Zelt- und Campingplätze machen unfreiwillig Urlaub. (Symbolbild) Foto: Woitas/dpa

Während sich Deutschland zwischen November 2020 und der Verlängerung bis mindestens 18. April 2021 im Lockdown befindet, ist das Campen für Urlauber weder auf Campingplätzen noch auf Wohnmobilstellplätzen in Deutschland möglich.

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Oberndorf - Gleiches gilt auch für kostenfreie oder private Stellplätze: Es gilt ein generelles Beherbergungsverbot für Touristen. Diese Regelung wird voraussichtlich verlängert.

Die meisten Camping- und Zeltplätze haben bereits ein bestehendes Hygienekonzept, das der Coronaverordnung entspricht, aus vorangegangenen Zeiten wie dem ersten Lockdown. Auch Frank Zipfel, hauptberuflich Betreiber des Zeltplatzes am Neckartalradweg, der Minigolfanlage in der Dollau und des Kiosks mit Biergarten, wartet eigentlich nur noch auf grünes Licht. Er möchte sofort öffnen, wenn es möglich wird. "Wenn, dann werden wir unser Angebot sukzessive wieder aufmachen, das Hygienekonzept dazu steht ja bereits seit Längerem."

Unfreiwillig im Urlaub: "Habe nicht damit gerechnet"

Buchungsanfragen für den Zeltplatz für die Zeit um Pfingsten und den Juli hat Zipfel bereits erhalten, definitiv zusagen konnte er nicht. Bei kurzfristigen Anfragen sei das noch schwieriger zu beantworten. "Aber ich bin im Gespräch mit der Stadt Oberndorf", zeigt er sich bemüht. Letztes Jahr sei es auf dem Zeltplatz eher chaotisch zugegangen, coronabedingt mussten die Camper ohne Duschen auskommen und weitere Einschränkungen der Verordnung seien schwer umsetzbar gewesen. Bleibt also abzuwarten, wie sich die Regularien auf diese Saison auswirken. Die Freizeitsaison beginnt eigentlich jetzt im April und dauert dann bis Oktober. Artur Müller, Chef vom Bistro Krokodil, hat die Freizeitanlagen von der Stadt Oberndorf gepachtet. Frank Zipfel ist zwar Betreiber, aber auch Angestellter und er lacht: "Ich mache Urlaub!". Natürlich unfreiwillig, denn "ich habe nicht damit gerechnet, dass es mit Lockdown weitergeht."

Was die Gastronomie ­– also den Kiosk mit Biergarten – betreffe, so gehe er davon aus, dass bis Mai nichts läuft. "Das Ostergeschäft ging an uns Gastronomen vorbei." Wenn wieder geöffnet sei, denkt Frank Zipfel, wird sich das auch schnell herumsprechen.

Auf Werbung wolle er verzichten und Kosten so niedrig wie möglich halten. Er habe ja eh Abstriche am Umsatz: "Wir fahren mit halber Besetzung und weil sonst zu viele auf einmal kommen würden, wird es keine Aktion oder Ähnliches geben." Er sei jederzeit bereit, das Einkaufsverhalten habe er dementsprechend angepasst: keine größeren Mengen und gut Lagerbares. Sein Fazit ist jetzt: "Da nützt kein Lamentieren, wir müssen mit der Situation umgehen. Es geht ja immer weiter."

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