Die Stadtteile Altburg, Weltenschwann und Speßhardt sollen je einen neuen Mobilfunkmasten bekommen. (Symbolbild) Foto: Büttner

Stadtverwaltung und Telekom haben Standort im Auge. Drei Jahre wird es dauern. Teilweise Vorbehalte.

Calw-Altburg/Speßhardt/Weltenschwann - Die Calwer Stadtteile Altburg, Weltenschwann und Speßhardt sollen eine bessere Mobilfunkabdeckung, sprich: einen neuen Mobilfunkmasten bekommen. Die Frage, wo dieser gebaut werden soll, beschäftigt Stadtverwaltung und Telekom aber nach wie vor. Für Weltenschwann und Speßhardt wurde nun vielleicht eine Lösung gefunden. Bei Altburg muss hingegen noch einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Zwei Masten für Altburg?

Das Thema Mobilfunkausbau in den Ortschaften auf der Schwarzwaldseite Calws war schon mehr als einmal Thema in diversen Gremien. Bislang wurde dort allerdings ausschließlich - mit Ausnahme eines geplanten Mastes im interkommunalen Gewerbepark Lindenrain - verkündet, was zumindest bislang nicht geht.

Zum Beispiel die Mobilfunkabdeckung von Altburg mit einem Masten oder einer Antenne im Ort verbessern. Zum einen scheitert das bisher daran, dass die Stadt keine geeignete Fläche oder ein Gebäude in Altburg besitzt. Deshalb werde die Telekom nun auf andere Eigentümer zugehen, erklärt Patrick Sekinger von der Abteilung Liegenschaften der Stadt Calw. Werde bei diesen Gesprächen keine Einigung erzielt, gäbe es noch die Alternative, zwei Masten um Altburg herum zu bauen. Das wiederum sei aufgrund der Kosten von rund 300.000 Euro pro Funkmast fraglich, meint Sekinger.

Teilweise Vorbehalte

Nicht viel anders sah es bislang für Weltenschwann und Speßhardt aus. Die Suche nach einem Standort "im engen Suchkreis" zwischen den Ortschaften fiel wenig erfolgreich aus, besitzt die Stadt dort doch ebenfalls keine eigenen Flächen, wie aus der Sitzungsvorlage für die jüngste Gemeinderatssitzung zu entnehmen ist. "Daher hat die Stadt mit privaten Grundstückseigentümern Gespräche geführt, ob sie sich einen Mast auf ihrem Grundstück vorstellen können", ist dort zu lesen. Und weiter: "Auch wenn es keine unter Berücksichtigung allgemeiner wissenschaftlicher Qualitätsstandards ermittelten Studienergebnisse gibt, welche gesundheitliche Auswirkungen durch nieder- oder hochfrequente Mobilfunkfelder nachweisen, gibt es teilweise Vorbehalte von Anwohnern gegen neue Mobilfunkantennen. Daher sind Privatpersonen oft nicht bereit, ihre Grundstücke an die Telekom zu verpachten." An diesem Absatz störte sich Stadtrat Erhard Hofmann (Die Linke) in der jüngsten Gemeinderatssitzung ganz gewaltig. "Ich habe den Eindruck, dass die Verwaltung die Anmerkungen des Gemeinderats ignoriert", monierte er in Bezug auf seine Einwände zur Strahlengefahr in einer vorangegangenen Sitzung. Für Hofmann sei aus diesen Sätzen zwischen den Zeilen herauszulesen, dass sich die Verwaltung über jene Bürger lustig mache, die Vorbehalte gegen einen Mobilfunkmasten in unmittelbarer Nähe ihres Wohnsitzes hätten. Zumal es sehr wohl und zuhauf wissenschaftliche Studien gebe, die die Gefahr von Strahlung nachwiesen, referierte er. Sekinger widersprach dem Vorwurf, die Sorgen der Bürger nicht ernst zu nehmen. Auch wies er die Absicht jeglicher "Zwischen den Zeilen-Aussagen" zurück.

Verträge ausgehandelt

Jedenfalls hat die Verwaltung nun eventuell auch ohne die Nutzung privaten Grunds eine Lösung gefunden: "Die Telekom prüft nun, ob mit einem etwas höheren Mast (zirka 40 Meter) auf dem städtischen Waldgrundstück Flurstück 1072 die Ortsteile Weltenschwann und Speßhardt versorgt werden können", steht in der Vorlage. Ein Termin für eine erste Begehung, kündigte Oberbürgermeister Florian Kling in der Sitzung an, sei zeitnah geplant. Falls sich ein entsprechender Neubau wirtschaftlich darstellen lasse, plane die Stadt der Telekom eine Teilfläche des Waldes für einen neuen Mast zu verpachten.

Die Verträge hierfür seien soweit bereits ausgehandelt, sagte Kling in der Sitzung. Es werden laut Vorlage von den Versorgungsunternehmen Pachverträge mit einer Laufzeit von mindestens 20 Jahren angestrebt. Der Eigentümer – in diesem Fall die Stadt Calw – erhalte in dieser Zeit eine Pacht "im niedrigen vierstelligen Bereich pro Jahr".

Doch selbst wenn die Telekom den Standort als geeignet bewertet und der Pachtvertrag zustandekommt, "kann es sich noch ein paar Jährchen hinziehen", so Kling, bis die Bürger in Speßhardt und Weltenschwann von dem besseren Empfang profitieren können. Von bis zu drei Jahren sind in der Vorlage die Rede. Rechtlich sei das auch nicht beschleunigbar, bekräftigte Kling. "Ich könnte mir aber vorstellen, dass Corona die Sache beschleunigt", meinte er im Hinblick auf den steigenden Bedarf nach schnellem Internet und gutem Empfang beim Homeoffice. "Das ist aber kein Versprechen."

Um im interkommunalem Gewerbepark Lindenrain für eine bessere Netzabdeckung zu sorgen, stellt die Stadt der Telekom Flächen im Bereich der ehemaligen Erddeponie Stichle für einen neuen Mast zur Verfügung.

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