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Calw Komfortzone verlassen: "Das Projekt ist eine Win-Win-Win-Situation"

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Die teilnehmenden Schüler des Berufswahlkompass berichten von ihren Erfahrungen bei den Unternehmen aus der Metall- und Elektrobranche. Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Calw. Mancher Schüler weiß noch nicht so genau, was er nach seinem Abschluss einmal beruflich machen will. Auf der anderen Seite haben Unternehmen Schwierigkeiten, Nachwuchs für handwerkliche Berufe zu finden. Deshalb gibt es seit 2011 den Berufswahlkompass der Bildung und beruflichen Qualifizierung (BBQ) aus Calw in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Schulen aus der Region.

Im vergangenen Jahr haben daran 29 Schüler aus den vier Bildungseinrichtungen Heinrich Immanuel Perrot Schule Calw, Reuchlin Schulen Bad Liebenzell, Fünf-Täler-Schule Bad Wildbad und Bildungszentrum Wildberg teilgenommen. Der Projektzeitraum erstreckte sich über ein Kalenderjahr. Die Schüler besuchten also anfangs die achte und später dann die neunte Klasse. Außerhalb der regulären Schulzeit hatten die Jugendlichen Theorieunterricht und konnten an Praxisnachmittagen verschieden Berufe des Metall- und Elektro-Handwerks kennenlernen. Dabei durften sie sogar ihre ersten eigenen Werkstücke anfertigen.

Diese Werkstücke präsentierten die Schüler stolz bei einer Abschlussveranstaltung im Forum des Hermann Hesse- Gymnasiums in Calw. Hierhin kamen neben den Familien der Schüler auch zahlreiche Vertreter der Partner des Projekts.

Guter erster Schritt

"Vorbereitung ist alles", meinte der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling zu den Schülern. Wenn man in ein Bewerbungsgespräch gehe, müsse man mit allem rechnen. Ein Projekt wie der Berufswahlkompass helfe bei der Vorbereitung auf das Arbeitsleben. Kling dankte den Schulen und Unternehmen für ihre Unterstützung. Er machte den Schülern Mut für ihre berufliche Zukunft und gab ihnen einen Tipp mit auf den Weg. "Leidenschaft ist auch sehr wichtig", meinte er. Man solle bei der Berufswahl nicht nur auf ein ­mögliches Gehalt schauen, sondern nach etwas suchen für das man brenne.

"Hätte es das früher schon gegeben", so Berufsberaterin Sabrina Hornung von der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. Es sei sinnvoll sich schon während der Schulzeit zu überlegen wo die Reise hingehe. Solche Projekte seien da ein guter erster Schritt. Auch deshalb wolle man den Berufswahlkompass weiter unterstützen. Sie dankte auch den Eltern für die Unterstützung der Jugendlichen und diverse Fahrdienste.

Jan Vetter vom Industrieverband Südwestmetall bedankte sich bei den Schülern. Es sei keineswegs selbstverständlich in diesem Alter so viel Freizeit zu opfern. Deshalb habe er vor ihnen höchsten Respekt, auch weil sie ihre Komfortzone verlassen hätten. Dies sei im beruflichen Alltag immer wieder nötig. "Das Projekt ist eine Win-Win-Win-Situation", meinte Vetter. Erstens könnten die Eltern stolz auf ihre Kinder sein, zweitens sammelten die Schüler erste Erfahrungen sowie Kontakte und drittens fände so eine Fachkräftesicherung für die Unternehmen statt.

Für ihre Leistung erhielten die Schüler zudem ein Zertifikat. "Ihr habt viel von eurer Freizeit geopfert", meinte Heidrun Herrscher von der BBQ. Es gebe mittlerweile so viele Ausbildungsberufe, da sei es schwer den richtigen zu finden. Die Schüler hätten den ersten Schritt in die ­richtige Richtung gemacht. "Und das Zertifikat ist einiges wert", so Herrscher. Es sei bei Unternehmen in der Region bekannt und bringe im Bewerbungsprozess oft Vorteile mit sich. Zudem bedankte Herrscher sich bei der Agentur für Arbeit und Südwestmetall für die erfolgreiche Kooperation.

Unterschiedliche Bereiche

Die Schüler stellten anschließend in kleinen Gruppen ihre Werkstücke und die Unternehmen vor, bei welchen sie diese angefertigt haben. Bei Wöhrle aus Wildberg, Wöhr aus Höfen, Veyhl aus Zwerenberg, AST International aus Hirsau, Kissling Elektrotechnik aus Sulz am Eck, Homag Plattenlaufteiltechnik aus Holzbronn oder hapema aus Engelsbrand durften sich die Schüler in unterschiedlichsten Bereichen ausprobieren. Ob kleine Flugzeuge oder Modellautos – die Jugendlichen berichteten stolz, welche Fähigkeiten in der Metallverarbeitung sie kennengelernt haben und zeigten, was sie damit gebaut haben. "Das ist ein tolles Projekt", meinte Hans-Peter Urbahn von der BBQ. Er habe viel positives Feedback von Schülerseite erhalten. Viele Projektteilnehmer hätten anschließend einen Job in der Metall- und Elektro-Branche gefunden. Für das kommende Projektjahr gebe es auch schon viele Interessenten. 56 Schüler hätten sich bereits angemeldet. Zudem seien mit Berthold Technologies aus Bad Wildbad und Dürr Optronik aus Gechingen zwei ­weitere Unternehmen aus der Region mit von der Partie.

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