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Burladingen Kupferstich erinnert an ein früheres Kirchlein

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Das Feldkreuz auf der SchlichteFoto: Pfister Foto: Schwarzwälder Bote

Burladingen (hp). Das Kreuz auf der Schlichte, nahe der Europäischen Wasserscheide, wurde in einem Vertrag erstmals vor 200 Jahren nachweislich erwähnt. Um diesen Ort ranken sich einige Geschichten.

Nach einem Merianischen Kupferstich stand dort einst ein Kirchlein, "über dessen Dachfirst die europäische Wasserscheide verlief", wie es hieß. Das baufällige Kirchlein wurde 1744 abgebrochen, Holz, Steine und Platten dürften für den Neubau der Sankt-Nikolauskirche in Hausen verwendet worden sein. Zu einer neuen Kirche kam es nicht mehr, obwohl die damalige Obrigkeit die Gemeinden Hausen und Burladingen zu einem Neubau aufforderte. Seither erinnern Feldkreuze an das abgegangene Kirchlein.

Das älteste datierte Kreuz stammt aus dem Jahr 1820. Im Pfarrarchiv in Burladingen befindet sich ein Vertrag vom 2. Januar 1820 zwischen Burladingen und Hausen mit folgendem Wortlaut: "Untigem heutigen Datum, haben die beiden Gemeinden Burladingen und Hausen auf den sogenannte Schlüchten ein eichens Kreuz aufzustellen, je Mittel Bahn, wozu sie Hochf. Durchlauch durch ein Supliz ein Eich in dem Herrschaftlichen Wald Kohl unweit dem tiefen Graben unter Schlatt, angewiesen wird wo selbiges ist in Abstreich, an Christian Grom Schreiner Meister in Hausen überlassen worden um pri. 12 f 48 k sagen zwelf Gulden vierzig acht Kreutzer worfür derselbe eine dichtige Arbeit herstellen muß, nebst seiner weißen Steinartigen gut Ehl Farb anzustreichen, und frey auf den Blaz wo selbiges aufgerichtet herzustellen hat wo an jede Gemeinde zu obigem Ackord die Hälfte zu bezahlen hab geschehen."

Das heutige Feldkreuz wurde 1947 von Zimmermann Johann Scheu und seinem Vater gefertigt und aufgestellt. Das alte Kreuz war beim Einmarsch im Jahr 1945 umgefahren worden. Die politische Gemeinde Hausen unter dem damaligen Bürgermeister Franz Haiber stiftete dazu den Eichenstamm, weil der Standort des Kreuzes auf Hausener Gemarkung lag.

Zur Einweihung des Kreuzes durch Pfarrer Diewald aus Hausen am 21. September 1947 zogen viele Gläubige aus dem Killertal in einer Prozession hinauf zum neuen Kreuz auf der Wasserscheide. Im Jahr 1989 renovierte der städtische Bauhof das verwitterte Kreuz von Grund auf.

Der am Kreuz angebrachte Korpus, eine sehr feine und ausdrucksvolle Schnitzarbeit, war schon 1988 abgenommen worden. Er befindet sich heute nach gelungener Restaurierung durch den Irndorfer Künstler Manfred Warmuth in der Krypta der Fideliskirche.

In einem Beitrag zur Kreuzweihe im Jahr 1947 schrieb Pfarrer Richard Biener, dass es sich um eine Arbeit des bekannten Bildhauers Joachim Taubenschmid handeln soll, der aus Hausen stammte und im frühen 17. Jahrhundert in Hechingen lebte. Dabei berief er sich auf alte Kirchenrechnungen von Hausen, nach denen 1608 ein Kruzifixus bei Taubenschmied in Auftrag gegeben wurde.

Es ist aber fragwürdig, ob es sich um einen echten Taubenschmid handelt, denn es ist eher unwahrscheinlich, dass das Kunstwerk fast 400 Jahre an diesem Standort so gut überstehen konnte. Vielmehr dürfte es sich um eine Nachbildung aus jüngerer Zeit handeln.

Forstdirektor Hans Sax stiftete der Stadt einen von ihm geschnitzten Christuskörper, der im Herbst 1989 angebracht wurde. Die Einweihung erfolgte durch die Pfarrer Hone und Leib am Christkönigsonntag. In der Nacht vom 5. auf 6. Januar wurde der Korpus erheblich beschädigt, woraufhin er in den Sitzungssaal der Stadt Burladingen kam.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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