Bei der Eröffnung des Pop-up-Stores (von links): Lukas Gauss von Freudenstadt Marketing, Wirtschaftsbeauftragte Elke Latscha, Simon Winterhalder und Isabell Schwender von Simons Lifecare, und Thomas Gärtner, Leiter des Amts für Stadtentwicklung. Foto: Niklas Ortmann

Mit einem ungewöhnlichen Geschäft wird ein Leerstand in Freudenstadt wieder mit Leben gefüllt – zumindest bis Ende des Jahres, womöglich aber auch noch länger.

Auf den ersten Blick wirkt der Raum in der Lange Straße 18 eher wie ein (zu) groß geratenes Wohnzimmer. Ein Staubsauger lehnt an der weißen Wand, die von Gemälden geschmückt ist. Zwei Sofas nehmen einen Teil der ansonsten doch recht leeren und unauffälligen Fläche ein. Lediglich ein Tisch voller Produkte und einige Werbeaufsteller deuten darauf hin, dass dort gerade der 14. und damit neueste Pop-up-Storetemporäre Läden, mit denen die Stadt Leerstände nutzen möchte– in Freudenstadt eröffnet wird.

 

Doch das ungewöhnliche Geschäft basiert auf einer klaren Idee von Simon Winterhalder und seiner Partnerin Isabell Schwender aus Horb, die mit ihrem Unternehmen Simons Lifecare nun nach Freudenstadt gekommen sind. Große Regalflächen wie in einem typischen Einzelhandelsgeschäft sind nichts für sie. Denn das neu eröffnete Geschäft dient ohnehin nicht dem direkten Verkauf.

Vom digitalen in den stationären Handel

Mit Simons Lifecare betreiben Winterhalder und Schwender einen Online-Shop, der hauptsächlich Hautpflegeprodukte und -geräte vertreibt – und nun mit dem Pop-up-Store erstmals im stationären Handel vertreten ist. Ihr neues Geschäft nutzen die beiden daher, um mit ihren Kunden in Kontakt zu kommen und sie Produkte und Geräte testen zu lassen. Bestellt werden müssen die Artikel aber über den Online-Shop von Simons Lifecare; in der Filiale ist lediglich eine Abholung möglich.

Platz wird für Events genutzt

Viel Platz wird dafür nicht benötigt – die freie Fläche soll aber dennoch nicht ungenutzt bleiben. Als überzeugter Online-Händler war Winterhalder zwar zunächst skeptisch, was eine eigene Filiale angeht – doch schnell kamen ihm einige Ideen in den Sinn: So möchte Winterhalder den Raum auch für Kundenevents, Produktvorstellungen und Vorträge nutzen. Zugleich dient er als Kunstgalerie. An den Wänden dürfen Künstler aus der Region ihre Werke ausstellen. Bislang sind diese mit Gemälden von Winterhalders Partnerin Isabell Schwender geschmückt, die Titel wie „Ruhe und Fantasie“ oder „Freiheit und Leichtigkeit“ tragen und von ihr als „energiegeladene Kunst“ bezeichnet werden. Der Staubsauger, der genau genommen ein Luft- und Raumreiniger ist, wird übrigens ebenfalls von dem Paar vertrieben und kann im Pop-up-Store ausprobiert werden.

Noch bis Jahresende kann das Geschäft, das mit Mitteln aus dem Landesprogramm „Einzelhandel/Innenstadt“ gefördert wird, besucht werden – womöglich aber sogar noch länger. Sie könnten sich vorstellen, dort weiterzumachen, sagen Winterhalder und Schwender, die nach kurzer Zeit schon Gefallen am stationären Handel gefunden haben.