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Calw Fast alle finden Ausbildungsplatz

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Die meisten unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber im Kreis Calw finden eine Ausbildungsstelle.Foto: Deck Foto: Schwarzwälder Bote

Es gibt immer weniger unbegleitete minderjährige Ausländerinnen und Ausländer (UMA) im Kreisgebiet. Dies liegt an geringeren Zuwanderungszahlen und dass viele älter werden und schlicht nicht mehr in diese Kategorie fallen. Diejenigen, die hier sind, finden zudem fast alle einen Ausbildungsplatz, wie im Jugendhilfeausschuss des Kreistages berichtet wurde.

Kreis Calw. "Es ist ein Erfolgsmodell", bilanzierte Sozialdezernent Norbert Weiser die Bemühungen des Kreises bei der Betreuung der UMA. Der für den Bereich zuständige Ralf Bühler hatte für den Ausschuss am Montag die Zahlen parat. 37 UMA befänden dich derzeit noch im Landkreis.

2015 seien dies noch 125 gewesen, im vergangenen Jahr immerhin noch 78. Es sei also ein Abwärtstrend in den Zahlen erkennbar. Dies liege auch daran, dass Bade-Württemberg insgesamt seine Aufnahmequote übererfüllt habe und deshalb kaum neue minderjährige Geflüchtete dem Landkreis zugewiesen würden.

Die Zahlen sänken aber auch, weil die betreffenden Personen älter würden und dann nicht mehr von der Jugendhilfe betreut werden müssten. Etwa 75 Prozent der UMA im Kreis seien momentan zwischen 18 und 20 Jahren alt. Da die Betreuung mit dem 21. Lebensjahr ende, werde die Zahl perspektivisch weiter sinken. Die meisten schafften nach Beendigung der Hilfe ein Start in ein Leben mit eigenem Wohnraum und eigenem Einkommen. Nur vereinzelt rutschten sie in die Arbeitslosigkeit.

Auch beim Aufenthaltsstatus sehe es für die meisten gut aus. Gerade der neu geschaffene Paragraf 25a helfe vor allem den UMA. Diese würden für ihre Kooperation, rechtmäßiges Verhalten und gelungene Integration belohnt. Dies sei auch nur für die Motivation in der Ausbildung, erklärte Bühler.

Von den 37 UMA im Kreis befänden sich aktuell 24 in einer Ausbildung. Zehn von ihnen besuchten momentan die Schule. Lediglich drei seien auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz, so Bühler. Auf dem Ausbildungsmarkt sei die Lage durch die Pandemie schwer. Dies betreffe vor allem den Gastronomiebereich. Und gerade dort hätten in der Vergangenheit viele UMA einen Ausbildungsplatz gefunden.

"Eine Schleife in der Ausbildung dreht auch der ein oder andere Deutsche"

Manchmal spielten aber auch andere Gründe für die erfolglose Suche nach einer Ausbildung eine Rolle. Posttraumatische Belastungsstörungen durch Krieg und Flucht machten es für manche schwierig sich zu bewerben. Auch würden immer wieder Ausbildungen abgebrochen. Dies sei einerseits den körperlichen Anforderungen geschuldet. Andererseits fänden manche UMA einen anderen Job, in welchem sie dann mehr Geld als in während ihrer Ausbildung verdienten.

Schwierigkeiten bereite oftmals das erste Lehrjahr. Denn gerade die theoretischen und sprachlichen Kenntnisse der Geflüchteten führten oft zu Problemen bei den Prüfungen. Hier habe sich eine enge Begleitung bewährt, erzählte Bühler. Man diene so als Ansprechpartner für die UMA, aber auch für die Betriebe und könne dann vermitteln.

Bühler sprach sich dafür aus, die angebotenen Hilfen auch für Geflüchtete über 21 Jahren weiterzuführen. Er begründetet dies damit, dass manche sich in diesem Alter noch in der Ausbildung befänden und eine weitere Betreuung bis zum Abschluss daher sinnvoll sei. Dies treffe aber auf maximal zehn Fälle zu.

Der Erste Landesbeamte Frank Wiehe freute sich über die positiven Zahlen und Entwicklungen. Dies sei auch der guten Arbeit der Integrationsmanager vor Ort geschuldet. Andreas Reichstein wies auf die Bemühungen von Ehrenamtlichen hin und bedankte sich dafür. "Eine Schleife in der Ausbildung dreht auch der ein oder andere Deutsche", meinte er zu Bühlers Erklärungen. Insgesamt sei es aber eine positive Entwicklung, die zeige, dass es ein intaktes Gemeinwesen gebe.

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