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Corona-Lockdown Schock sitzt tief bei Rottweilern

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Zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln haben Restaurants neue Konzepte entwickelt, teils den Gastraum umgeräumt. Jetzt ist Schluss. Foto: Otto

Rottweil - Bei vielen Betroffenen sitzt der Schock tief, überall macht sich Ernüchterung breit. Er ist da, der zweite Lockdown, wenn auch in abgeschwächter Form. In vielen Stimmen, die uns erreichen, wird zwar einerseits Verständnis geäußert, andererseits aber treffe es nun genau jene, die sich viel Mühe gegeben haben, funktionierende Hygienekonzepte auf die Beine zu stellen.

Theater ausgebremst

Dazu gehören Kultureinrichtungen wie das Zimmertheater. Am Samstag wurde erfolgreich die Premiere von "Atmen" gefeiert, jetzt am Samstag steht das Ensemble schon wieder zum vorerst letzten Mal auf der Bühne der Stallhalle. "Es ist einfach schrecklich", sagt Intendantin Bettina Schültke. Der Schock sitze auch deshalb so tief, weil man sehr viel gemacht habe, um optimale Hygienebedingungen zu schaffen. "In der Stallhalle ist nach allen Seiten so viel Platz." Und wie es von Seiten des Deutschen Bühnenvereins heißt, gebe es keine nachgewiesene Infektion, die auf einen Theaterbesuch zurückzuführen ist. Doch es hilft nichts. "Wir hoffen, dass es im Dezember weitergeht", sagt Schültke und hofft auf noch einmal zahlreiche Besucher am Samstag bei "Atmen".

Aquasol ab Sonntag zu

Das Sole- und Freizeitbad Aquasol wird laut Mitteilung bereits ab Sonntag, 1. November, seine Türen "bis auf Weiteres" schließen. Für die darauffolgenden Wintermonate rechnen ENRW-Geschäftsführer Christoph Ranzinger und Bäderleiter Steven Ulrich nicht mit einer grundlegenden Entspannung. "Wir werden die Entwicklungen natürlich weiter beobachten", erklärt Ulrich. Entscheidend sei das weitere Infektionsgeschehen im Land und in der Region. Vorsichtig optimistisch zeigen sich Ranzinger und Ulrich mit Blick auf das Frühjahr, für das sie eine frühzeitige Öffnung des Freibads erwägen. Erst vor rund zwei Wochen hat das Aquasol mit einem strengen Hygienekonzept wieder geöffnet. Besitzer einer Jahreskarte erhalten den Restwert ihrer Karte auf Antrag ausbezahlt.

Sport nur daheim

Für die Gesundheit muss jetzt wieder allein daheim im stillen Kämmerlein gesorgt werden – die Fitnessstudios müssen schließen. Georg Breitenreuter, Geschäftsführer des "Injoy" in Rottweil, ist "nicht erfreut", wie er es vorsichtig formuliert. Das Verständnis hält sich in Grenzen. "Wir sorgen dafür, dass die Leute etwas für ihre Gesundheit tun, ihr Immunsystem stärken, Corona die Stirn bieten wollen, wir tragen zur Volksgesundheit bei, sind aber nicht systemrelevant", bedauert er. Zudem sei bis auf eine Ausnahme in ganz Deutschland kein Fall bekannt, wo es zu einer Infektion in einem Fitnessstudio kam. Auch in den Gaststätten hier bei uns gebe es hervorragende Hygienekonzepte (wir berichteten gestern). "Wenn es um Neuinfektionen geht, lese ich immer nur von Schulen und Kitas – aber die bleiben auf", so Breitenreuter. Seine Mitglieder seien jedenfalls zutiefst enttäuscht, dass sie ab Montag nicht mehr zum Training kommen können. Er werde für November keine Beiträge abbuchen. "Das gibt eine Nullrunde. Es ist ein harter Einschnitt. Aber wir packen das." Er hoffe auf entsprechende Unterstützung von Bund und Land.

Was der OB sagt

Oberbürgermeister Ralf Broß erklärt auf Anfrage zur aktuellen Situation: "Grundsätzlich begrüße ich die weitergehenden Einschränkungen, um den rasanten Anstieg der Corona-Infektionszahlen im Landkreis Rottweil einzudämmen. Dazu zählen insbesondere die Maßnahmen, die den Kontakt zwischen den Personen im öffentlichen und privaten Bereich beschränken und leider insbesondere die Gastronomie- und Beherbergungsbranche treffen." Zu begrüßen sei, dass der Einzelhandel und die Wirtschaft ebenso wie Schulen und Kindergärten weitgehend unberührt bleiben. Hier sei nun weiter die konsequente Anwendung der "AHA+L+C-Regel" wichtig, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

Was die städtischen Einrichtungen angeht, so stehe die konkrete, aktualisierte Landes-Corona-Verordnung noch aus. Man gehe davon aus, dass sie am Wochenende vorliegt. "Erst dann können wir gesicherte Aussagen machen", so Broß. Die Richtung sei jedoch klar, deshalb sei nach derzeitigem Stand davon auszugehen, dass die städtischen Kulturveranstaltungen oder Veranstaltungen mit städtischer Beteiligung abgesagt werden müssten – wie das Jahreskonzert der Stadtkapelle oder die Vernissage im kunstraumrottweil.

Bücherei wohl weiter offen

Aber: "Wir gehen heute davon aus, dass VHS, Stadtbücherei und Musikschule im Grundsatz geöffnet bleiben, da sie gleich gestellt werden mit Bildungseinrichtungen", erklärt Broß. Das gleiche gelte auch für das Kinder- und Jugendreferat. Museen müssten schließen. Sportveranstaltungen und Trainingsbetriebe werden nicht mehr möglich sein. Die Rathäuser bleiben offen, sagt der OB. Es gelte weiter, dass Besucher sich im Vorfeld anmelden sowie Masken tragen müssten.

Der Gemeinderat werde weiterhin in der Stadthalle seine Sitzungen abhalten. Das habe sich bisher bewährt. "Die Abstands- und Hygieneregeln können dort problemlos eingehalten werden."

Rege Diskussion

Auf unserer Facebook-Seite "Schwarzwälder Bote Rottweil" ist die Diskussion in vollem Gange: "Leider werden es all diejenigen büßen müssen, die sich viel Mühe gegeben haben, funktionierende Hygienekonzepte auf die Beine zu stellen", sagt Jens K. Er habe im eigenen Bekanntenkreis einige positive Fälle, die sich alle im privaten Umfeld angesteckt hätten. "Man hätte einfach auf Urlaub und Feiern etc. verzichten müssen, dann wäre die Lage nicht wieder so ernst", schreibt Nadine R. Weil aber nicht jeder Rücksicht nimmt, so Michaela G. "helfen nun nur knallharte Regelungen. Das Päckchen tragen leider immer alle."

Heiko K. meint: "Es ist eine Frechheit für Gastronomen und Hotelbetreiber! Hier kann gezielt mit einen Hygienekonzept gearbeitet werden. Nach der ganzen Sch.. haben wir keine Kneipen mehr! Na super und danke!" Stefanie K. ist der gleichen Meinung: "Die meisten Ansteckungen sind auf private Feiern, Schulen und Kitas zurückzuführen. Hier wird falsch gehandelt." Ralf K. schreibt: "Volle Schulbusse und Züge sind anscheinend ok. Nachher ist der Aufschrei und die Verwunderung groß wenn die Gastronomie am Boden ist und viele Existenzen zerstört sind."

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