Nachdem Worte nicht halfen, legten drei Gemeinderäte der Freien Wähler, Karl-Moritz Kraus, Sven Rempe und Alexander Schülzle jetzt Hand an. Demonstrativ trugen sie vor Beginn der jüngsten öffentlichen Sitzung die Schulbank samt festgeschraubten Schülerstühlchen aus dem Saal und baten hernach die Medienvertreter dort Platz zu nehmen, wo sie jahrelang gesessen hatten, links von der Verwaltung, am Beginn der Reihe der Ortsvorsteher. Die Möbelpacker-Räte waren gut vorbereitet, hatten sogar eine Bohrmaschine und Werkzeug dabei. Zu Beginn der Legislaturperiode hatte wohl Bürgermeister Harry Ebert die Schulmöbel aufstellen lassen und die Medienvertreter in die letzte Reihe verbannt. Für die Dezember-Sitzung waren die Stühlchen sogar festgeschraubt worden. Nichtöffentlich hatte der Gemeinderat mehrfach gebeten das zu ändern, von "Mobbing", "Unverschämtheit" und "Respektlosigkeit" gesprochen. Ohne Erfolg. Unter dem letzten Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" ging CDU-Frontfrau Dörte Conradi nochmal darauf ein. Sie bat den Ersten Beigeordneten Berthold Wiesner darum, künftig für ordentliche Sitz- und Schreibgelegenheiten der Lokaljournalisten zu sorgen. "Das ist ja auch eine Wertschätzung gegenüber der Presse, wir sind ja froh, dass sie da sind und aus den Sitzungen berichten. Viele Bürger warten darauf", stellte sie klar. Bürgermeister Harry Ebert war da längst weg. Er hatte kurze Zeit nach der Möbelpacker-Aktion die Sitzung wort- und grußlos verlassen. Foto: Rapthel-Kieser