In den 60er-Jahren begannen die Bauarbeiten für das Schulzentum. 1968 ist unter anderem von Realschule, Humboldt-Kindergarten und Sporthalle noch nichts zu sehen. Foto: Landesarchiv/StALEL68IX-17029

Das Schulzentrum entstand in den 60er-Jahren, immer wieder wurde saniert. Das steckt hinter der Schulgeschichte in Bisingen.

Bisingen - Im Schulzentrum ist alles gebündelt: die Bildungseinrichtungen oder auch Sporthalle und Hallenbad. Baubeginn war in den 60-Jahren.

 

Die Anfänge der Schule in Bisingen

Früher gehörten alte Holztischbänke und -stühle zum Inventar der Volksschule. Die Tische damals hatten eine Vertiefung fürs Tintenfass. Schiefertafeln, meist mit stumpfen Griffeln, und größtenteils vererbte Lederschulranzen zählten zur Ausstattung der Schulkinder. Obwohl bei einer Strafe Tatzen – Schläge auf die Handflächen – zu jener Zeit beinahe an der Tagesordnung lagen, konnte die Schule auch Spaß machen, vor allem beim Unterricht in freier Natur.

Historische Schule

Im Jahr 1615 wurde laut Aufschrieben einem Thomas Kohler von Grosselfingen gestattet, den Schuldienst im Amt Bisingen zu versehen. Erwähnenswert, dass die erste notierte Nachricht von einer Schule in Bisingen erst von 1790 stammt. Chirurg Josef Geiselhard aus Großengstingen ließ sich im Ort nieder und übernahm zugleich das Amt des Lehrers von 1790 bis 1827. Im 18. und bis ins 19. Jahrhundert hinein hielten die Lehrer Bisingens Unterricht in Privathäusern oder im eigenen Wohnzimmern ab. Rund 150 Schüler besuchten um 1830 den Unterricht.

Aus für Klingenbachschule

Im Jahr 1884 errichtet – damals betrug die Schülerzahl 320 – musste die Klingenbachschule 1981 dem Neubau der heutigen Volksbank Hohenzollern weichen. Einst war es das Armenhaus zwischen Rose und dem Löwen, welches drei Klassen als Schule diente.

Baubeginn für das Bisinger Schulzentrum "Auf der Halde"

Eine gemeindeverbindende neue Schule mit 14 Klassenzimmern und technischer Klasse, damals mit Baukosten in Höhe von 1,8 Millionen DM, entstand im Bereich "Auf der Halde". Fertiggestellt wurde sie nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 1964. Aus drei Schulhäusern – zwei in Bisingen und eines in Steinhofen – wurde damals eine Schule im Neubau. 1966 wurde eine Turnhalle mit Lehrschwimmbecken auf dem Schulareal erstellt. Lehrer- und Rektorennamen sind bis heute in den Köpfen der älteren Generation vorhanden: Josef Ziesel, Josef Knaus, Josef Stauß, Paul Rodewald, Erwin Fecker, Josef Stauß, Josef Kästle, Lieselotte Kanz.

Gemeinderat erstellt Konzept

Ein Großprojekt war die Sanierung des Schulzentrums. In zwei Jahren Bauzeit – von 2006 bis 2008 – wurden die Mensa für den Ganztagesbetrieb und weitere Gebäude saniert. Verwaltung und Gemeinderat trafen mit dem "Konzept 2012" eine zukunftsorientierte Entscheidung. Nach dem ersten Bauabschnitt lagen Anfang 2009 erste Zahlen auf dem Tisch: Demnach kostete die Sanierung der Hauptschule rund 2,4 Millionen Euro. In die Neubauten für Ganztagsangebote, wie etwa die Mensa, flossen 3,1 Millionen Euro.

Realschule in Bisingen entsteht

Seit 1967 besteht in Bisingen eine Realschule, wenngleich das Gebäude erst 1974 bezogen wurde. Im Sommer 2009 starteten die Arbeiten für eine modernere Realschule, die Schüler zogen ins fliegende Klassenzimmer um, wie der Ersatzbau im Ort genannt wurde. Im November 2010 waren die Arbeiten beendet.

Neuer Schulspielplatz

2013 wurde der Schulspielplatz, auf dem sich nicht nur Schüler austoben, eingeweiht. 70 000 Euro investierte die Gemeinde. Im Frühjahr zuvor hatte sie den alten Spielplatz aus Sicherheitsgründen abbauen lassen. Dieser hatte 13 Jahre lang bestanden, war einst vom Schulförderverein und einer Elterninitiative großteils in Eigenleistung angelegt worden.

Fünf Bauabschnitte

2013/14 wurde im E-Bau (Astrid-Lindgren-Schule) generalsaniert. 2015 investierte die Gemeinde außerdem in Technikerzentrum und Hallenschwimmbad. Es war Bauabschnitt fünf des Konzeptes, das mittlerweile in Konzept 2018 umbenannt worden war.

Hallenbad Bisingen wird saniert

Im Jahr 2016 wurde das Hallenbad eingeweiht. Die Kostenabrechnung für die Sanierung des Hallenbads und des Technikzentrums wurde erst Jahre später, im Juli 2021, gebilligt. Kostenpunkt: rund 2,8 Millionen Euro. Bürgermeister Roman Waizenegger sagte, aus einer anfangs nur "kosmetischen Sanierung" sei eine "Generalsanierung" geworden.