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Burladingen Die Stadt geizt nicht länger rum

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Ist die Streuobstwiese inmitten der Ortschaft Killer bald Bauerwartungsland? Die Stadt Burladingen jedenfalls zahlt für Grundstücksaufkäufe künftig mehr. Foto: Rapthel-Kieser Foto: Schwarzwälder Bote

Die Fehlastadt will Grundstücksverkäufern den Handel mit sich schmackhafter machen. Statt 13 Euro pro Quadratmeter will sie künftig 20 Euro für den Aufkauf von Flächen für die Erschließung von Wohngebieten zahlen.

Burladingen. Geht es um Straßenflächen hat der Gemeinderat der Stadt Burladingen den Ankaufpreis sogar verdoppelt. Statt 7,50 Euro legt die Fehlastadt künftig 15 Euro auf den Tisch. Das Ganze ging nicht ohne Diskussion über die Bühne, denn Bauplatzpreise und Erschließungskosten sind derzeit in der Fehlastadt und vor allem in ihren Stadtteilen eines der am heißesten diskutierten Themen.

Burladingen gehen die städtischen Grundstücke aus. Denn die 12000-Einwohner-Stadt steht vor dem Problem aller Städte. Bauland ist, zumal in einem dicht besiedelten Flächenstaat wie der Bundesrepublik eben begrenzt und wird immer wertvoller. Die Krux dabei: gibt eine Kommune bekannt, dass sie hier oder da vielleicht ein Baugebiet erschließen will, wird so manche vernachlässigte Scholle, Blumen- oder Streuobstwiese gleich zum Bauerwartungsland und interessanten Spekulationsobjekt. Die Preise steigen. Das heißt oftmals, dass Städte sich ihre Verhandlungsposition selber verschlechtern, weil private Aufkäufer oder gar Bauinteressenten oft mehr auf den Tisch legen können.

Andere Städte des Zollernalbkreises wie etwa Hechingen oder Balingen wissen das auch, versuchen mitzuhalten und zahlen beim Ankauf sogar bereits mindestens 28 Euro für den Quadratmeter. In Hechingen kann das, je nach Lage und Burgblick, sogar bis auf 58 Euro hochgehen.

Stadt will weiterhin bezahlbares Bauland anbieten können

Selbst das kleine Rangendingen, wohl wegen der Nähe zur Autobahn und der Firmen-Infrastruktur ähnlich begehrt, bietet Verkäufern 24 Euro pro Quadratmeter an, Grosselfingen und Haigerloch 18, Meßstetten 21. Schlusslicht ist Rosenfeld mit Preisen zwischen zwölf und 20 Euro. Im Nachbarlandkreis Reutlingen zahlt die Burladingen nahe gelegene Stadt Trochtelfingen, gerade mal halb so groß wie die Fehlastadt, 20, 26 oder gar 36 Euro beim Grundstücksankauf.

"Da sich die Grundstückspreise in den vergangenen Jahren deutlich nach oben bewegt haben, wird es immer schwieriger, mit den geltenden Aufkaufpreisen erfolgreiche Verhandlungen zum Aufkauf von Flächen für Wohnbaugebiete zu führen", hielt Melanie Mayer, Sachbearbeiterin im Bauamt in ihrer Vorlage den Gemeinderäten vor Augen.  Sie räumte ein, dass eine Erhöhung, wie die Verwaltung sie nun vorschlage, zwar "die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt nicht" widerspiegele. Allerdings mahnte sie auch, "mit Augenmaß vorzugehen". Denn die Aufkaufpreise wirkten sich auf die Bauplatzpreise aus. Der Stadt sei aber daran gelegen, auch weiterhin bezahlbare Wohnbauflächen zur Verfügung zu stellen.

Die Räte diskutierten daraufhin, ob sie der Verwaltung nicht, so wie andere Gemeinden auch, mehr Verhandlungsspielraum einräumen und gar mehrere Preise im Beschlussvorschlag nennen sollten. Der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner, ein versierter Verhandlungsführer wenn es um Zuschüsse, Finanzplanung, Haushalt und Preisgestaltungen geht, winkte ab.  Ein Einheitspreis, so argumentierte man von Seiten des Bauamts und der Kämmerei, sei im Außenverhältnis verlässlicher. "Durch die einheitliche Preisgestaltung der letzten Jahre hat sich die Stadt als vertrauenswürdiger Vertragspartner etabliert, daher sollten auch weiterhin unbedingt einheitliche Aufkaufpreise beibehalten werden", heiß es.

Eine der ersten Flächen für die neue Preisgestaltung greifen könnte, ist die Streuobstwiese im Ortskern von Killer an der Hochstättstraße. Die hätte der Ortschaftsrat getreu der Maßgabe "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" gerne für Bauplätze erschlossen.  Allerdings müsste die Verkaufsbereitschaft der Grundstücksbesitzer erst abgeklärt und Aufkauf-Verhandlungen geführt werden. Alternativ dazu könnte das Baugebiet am Ortsrand – gegenüber der Turn- und Festhalle und in der Fortsetzung der Breitholzstraße – erweitert werden. Das böte dann den Vorteil, dass die Halle endlich eine bessere und breitere Zufahrt bekommen würde.

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