Am Freitag wurde erneut gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Foto: Fritsche

Die Maßnahmen seien überzogen und schaden dem Einzelhandel, sagt ein Teilnehmer. Das Stadtleben gehe zugrunde, befürchtet er.

Schramberg - Trotz nasskaltem Wetter fanden sich am Freitagnachmittag wieder rund 20 Kritiker der Corona-Maßnahmen an der B  462 ein. Ab 17 Uhr hielten sie zwischen Aldi und Stadtmuseum ihre Transparente und Schilder den Insassen vorbeifahrender Autos entgegen. Eine aktuelle Forderung auf einem Banner: "Kein Impfzwang!"

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Mit einem jungen Mann, der immer wieder bei der Aktion an der B  462 mitmacht, konnten wir über seine Motivation sprechen. "Ich bin hier, weil ich den lokalen Einzelhandel unterstützen will, der unter der Schließung leidet", erklärte er.

Corona-Maßnahmen gehen Teilnehmer zu weit

Denn er wolle nicht, dass große Unternehmen wie Amazon zu den "alleinigen Verkäufern und Gewinnern" in der Corona-Pandemie werden. Nicht angemessen findet er deshalb die Art und Weise der Schließungen, weil sie Supermärkte und Internethandel bevorteile. "Wenn es keinen Mittelstand mehr gibt, gibt es keinen Wettbewerb mehr. Somit stirbt nicht nur den Lebenstraum vieler, sondern auch ein lebendiges Stadtleben, wie es Schramberg einst war, aus", warnte er.

Deshalb mache er auch so oft wie möglich bei der immer am Freitagnachmittag stattfindenden Protestaktion an der B 462 zwischen Stadtmuseum und Aldi mit.

Die Gefahren des Corona-Virus nehme er zwar sehr ernst, aber die Maßnahmen zur Maskenpflicht, zum Testen und zum "sozialen Distanzieren" gingen ihm im Vergleich zu den anderen Ländern mit den gleichen Herausforderungen in Europa zu weit. "Den Virus gibt es, er ist gefährlich, aber die Maßnahmen sind in ihrer Ausgestaltung nicht angemessen", erklärte er. Und beim Impfen wolle er lieber einen klassischen Impfstoff auf der Basis abgeschwächter Viren als einen der neuen, für deren Sicherheit die Hersteller nicht haften müssten.

Er wolle früh Widerstand leisten: "Ich möchte die alte Normalität zurückhaben, nach Möglichkeit noch besser, mit offenen Läden, Restaurant und künstlerischen Veranstaltungen". Er sorge sich, dass es stattdessen zum indirekten Impfzwang als Zugangsbedingung für die Arbeit kommen könne, ähnlich wie die indirekte PCR-Testpflicht als Zugangsbedingungen für den Präsenzunterricht an Schulen, und eine Entwicklung in Richtung einer sozialen Kontrolle über digitale Medien wie in China Fahrt aufnehme.

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