Rainer Wursthorn ist der vierte Kandidat bei der diesjährigen Bürgermeisterwahl in Schwenningen. Foto: Wursthorn

Von den vier Kandidaten fürs Amt des Schwenninger Bürgermeisters kommen zwei aus dem Ort und einer aus der Umgebung. Der vierte, Rainer Wursthorn, ist dagegen wirklich von auswärts – und für die Schwenninger ein unbeschriebenes Blatt.

Rainer Engelbert Wursthorn stammt aus Obereschach, das zum Oberzentrum Villingen-Schwenningen gehört, und ist dort auch zuhause. Er ist 55 Jahre alt, ledig, studierter und diplomierter Ingenieur (FH) der Fachrichtung Maschinenbau/Medical Engeneering; derzeit steht er in keinem festen Arbeitsverhältnis.

 

Öffentliche Bekanntheit hat er als Leistungs-, genauer: als Ausdauersportler erlangt; er war jahrelang aktiver Inlineskater, Skilangläufer und Triathlet. Als Wettkämpfer ist er, wie er sagt, in der Welt herumgekommen; er habe dabei eine ganze Menge gesehen und seinen Horizont entsprechend erweitert.

Der erweiterte Horizont ist gewissermaßen Ausgangspunkt seiner jüngsten politischen Ambitionen. Rainer Wursthorn ist, wie er versichert, kommunalpolitisch unvorbelastet. Er hat vor zwei Jahren auf der Liste des Bündnisses 21/Die Pinken für den deutschen Bundestag kandidiert, weil ihn besonders eine Forderung des Bündnisses, dass nämlich Politiker, für das, sie tun und gegebenenfalls anrichten, einstehen und haften sollten, ansprach.

Wursthorn plädiert für mehr Autonomie und Eigenständigkeit der Gemeinden

Danach, versichert er, sei er aber wieder bewusst auf Abstand zu den „Pinken“ gegangen. Überhaupt sei Distanz zu allen Parteien eine Grundhaltung bei ihm – und seiner Ansicht nach auch eine Grundvoraussetzung, um ein öffentliches Amt wie das eines Bürgermeisters in seinem Sinne versehen zu können.

Weshalb? Für den Fall, dass er in Schwenningen gewählt werden sollte, sähe sich Rainer Wursthorn nicht in der Rolle des Gemeindeoberhaupts, sondern in der des Sachwalters der Bürgerinteressen – nicht Obrigkeit, sondern Treuhänder, das sei sein Amtsverständnis, betont er, und mit diesem Auftrag vertrage sich ein parteipolitischer Hintergrund seiner Ansicht nach nicht gut – Partei bedeute Teil, nicht Ganzes.

Er plädiert dafür, die Rechte der Gemeinden zu stärken und mehr Autonomie und Eigenständigkeit zu wagen: Man lebe in einer Zeit des Umbruchs, und da müsse man bereit und fähig sein, Altes aufzugeben, die Handläufe der Treppen einmal loszulassen und sich auf Neues einzulassen.

Einen Wahlkampf mit Flyern und Plakaten wird es nicht geben

Warum gerade Schwenningen? Rainer Wursthorn kennt die Gemeinde als Durchreisender; sie macht auf ihn den Eindruck einer selbstständigen, fest gefügten ländlichen Gemeinde, was ihn allemal anspricht – „ich bin kein Stadtmensch“.

Im übrigen habe sich die Kandidatur ergeben, weil der Posten des Bürgermeisters gerade jetzt, da für ihn selbst die Zeit reif sei, besetzt werden müsse. Einen Wahlkampf mit Flyern und Plakaten werde er jedoch nicht führen; er habe nichts zu verkaufen, wohl aber ein Angebot – „ich, so wie ich bin“.

Am 18. Januar stellen sich die Kandidaten den Schwenningern vor

Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung am Donnerstag, 18. Januar, wird Rainer Wursthorn zugegen sein – da die Kandidaten in der Reihenfolge, in der ihre Bewerbungen, eingingen, sprechen werden, ist er als Vierter an der Reihe – zuerst spricht Florian Lessner, danach Thomas Blazko und als Dritter Ewald Hoffmann.

Den Bewerbern stehen maximal 15 Minuten Redezeit zur Verfügung; die Bürger können ihrerseits 15 Minuten lang Fragen an jeden Kandidaten richten, wobei bis zu zwei kurze Fragen pro Person gestattet sind und die Frage höchstens eine Minute dauern darf. Gewählt wird am Sonntag, 4. Februar; sollte eine Stichwahl erforderlich sein, findet diese am Sonntag, 18. Februar, statt.