Wenig Raum für Menschlichkeit: Anna-Lena Hitzfeld (vorn) als Mia Holl in dem Stück „Corpus Delicti“ Foto: Jes/Alex Wunsch

Juli Zehs „Corpus Delicti“ ist das erste Stück, das im Jungen Ensemble Stuttgart wieder vor Live-Publikum gespielt werden kann. Es erzählt von einer radikalen Gesundheitsdystopie – und ist trotzdem kein simpler Kommentar auf die aktuelle Corona-Situation.

Stuttgart - Mia Holls Leben ist so steril wie die Welt, in der sie lebt. Tag für Tag verbringt die junge Biologin ihren Alltag in einer post-demokratischen Gesellschaft, in der man statt Kaffee nur noch lauwarmes Wasser trinkt und auf der Straße nicht mehr „Hallo“ sagt, sondern sich mit einem dahingehauchten „Santé“ begrüßt. Das Ausmerzen sämtlicher Krankheiten durch den medizinischen Fortschritt ist in Juli Zehs „Corpus Delicti“, das am vergangenen Samstag seine Premiere im Jungen Ensemble Stuttgart (Jes) feierte, zum Status quo geworden. Sport, gesunde Ernährung, Selbstüberwachung: Das Leben der Hauptfigur Mia gleicht dabei einem Akt sinnentleerter Selbsterhaltung. Doch kann man sich gegen ein politisches System wenden, dessen Ziele der gesunde Menschenverstand vorgibt?

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