Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Corona-Kontrollen in VS Handel und Gastronomie berichten von "Fallen"

Von
Stellt die Stadt den Gastronomen in Villingen-Schwenningen gezielt eine Falle? (Symbolfoto) Foto: fesenko – stock.adobe.com

Villingen-Schwenningen - Es geht um die Corona-Regeln: Legt städtisches Personal gezielt Fallen aus, um Händler und Gastronome zu testen? Was in der Stadt derzeit für Diskussionsstoff sorgt, das erfahren Sie im (SB+) Artikel.

Gegen 18 Uhr und kurz vor Torenschluss. Ein Kunde klopft an die Türe, ob er noch schnell was holen könnte, die Maske habe er vergessen. Ausnahmsweise tönt es von der Theke. Pech für den Verkäufer. Denn der "Kunde" verlässt das Geschäft nicht, ohne sich kurz vorzustellen: Gestatten, Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts.

Kaum hat sich die Aufregung um die zivilen Streifen der Stadt etwas gelegt, schwappt die nächste Welle der Empörung über VS. Stellt städtisches Personal bewusst Geschäftsinhabern und Gastronomen eine Falle, wenn es um die Einhaltung von Corona-Regeln geht? So haben es laut gut unterricteten Kreisen einige erlebt oder von anderen erzählt bekommen. Wird Händlern und Gastronomen gezielt eine "Falle" gestellt? Genau danach sieht es für Nicola Schurr aus. Dem Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins und Landtagskandidaten sind solche Aktionen mehrfach zu Ohren gekommen, in Villingen wie in Schwenningen. Was er unter einer Falle versteht: In einem Geschäft, erzählt Schurr auf Anfrage des Schwarzwälder Boten, habe ein Kunde gefragt, ob er ohne Maske in den Laden kommen und schnell etwas kaufen könne, er habe jedoch keine Maske. Dies, so Schurr, sei untersagt worden. In den meisten Fällen reagierten die Inhaber mit einem Nein. Gut so für die Betroffenen, denn kurze Zeit später soll jeder im Laden gewusst haben, wer der "Kunde" war. Dieser habe sich als Mitarbeiter des Ordnungsamtes zu erkennen gegeben.

Angst vor Schikane

Der nächste Fall. Ähnliches Vorgehen, andere Location: Wieder ein Kunde ohne Mund- und Nasenschutz. Ob er schnell auf die Toilette gehen dürfe? Er habe jedoch keine Maske dabei. Auch hier bleibt der Betreiber konsequent. Kurze Zeit später erfährt man, wer so dringend aufs WC musste: ein Beschäftigter der Stadt, erläutert Schurr. Ihre Namen preiszugeben oder gar öffentlich gegen solche Methoden zu protestieren, ergänzt Schurr, wage keiner von denen, die ihrem Ärger Luft gemacht haben. "Aus Angst vor noch mehr Kontrollen", will Schurr erfahren haben.

Empörung ist groß

Regte sich der örtliche SPD-Chef sich schon über den Einsatz ziviler Streifen auf, die vor allem in der Gastronomie unterwegs sind, hat er für ein solches Vorgehen überhaupt kein Verständnis mehr. Kontrollen müssen sein, aber "gezielt Fallen zu stellen, das geht gar nicht" Nicht nur Schurr selbst hat von einigen solcher "Kontrollen" gehört. Was er über persönliche Gespräche erfahren hat, das hört auch der Schwarzwälder Bote: "Ja, wir haben das schon von anderen mitbekommen", so die Reaktionen in Villingen wie in Schwenningen. Eine Händlerin berichtet darüber, dass sie Ähnliches erfahren habe. Glück für ihre Kollegin: Sie habe alles richtig gemacht. "Zum Schluss bekam sie sogar noch ein Lob für ihr korrektes Verhalten", erzählt die Filialleiterin aus VS. Doch wirklich freuen konnte sie sich darüber nicht. Der Aufreger ist jedoch nicht nur VS-gemacht. Auch aus anderen Städten wird Ähnliches berichtet: Verdeckte Kontrollen und die Bitte, das Geschäft ohne Maske betreten zu dürfen. Das Nachgeben wurde auch in anderen Kommunen für einzelne Händler und Gastronome zu einer teuren Angelegenheit. Mit Unverständnis und Empörung reagieren die Betroffenen.

Lesen Sie auch: Audio-Mitschnitte entlarven Wirt

Bei den Händlern und Gastronomen im Oberzentrum steigt auch das Misstrauen: "Steht jetzt ein Kunde an der Türe oder doch ein Stadt-Mitarbeiter? So etwas mag im Erfolgsfall zwar die Stadtkasse füllen", kommentiert ein Geschäftsmann, aber "dafür schrumpft das Vertrauen." Weitaus besser als solche "Aktionen" wäre ein regelmäßiger Austausch zwischen Handel, Gastronomie und Stadt. "Wer richtige Lösungen will, der sucht das Gespräch", reagiert ein Wirt auf das, was sich herumspricht und verweist auf das Problem, das viele mit dem umfassenden Corona-Regelwerk haben. "Wer soll als normaler Mensch die aktuellen 19 Seiten Verordnung verstehen und gleich umsetzen können", zeigt er auf. Statt "uns zu unterstützen, werden wir so über den Tisch gezogen".

Stadt dementiert

Schickt die Stadtverwaltung tatsächlich Mitarbeiter los, die gezielt Händler oder Gastronomie-Beschäftigte in eine Falle locken sollen? Eine entsprechende Anfrage an die Pressestelle der Stadt VS wird schnell beantwortet und dementiert. Pressesprecherin Madlen Falke distanziert sich vehement von diesen Vorwürfen: "Wir stellen niemanden eine solche Falle und würden auch nie unter einem Vorwand in ein Geschäft oder ein Lokal gehen."

Artikel bewerten
22
loading

Top 5

1

Kommentar

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.