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Calw Verhaltener Start bei Hirsauer Open Air "Raus ins Kloster"

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Calw-Hirsau. Die Unterschiede der Veranstaltungsreihe "Raus ins Kloster" zu den Klostersommern der Vorjahre ist gewaltig. Es zeigt sich, welche gravierenden Auswirkungen das Coronavirus hat und wie hart es gerade die Künstler und Veranstalter trifft.

Keine Feuerwehrleute, die anfahrende Besucher einweisen, die dann minutenlange Anmarschwege in Kauf nehmen. Keine jubelnden Fans – bei ausverkauftem Haus waren es beim Klostersommer 1400 an der Zahl – die mit stehenden Ovationen Zugabe um Zugabe fordern. Stattdessen freie Parkplätze vor dem Eingang bis zum Konzertbeginn.

Der Auftakt zu der Veranstaltungsreihe war mehr als verhalten. Die Corona-Regeln hätten gut 200 Zuschauer zugelassen. Dieses Kontingent war zum Auftakt mit dem Duo Graceland und ihrem "Tribute to Simon & Garfunkel" nicht mal zur Hälfte ausgeschöpft.

"Die Leute sind offenbar noch immer sehr verhalten, was den Besuch von Veranstaltungen angeht", meinte Mitveranstalter Jürgen Ott. Schade, denn was Thomas Wacker (Paul Simon) und Thorsten Gary (Art Garfunkel) boten, war mehr als hörenswert. Immerhin war es ein Wiederbeginn, der offensichtlich mühsam ist. Die beiden Musiker jedenfalls freuten sich, ihr erstes Konzert seit Corona geben zu können.

Die Lieder des legendären Folk-Rock-Duos Simon & Garfunkel passten zu dem herrlichen Sommerabend im klösterlichen Ambiente. Das war spätestens dann der Fall, als "Scarborough Fair" erklang, das auf eine mittelalterliche Volksweise aus England zurückgeht. Da hätten möglicherweise auch die Hirsauer Mönche ihre Freude gehabt.

So herrschte denn auch eine eher klösterlich-andächtige Stimmung unter den wenigen Besuchern. Mit "Old Friends" eröffnet Graceland traditionell seine Konzerte. Alte Freunde waren es fürwahr, eher schon eine verschworene Gemeinschaft, die sich in Hirsau versammelt hatte. Manche bewegten ihre Lippen zu den Songtexten. Trotz Corona durfte auch mitgesungen werden. Bei der geringen Zuhörerzahl an der frischen Luft hat das sicher keinen Schaden angerichtet. Doch auch da waren die Stimmen beim Refrain von "The Boxer" eher verhalten, ebenso wie das Mitklatschen beim rhythmisch geprägten "Slip slidin‘ away".

Hohe Stimmlage

Das Duo Graceland versteht sich nicht als Coverband, will durchaus eigene Interpretationen der Songs von Paul Simon bieten. Das gelingt, zumal die beiden Musiker dabei mit Bedacht vorgehen. So funktioniert bei ihnen "El Condor pasa" auch ohne Flöten und "Bridge over troubled Water" ohne Klavier. Bei Graceland werden die Songs getragen vom Gitarrenspiel der beiden Musiker. Was den Liedern in keinster Weise schadet.

Stimmlich treffen die beiden die Harmonien ihrer berühmten Vorbilder. Insbesondere Thorsten Gary kommt mit der hohen Stimmlage von Art Garfunkel bestens zurecht.

Kaum einer der großen Hits hat gefehlt – von "Homeward bound" über "America" und "I‘m a Rock" bis zu "Sound of Silence", das natürlich den Schlusspunkt setzte.

Es schien fast so, als würde das Coronavirus auch während des Auftritts von Graceland sein Unwesen treiben. Wegen der warmen Temperaturen mussten mehrere Male die Gitarren nachgestimmt werden. Dann gab auch noch ein Kabel den Geist auf. Das Publikum nahm es mit Gelassenheit.

"Schön war es", solche Stimmen waren am Ende des Konzerts zu hören. Schade nur, dass bei den Zugaben Songs erklangen, die auch schon zuvor zu hören waren. Das reichhaltige Repertoire von "Simon & Garfunkel" hätte da mehr hergegeben.

Sei‘s drum. Insgesamt war es ein überaus gelungener Auftakt. Den Veranstaltern um Jürgen Ott und Tom Sanchez ist zu wünschen, das der Ruf "Raus ins Kloster" bei den nächsten Veranstaltungen von mehr Menschen erhört wird.

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