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Bundestagswahl 2021 Kretschmann junior fordert Bareiß heraus

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Dankeschön: Mit seinen Händen formt Johannes Kretschmann nach der Wahl ein Herz. Der 41-Jährige ist bei der Bundestagswahl 2021 der Kandidat der Grünen im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen. Foto: Maier

Meßkirch - Der nächste Kretschmann in der großen Politik? Die Mitglieder der Grünen-Kreisverbände Zollernalb und Sigmaringen haben am Montagabend in Meßkirch Johannes F. Kretschmann, Sohn des baden-württembergischen Ministerpräsidenten, zum Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 gewählt.

Kretschmann junior erhielt 64 der 110 Stimmen, sein Konkurrent Thomas Zawalski aus Balingen 43. Er nehme die Wahl "in Demut" an, sagte Kretschmann nach Bekanntgabe des Ergebnisses, das auch seine Mama und "Landesmutter" Gerlinde Kretschmann mit Erleichterung in der Halle aufnahm. Zawalski sei ein starker Mitbewerber gewesen, so der 41-jährige Kretschmann, nun gelte es für die Grünen der beiden Landkreise, zusammenzustehen, die Konkurrenz hinter sich zu lassen und einen engagierten Wahlkreis zu führen. Klaus Harter, Vorsitzender des Grünen-Kreisverbands Sigmaringen, sagte, dafür brauche es jede Frau und jeden Mann. Ziel sei, der CDU den Wahlkreis abzunehmen.

110 Mitglieder bei Nominierungsveranstaltung

Zur Nominierungsversammlung gekommen waren 110 Mitglieder der beiden Kreisverbände. Die Sigmaringer waren dabei mit 63 in der Mehrheit, aus dem Zollernalbkreis waren 47 Grüne dabei. Doch nicht nur wegen dieser Mehrheitsverhältnisse kam das Ergebnis für Kretschmann nicht von ungefähr: Der 41-Jährige hielt eine energische und die Parteibasis an mehreren Stellen mitreißende Rede. Schon für die ersten Worte gab’s Applaus: "Mein Horror: Toter Asphalt, wo guter Wald war, oder Wald, der einmal hätte gut werden können. Nur wegen der überkommenen Ideologie, dass mit Straßen Fortschritt Einzug hielte." Kretschmann verwies aber auch auf Konflikte in EU-Nachbarstaaten, die es zu lösen gelte. Er interessiere sich als Rumänist für solch abgelegenen, bisweilen aus den Augen verlorenen Gegenden, die Ränder Europas, die zunehmend aus dem Fokus der Bundespolitik geraten.

Und Kretschmann appellierte an die Seele der Partei: Die Grünen müssten als parlamentarischer Arm der Klimaschutzbewegung bei der Bundestagswahl viel stärker werden – dafür müsse sie auch aus ihren Versäumnissen lernen. Man dürfe den Menschen Konzepte nicht nur erklären, sondern mehr auf sie zugehen. Zugleich rief er dazu auf, das "sichere Ufer der eigenen Komfortzone" hinter sich zu lassen – ohne dabei den Kompass zu verlieren, dessen Nadel selbst im Finstern immer grün leuchten müsse. Dafür, dem Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen einen neuen "grünen Tarif" durchzugeben, brenne ihm der Kittel, so Kretschmann.

Thomas Zawalski betonte Wirtschaftskompetenz

Thomas Zawalski dagegen betonte in seiner recht nüchternen Rede vor allem seine Wirtschaftskompetenz. Er sei ein Quereinsteiger ohne Parteikarriere, sagte der gebürtige Berliner, der mit seiner Familie in Balingen lebt und als Unternehmensberater und Interim-Manager tätig ist. Von entscheidender Bedeutung bei der kommenden Bundestagswahl sei, so der 62-Jährige, dass die Grünen angesichts der Corona-Krise mehr für Wirtschaftskompetenz stünden. Es brauche nach der Überwindung der Corona-Pandemie eine "neue Normalität", kein Zurück zu Massentierhaltung, zu kurzen Inlandsflügen für kurze Besprechungen, kein Zurück zum "Burnout-Kapitalismus". Dabei müssten wissenschaftliche Erkenntnisse viel stärker als bisher einfließen, so Zawalski.

Der Tübinger Grünen-Bundestagsabgeordnete Chris Kühn sagte, der Gegner bei der kommenden Wahl heiße Thomas Bareiß (CDU). Der Balinger ist seit 2005 direkt gewählter Abgeordneter, überhaupt ist der Wahlkreis seit 1949 fest in der Hand der CDU. Bareiß liefert derweil laut Kühn einige Angriffsflächen: Er sei zwar online in Sozialen Medien überaus aktiv, allerdings vertrete er dabei regelmäßig "Themen von gestern". Als energiepolitischer Sprecher der Unions-Fraktion, so Kühn weiter, habe er ihn als Mann erlebt, der wichtige Zukunftsfragen blockiere. Klaus Harter erinnerte daran, dass Bareiß "aus der Zeitung" davon erfahren habe, dass sie Sigmaringer Kaserne geschlossen werden solle. Daran könne man erkennen, wie gut der CDU-Abgeordnete im Wahlkreis vernetzt sei – nämlich immer nur dort, wo es ihm selbst nütze.

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