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Corona-Fälle an Schule Infos fließen nur langsam von Kreis zu Kreis

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Vielerorts bleiben die Klassenzimmer gerade leer. Auch in der Höfener Grundschule findet frühestens am 17. November wieder regulärer Unterricht statt. (Symbolfoto) Foto: Dedert

Höfen - Immer wieder müssen Bildungseinrichtungen geschlossen werden, weil Lehrer oder Schüler positiv getestet werden. Der Fall in Höfen zeigt, wie kompliziert es wird, wenn dabei Gesundheitsämter zweier Landkreise involviert sind. Mehr dazu erfahren sie in unserem (SB+) Artikel.

Bisher gibt es keinen weiteren bekannten Corona-Fall an der Grundschule Höfen. Einen Patienten aber gleichwohl: Es krankt an der Kommunikation zwischen den Gesundheitsämtern verschiedener Landkreise.

Seit Dienstag ist die Grundschule Höfen geschlossen, nachdem eine Schülerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Ein Großteil der Lehrer und Schüler befindet sich bis einschließlich 16. November in Quarantäne. Die vierte Klasse und zwei Lehrkräfte sind zwar nicht betroffen, allerdings trotzdem zu Hause: Mangels Personal ist Unterricht vor Ort nicht möglich. Immerhin gibt es insofern eine gute Nachricht, dass bisher im Zusammenhang mit dem Corona-Fall an der Schule kein weiterer positiver Befund vorliegt.

Getestet wird eigentlich nur, wer Symptome hat

Grund zur Hoffnung, dass es so bleiben könnte, macht Folgendes: Offenbar ist bei dem infizierten Mädchen, das keine Symptome aufweist, die Viruslast relativ gering. Was die Ansteckungsgefahr wohl senkt, wie Bürgermeister Heiko Stieringer berichtet. Der hätte bei seinem Amtsantritt Mitte 2018 auch noch nicht gedacht, dass er nicht nur zum Bürgermeister, sondern innerhalb von zwei Jahren auch noch zum Experten für Infektionsschutz wird.

Ob es bei dem einen Fall bleibt, beziehungsweise ob es überhaupt bekannt wird, falls es weitere Infizierte gibt, steht auf einem anderen Blatt: Wer sich vorsorglich in Quarantäne befindet, wird nämlich nicht automatisch getestet. "Aufgrund der beschränkten Testkapazitäten testen wir gerade vorrangig Kontaktpersonen, die Symptome haben", erklärt Janina Müssle vom Landratsamt Calw.

Bis Freitag wird abgewartet

Kontaktpersonen ohne Symptome seien ja ohnehin in Quarantäne, sodass sie niemand anstecken könnten. Auch die Grundschülerin wurde nur deshalb getestet, weil ihre Mutter darauf gedrängt hatte – die beiden hatten Kontakt zu einer infizierten Person.

"Wir hoffen auf den morgigen Tag", sagt Höfens Bürgermeister. Sollte es bis dahin keine weiteren Covid-19-Fälle an der "Schule auf dem Berg" geben, könnte diese am 17. November wie geplant wieder öffnen.

Die Grundschule in Höfen ist nicht der erste Fall, bei dem eine Bildungseinrichtung im Landkreis wegen Corona geschlossen werden musste. Erst kürzlich war der Oberlin-Kindergarten in Bad Wildbad zwölf Tage lang zu, nachdem eine Erzieherin ein positives Ergebnis erhalten hatte. Das Calwer Maria von Linden-Gymnasium musste ebenfalls eine Zwangspause einlegen, das Hermann Hesse-Gymnasium Dutzende Schüler zeitweise nach Hause schicken.

Gesundheitsamt "sehr stark" ausgelastet

Weil es das Gesundheitsamt inzwischen immer wieder mit Fällen in Bildungseinrichtungen zu tun hat, hat sich etwas Routine entwickelt. "Wir haben ein Standardverfahren zur Ermittlung der Kontaktpersonen bei Ausbrüchen entwickelt, sind dabei aber nach wie vor sehr auf die gute Zusammenarbeit mit den Betroffenen und mit den Leitern von Schulen und anderen Einrichtungen angewiesen", erklärt Müssle. In diesem Zusammenhang ist die Behörde "sehr dankbar für die bisherige, sehr gute ­Mitwirkung".

Lesen Sie auch: Gesundheitsämter in der Region arbeiten am Limit

Weil die Infektionszahlen stark steigen, sei das Gesundheitsamt "sehr stark" ausgelastet. "Die Mitarbeiter leisten viele Überstunden und zeigen großen Einsatz – auch außerhalb der üblichen Dienstzeiten." Laut Kreisverwaltung war die personelle Aufstockung durch die Bundeswehr, die Abordnung von Mitarbeitern des Landratsamts und die Neueinstellung von Personen enorm wichtig und ist noch nicht abgeschlossen.

Höfener Fall zeigt, dass Schnittstellen fehlen

Beim Corona-Fall in der Höfener "Schule auf dem Berg" waren zwei Landkreise – Enzkreis und Calw – betroffen. Das positiv getestete Mädchen hatte Kontakt zu einer mit Covid-19 infizierten Person aus dem Enzkreis. Offenbar macht das die Sache kompliziert, wie Bürgermeister Heiko Stieringer im Gespräch mit unserer Zeitung geschildert hatte. Bis die Informationen etwa über Kontaktpersonen ersten Grades von einem zum andern Gesundheitsamt gelangen, dauert es. Dieser "Stau" erinnert Stieringer schwer an den Corona-Ausbruch bei Müller-Fleisch in Birkenfeld, als es ebenfalls mit der Kommunikation zwischen Pforzheim und Calw haperte.

Das bestätigt Müssle: "Leider gibt es trotz der Absichtserklärungen der Politik weiterhin keine landeseinheitliche Softwarelösung beziehungsweise Schnittstellen zur Kommunikation zwischen den Landkreisen, was die Zusammenarbeit tatsächlich kompliziert macht."

Rektor: "Nichts gelernt von der ersten Welle"

Das ärgert den Höfener Rathaus-Chef. "Wir haben nichts gelernt von der ersten Welle", sagt er. "Das Landesgesundheitsamt muss die Sache jetzt in die Hand nehmen." Denn nicht nur im Fall der Grundschule erlebt er die mangelnde Kommunikation. Stieringer berichtet auch davon, dass sich ein Bürger bei ihm gemeldet habe, der in Karlsruhe positiv getestet worden war.

Während es in Karlsruhe hieß, die Verwaltung seines Wohnorts würde sich deshalb bei ihm melden, wusste die von nichts. "Die Daten von dort müssen ja irgendwie hierher kommen." Taten sie aber nicht. Der Mann, der seit 6. November in Quarantäne ist, meldete sich dann glücklicherweise von sich aus im Rathaus, berichtet Stieringer.

Inzwischen hat das Calwer Gesundheitsamt die Sache in die Hand genommen. "Jetzt hat es super geklappt." Überhaupt lobt der Bürgermeister die Zusammenarbeit mit der Calwer Behörde als sehr gut. Zumal er bei Fragen dort immer jemanden erreiche.

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