Fahnenmeer: Auch Stuttgart will bei der EM 2024 dabei sein. Foto: dpa

Die Stuttgarter Delegation holt sich am 11. April in Frankfurt beim Deutschen Fußball-Bund das Pflichtenheft für die Europameisterschaften 2024 ab. Dort erwartet sie allerdings kein glamouröser Auftritt. Im Gegenteil.

Stuttgart - Es ist das erste Beschnuppern. Der DFB hat nach Frankfurt geladen. Er wird den Vertretern der 17 interessierten Städte die Anforderungen erläutern und das Pflichtenheft überreichen. Aus Stuttgart macht sich ein Trio auf den Weg. Ein Vertreter der städtischen Tochter Stadion NeckarPark GmbH & Co. KG, der Eigentümerin der Mercedes-Benz-Arena, ein Vertreter der Betriebsgesellschaft VfB Stuttgart Arena Betriebs GmbH, und eine Vertreterin des Sportamts werden heute in Frankfurt vorstellig. Dort erwartet sie allerdings kein glamouröser Auftritt. Im Gegenteil. Der DFB erläutert den Vertretern der Städte die Vorgaben und Anforderungen des Europäischen Fußballverbandes Uefa. „Sie müssen sich das so vorstellen, als ob Ihr Versicherungsvertreter Ihnen erklärt, wie Sie Unterlagen auszufüllen haben“, sagt Stadtsprecher Sven Mathis.

Arena muss besenrein übergeben werden

Denn das ist gar nicht so einfach. Nur mal zum Vergleich: Für das Länderspiel gegen Chile vor der WM 2014 in Stuttgart hatte der DFB in einem 117 Seiten dicken Buch festgelegt, welche Pflichten der Hausherr in der Mercedes-Benz-Arena zu erfüllen hat. Und zwar bis ins kleinste Detail. So mussten sogar die Schriftzüge des Herstellers der Fernsehgeräte abgeklebt werden, damit ja keine Rechte der Sponsoren verletzt werden. Die Arena ist quasi besenrein und werbefrei zu übergeben. Für die EM gilt Ähnliches, hinzu kommen Auflagen für Sicherheit, die Stadt muss vermutlich Fanfeste veranstalten. Wie die ausgestaltet werden, ob auf dem Schlossplatz und mit Leinwänden, darüber wird man erst reden, sollte Deutschland tatsächlich den Zuschlag erhalten.

DFB muss Bewerbung am 27. April einreichen

Bis zum 12. Juni müssen die Städte die Bewerbungsunterlagen beim DFB eingereicht haben. Am 15. September will der DFB die zehn Stadien benennen. Am 27. April 2018 muss der DFB dann seinerseits seine Bewerbung bei der Uefa einreichen. Diese entscheidet im September 2018 darüber, wer die EM mit 24 Mannschaften und 51 Spielen ausrichten darf. Die Türkei ist der einzige Konkurrent Deutschlands.

Insgesamt interessieren sich 17 Städte dafür, Spiele auszurichten. Es sind dies die zwölf WM-Städte von 2006: Berlin, Dortmund, Frankfurt, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Hinzu kommen Düsseldorf, Mönchengladbach, Bremen. Dann haben auch Freiburg und Karlsruhe ihren Hut in den Ring geworfen. Allerdings nicht mit den aktuellen Stadien. Sie wollen neu bauen und so die Mindestanforderung erfüllen, 30 000 Sitzplätze zu ­bieten.