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Calw Keine Pläne, einen Negativzins "in der breiten Fläche" einzuführen

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Der dreiköpfige Vorstand der Vereinigten Volksbank (von links): Anette Rehorsch-Hartmann, Wolfgang Klotz (Vorsitzender) und Jörg Niethammer. Foto: Reichert Foto: Schwarzwälder Bote

Calw/Böblingen. Die Vereinige Volksbank hat im vergangenen Jahr bei Einlagen- und Kreditvolumen kräftig zugelegt. Als Folge dessen stieg die Bilanzsumme um 5,6 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Aufgrund der geringeren Einnahmen aus den zinsabhängigen Geschäften dürfte der Gewinn aus dem Geschäftsjahr 2019 knapp unter dem des Vorjahres liegen. Die 49 500 Mitglieder sollen zwei Prozent Dividende erhalten.

Das Jahr 2019 war für die Volksbank ein Jahr der personellen Veränderungen. "Wir haben uns für die Zukunft aufgestellt", sagte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Klotz in der Bilanzpressekonferenz. Die Vorstandsmitglieder Oswald Fiorini, Karlheinz Sanwald und Günther Wainowski gingen in den Ruhestand, Anette Rehorsch-Hartmann und Jörg Niethammer stiegen von stellvertretenden zu Vorstandsmitgliedern auf.

"Wir sind mit dem Geschäftsergebnis zufrieden", bilanzierte das dreiköpfige Vorstandsteam einstimmig und Wolfgang Klotz ergänzte: "Unter schwäbischen Gesichtspunkten bedeutet das eine ganze Menge." Sein Kreditgeschäft steigerte das Institut um fast sechs Prozent auf 2,093 Milliarden Euro, die kaum bis gar nicht verzinsten Einlagen um 5,7 Prozent auf 2,183 Milliarden Euro.

Dass die Kunden der Bank so viel Geld anvertrauen würden, "damit haben wir nicht ganz gerechnet", räumte Rehorsch-Hartmann ein. Da habe wohl der "Negativzinsdruck" dafür gesorgt, dass der eine oder andere Betrag bei der Volksbank gelandet ist. Klotz versicherte, es gäbe bei ihm im Haus keine Pläne, einen Negativzins "in der breiten Fläche" einzuführen. Anders könne es bei Großanlegern aussehen.

Gewinn lässt sich noch nicht exakt beziffern

Die alten und damit höheren Festzinsvereinbarungen seien so gut wie alle ausgelaufen. Die dadurch bedingten geringeren Zinseinnahmen konnte die Bank über das höhere Volumen nicht ganz ausgleichen. Auch die höheren Provisionserträge, darunter aus knapp 200 vermittelten Immobilien mit einem Umsatz von erstmals mehr als zwei Millionen Euro, oder das Plus aus den Wertpapiergeschäften glichen das Minus beim Zinsüberschuss (gegenüber dem Vorjahr) nicht aus. Wolfgang Klotz geht davon aus, dass auf der Ertragsseite am Ende 600 000 bis 700 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr fehlen werden. Wettgemacht habe die Bank dies durch fast 1,5 Millionen Euro weniger Aufwand.

Da das Bewertungsergebnis aber noch nicht genau feststehe, lasse sich auch der Gewinn noch nicht exakt beziffern. Er werde, so der Vorstandsvorsitzende, aber so ausfallen, dass die Bank zwei Prozent Dividende bezahlen könne (sofern die Vertreterversammlung am 24. Juni dem zustimmt) und darüber hinaus eine angemessene Dotierung der Rücklagen möglichen sei: "Die brauchen wir, sonst können wir nicht mehr wachsen." Das Kundenvermögen auf den Depotkonten ist im vergangenen Jahr um vier Millionen auf 406 Millionen Euro angestiegen. Weit stärker kletterte das so genannte betreute Anlagevolumen (um 301 Millionen auf 4,038 Milliarden Euro). Es handelt sich hierbei um Kundengeld, das die Volksbank an ihre Verbundpartner wie Bausparkasse Schwäbisch Hall oder Union Investment vermittelt hat. Inzwischen gäbe es doch Kunden, die mit dem Nullzins auf Giro- oder Geldmarktkonto nicht zufrieden sind, stellte Rehorsch-Hartmann zu dieser Entwicklung fest.

Im so genannten Private Banking, hier werden besonders vermögende Kunden betreut, habe das Anlagevolumen um 7,1 Prozent zugelegt. Die in Sindelfingen angesiedelte Abteilung habe 60 neue Kunden gewonnen. Das sei ein Plus von acht Prozent. Zu berücksichtigen sei hierbei, dass es sich nicht um Einzelkunden, sondern um Familienverbünde handele.

Auf ihrer Internetseite verzeichnet die Volksbank täglich mehr als 10 000 Besucher. Das Online-Geschäft hat in den vergangenen Jahren zu einer Ausdünnung des Filialnetzes geführt. Doch besuchen immer noch 98 000 der mehr als 111 000 Kunden dann und wann eine Filiale. Mehr Zulauf als erwartet hat die im vergangenen Jahr angeschaffte mobile Zweigstelle. Jörg Niethammer: "Über 20 Kunden pro Stunde nehmen da Serviceleistungen in Anspruch." In den Städten – auf dem Sindelfinger Goldberg und in Böblingen am Café Schall – sei die Nutzung besonders hoch.

Aber auch in Altdorf, Gechingen, Ostelsheim, Renningen und Simmozheim werde der Service gut angenommen. Insgesamt käme es so pro Monat auf bis zu 900 Kontakten zwischen Bank und Kunde. Guten Anklang findet auch das am 3. Juni vergangenen Jahres eröffnete Smart-Banking-Center. Bis zum Jahresende gingen dort 67 000 Telefonanrufe ein. 80 Prozent der Kundenwünsche, so Niethammer, würden direkt bearbeitet. In diesem Jahr rechnet die Bank mit 135 000 Fällen.

Bisher ist das Smart-Banking-Center nur eine Anlaufstation für Privatkunden. "Wir werden das auch für Firmenkunden ausbauen", verspricht Wolfgang Klotz. Ende 2020/Anfang 2021 soll es so weit sein.

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