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Darts Robert Marijanovic in der Corona-Krise

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Robert Marijanovic kann gerade an keinen Wettkämpfen teilnehmen. Foto: www.dartn.de

Vor Jahren hätte sich Robert Marijanovic aus Freudenstaft die sensationelle Entwicklung im Dart-Sport nicht träumen lassen. Jetzt in der Corona-Krise herrscht Stillstand.

Events, wie man sie aus dem Fernsehen kennt - mit tausenden frenetischen Zuschauern,  wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Doch auch der Dart-Sport wird Mittel und Wege finden, wie es weitergehen kann, da ist sich Robert Marijanovic sicher.

"Es war schon zu Anfang der Krise schon ein bisschen komisch, dass einige Spieler auf den obligatorischen Handshake vor der Partie verzichtet haben. Alle Events der PDC, des größten Verbands, an dem Spieler aus 60 Ländern teilnehmen, sind mittlerweile abgesagt. Es ist eigentlich alles unmöglich geworden. Es bleibt einem im Moment nichts anderes übrig als Zuhause zu trainieren", berichtet Marijanovic.

TV-Experte und YouTube-Star

In wenigen Tagen feiert der Dart-Profi, der aber auch noch einer geregelten Arbeit nachgeht, seinen 40. Geburtstag. Seit der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr ist Marijanovic - oder wie ihn seine Fans nennen, "Robstar" - auch als TV-Experte für Sport 1 und DAZN gefragt. Auch sein YouTube-Channel hat seine Popularität und seinen Bekanntheitsgrad gesteigert. Ende März hatte er auf "RobStar180" 19.400 Abonnenten und über 1,8 Millionen Aufrufe für seine Videos, die sich mit allen Fragen rund um den Dart-Sport beschäftigen. 

Und ganz neu: Seit Donnerstag gibt es auf "Robstar180" auch Livestreams. Vier Wochen lang wird Robert Marijanovic wöchentlich virtuell gegen einen anderen deutschen Topspieler antreten. Und es wird auch um etwas gehen, der Sieger darf eine soziale Einrichtung auswählen, an die dann die Dart-Abteilung des Karlsruher SC eine Spende tätigt. KSC? Mit Fußball hat Robert Marijanovic nichts am Hut. Der 39-Jährige tritt für die mittlerweile ausgegliederte Dart-Abteilung des Karlsruher Sport Clubs an und ist froh über deren Unterstützung. Eine Parallele zum Fußball gibt es dennoch, denn das Ziel ist auch der zukünftige Aufstieg in die Bundesliga. 

Internationale Events kaum vorstellbar

"Ich sehe dieses Jahr kaum Events stattfinden, weil das ganze auch so international geworden ist. Jedes Land hat andere Regelungen. Eventuell könnte die WM stattfinden, aber nicht so, wie wir sie kennen", sagt Marijanovic. Es könnte sogar sein, dass die Dart-Events auf Jahre nicht mehr so umzusetzen sind, wie man sie aus dem TV kennt - mit den typischen "verrückten Zuschauern".   

Allzu pessimistisch ist Marijanovic jedoch nicht. "Es wird sich einiges ändern, doch der Dart-Sport wird nicht untergehen. Ich glaube, wir können uns wieder aufrappeln. Darts kommt aus dem Pub und zur Not geht es wieder in den Pub." Das Interesse der Menschen an Darts sei in den vergangenen Jahren so gewachsen, dass die Faszination auch in der Corona-Krise ungebrochen sei. 

28 Jahre wirft Robert Marijanovic jetzt schon seine Darts auf die runde Scheibe und auch seine Leidenschaft für diesen Sport ist ungebrochen. Er erinnert sich an ein Schlüsselerlebnis in seiner Karriere. "2011 war bei meinem Arbeitgeber Kurzarbeit angemeldet und ich war ein paar Monate zuhause. Das war die Zeit, in der ich jeden Tag trainiert habe, teilweise sechs, acht, zehn Stunden. Plötzlich kam dann die Leistungssteigerung, Woche auf Woche. Da steigt dann natürlich auch das Selbstvertrauen", erzählt "Robstar". 2012 hat sich der Freudenstädter dann zur Überraschung vieler für die PDC-WM qualifiziert, ein Meilenstein. Die Angst vor großen Namen wurde weniger. "Diese Zeit hat mich ganz schön nach vorne geprescht", resümiert Marijanovic. 

Aktuell ist Robert Marijanovic, der beim Maschinenbauunternehmen Schmid in Freudenstadt arbeitet, wieder in Kurzarbeit wegen der Corona-Krise, wenn auch nur teilweise. Der Semi-Profi kann an seinem Können feilen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Konzentration: "Beim Spiel versuche ich mich komplett abzukapseln zumindest in der reinen Netto-Spielzeit", sagt der 39-Jährige. Andere pushen sich und brauchen das Adrenalin, "Robstar" ist ein anderer Typ. "Trotzdem versuche ich den Walk-On mit den Zuschauern zu zelebrieren", berichtet der Semi-Profi, der zu David Hasselhoffs "Looking for freedom" einläuft und "wenn man dann gewinnt, dann will man natürlich wieder mit den Zuschauern interagieren und zeigen 'ich habs geschafft.'"

Die Deutschen holen auf

Auf die Entwicklung des deutschen Darts angesprochen, sagt Marijanovic: "Wir holen mit großen Schritten auf. Bei der jüngsten WM hat Nico Kurz alle begeistert, wir haben Max Hopp, der zu den Top 25 gehört. Wir haben einen Gabriel Clemens, der in den zurückliegenden 24 Monaten einen unglaublichen Raketenstart hingelegt und viele gute Leute geschlagen hat. Wir haben einen  Martin Schindler aus Berlin, der auch schon viele Jahre dabei ist. Es kommen immer mehr. Vor ein paar Jahren waren die englischen Spieler froh bei Turnieren einen deutschen Spieler zu bekommen, das galt als leichtes Los. Doch das Blatt hat sich mittlerweile gewendet. Es hat ein paar Jahr gedauert, aber die deutschen Spieler haben den Respekt, den sie jetzt bekommen, sich auch hart verdient."

Robert Marijanovic will in Form bleiben, die Corona-Krise gut überstehen. Seine Platzierung in der Weltrangliste interessiert ihn dabei relativ wenig. "Mir macht es Spaß, das ist eine Herzensangelegenheit für mich. Wenn mir einer vor sechs, sieben Jahren gesagt hätte, dass ich dreimal bei der WM dabei sein werde, live im Fernsehen gegen Phil Taylor spiele, gegen Michael van Gerwen spiele, gegen Peter Wright gewinne, dann hätte ich ihn ausgelacht, deshalb bin ich nur zufrieden, wie es ist."

Mehr Infos zu Robert "Rob Star" Marijanovic gibt es:

auf Instagram: https://www.instagram.com/robstar180/

auf Facebook: https://www.facebook.com/robertmarijanovicdart/

oder auf seinem Youtube-Channel: https://www.youtube.com/RobStar180

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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