Gebühren bezahlten Medien so verzapfen".

Mittwoch: An diesem Abend möchte Jäger die Gefährlichkeit des Coronavirus im Vergleich zu anderen Erregern einordnen. "Wir sind nicht angewiesen auf die, die uns zum Impfen jagen wollen", sagt er außerdem.

Donnerstag: Thema ist erneut die US-Wahl. Die ganze Woche über wird der Mindestabstand eingehalten. Doch dieses Mal versammeln sich weniger Menschen wie an den Tagen zuvor. Laut Jäger wird für Schulkinder, Vereine und vom Lockdown betroffene Gewerbetreibende gesungen.

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