Außer dem Amtsinhaber will bislang kein weiterer Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Straubenhardt antreten. Die Kommunalaufsicht sieht darin keine Probleme und sagt sogar, dass das "landesweit und im Enzkreis" sogar häufig vorkommt. Foto: Kastl

Am 18. April wird in der Gemeinde Straubenhardt ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Noch scheint es kein aufregendes Kopf-an-Kopf-Rennen zu geben. Immerhin hat bislang nur der Amtsinhaber seine Bewerbungsunterlagen eingereicht. Die Kommunalaufsicht sieht darin kein Problem.

Straubenhardt - Straubenhardts amtierender Bürgermeister Helge Viehweg hat seine Bewerbungsunterlagen pünktlich zum Bewerbungsstart – noch in der Nacht des 6. Februars – in den Rathaus-Briefkasten eingeworfen. Nach Angaben von Jasmin Becht, Abteilungsleiterin für Bürgerservice und Ordnung der Gemeinde, hat bislang noch kein weiterer Bewerbungsbogen seinen Weg ins Rathaus gefunden. Was bedeutet: Stand jetzt tritt Helge Viehweg ohne Konkurrenz zur Wahl an. Mehr als die Hälfte der Bewerbungsfrist ist inzwischen verstrichen. Nur noch bis zum 22. März können interessierte Kandidaten ihren Hut in den Ring werfen.

Nach Angaben von Maral Saraie, Leiterin des Kommunal- und Prüfungsamtes beim Landratsamt Enzkreis, sei an einer Bürgermeisterwahl mit nur einem Kandidaten rechtlich nichts auszusetzen. Sie sagt: "Das Gesetz fordert keine Mindestzahl an Bewerbern."

In der Durchführung ändert sich nichts

Auch in der Wahlvorbereitung und der Durchführung mache es laut der Kommunalaufsichtsleiterin keinen Unterschied, ob nun einer oder mehrere Kandidaten auf dem Wahlformular stünden. Wahlberechtigte hätten aber so oder so die Möglichkeit, "unabhängig von der Kandidatenzahl über die freie Nennung weitere Kandidaten auf dem Stimmzettel zu notieren".

Laut baden-württembergischem Serviceportal werden Bürgermeisterwahlen "nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl durchgeführt". Dabei gilt der Bewerber als gewählt, "der mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erhalten hat". Aber hieße das, dass bei einer Bürgermeisterwahl mit nur einem Kandidaten nur eine Stimme für den Bewerber ausreichen würde, um diesen an die Rathausspitze zu befördern?

"Nicht ganz", sagt Saraie. "Die Mindestanforderung wären zwei Wähler, die dann beide den Einzelbewerber wählen müssten." Bei drei Wählern müssten auf den Einzelkandidaten auch mindestens zwei Stimmen ­entfallen.

Job wird offenbar zunehmend unattraktiv

Zugegeben: Dass am 18. April nur zwei oder drei Straubenhardter Wahlberechtigte ihre Stimmen abgeben, ist höchst unwahrscheinlich. 2013 lag die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl im Ort bei 62,33 Prozent. Damals erhielt Viehweg bereits im ersten Wahlgang 54 Prozent der Stimmen. Die Leiterin der Kommunalaufsicht erklärt, dass es "landesweit und im Enzkreis" sogar "häufig vorkommt", dass bei einer Bürgermeisterwahl nur ein Kandidat zur Wahl steht – auch wenn die Behörde darüber keine Statistik führe. Es sei aber deutlich zu beobachten, "dass der Beruf Bürgermeister für weniger Menschen attraktiv und erstrebenswert ist als beispielsweise vor 20 Jahren". Das schlage sich eben auch in den Bewerberzahlen nieder.