Oberbürgermeister Julian Osswald gratuliert Jacques Kossowski bei der Überreichung der Bürgermedaille. (Archivfoto) Foto: Schwarz

Der erste Träger der neuen Bürgermedaille aus Freudenstadt ist der Bürgermeister der französischen Partnerstadt Courbevoie, Jaques Kossowski. Vor ihm, in der ersten Prägung, wurde nur knapp 20 anderen Menschen diese Ehre zuteil.

Jaques Kossowski, Bürgermeister der französischen Partnerstadt Courbevoie, ist der Erste. Ihm verlieh Oberbürgermeister Julian Osswald beim Neujahrsempfang im Januar die Bürgermedaille der Stadt Freudenstadt.

 

Es war die 20. Bürgermedaille seit 1965 und die erste zugleich. Denn es handelte sich um eine neue Prägung einer vergoldeten Medaille. Der Stadtverwaltung waren die Verdienstmedaillen ausgegangen.

Es ist lang her. Mit Beschluss vom 23. Juni 1964 stiftete der Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Gerhard Wolf die Bürgermedaille. Sie soll an „Persönlichkeiten verliehen werden, die aus Freudenstadt stammen oder in Freudenstadt wohnen oder deren Schaffen sich in besonderer Weise auf Freudenstadt erstreckt und die durch eine hervorragende Leistung oder durch ihr ganzes Lebenswerk einer besonderen, ehrenden Auszeichnung der Stadt Freudenstadt würdig sind“. So steht es in der „Ehrenordnung“ der Stadt.

Entwurf von Martin Kunz

Dort findet sich auch der Satz: „Der besondere Wert der Auszeichnung liegt in ihrer Seltenheit.“ Inzwischen wurde 2021 unter Oberbürgermeister Julian Osswald diese Ehrenordnung neu gefasst. Darin ist alles geregelt, was sich an Ehrungen regeln lässt bis hin zur Blumenschale für den 101. Geburtstag oder zur Kranzschleife, wenn man diesen nicht erlebt.

Damals, in den Sechzigern, hatte der Gemeinderat einen Entwurf von Künstler Martin Kunz aus Stuttgart-Heumaden am besten gefunden. Kunz wurde beauftragt, einen Stempel zu fertigen, nach dem zunächst 20 Bürgermedaillen geprägt wurden.

Ein Dutzend davon verlieh bis 1981 Bürgermeister Gerhard Wolf. Erste Träger waren Eugen Steurer und Walter Schöpp im Jahr 1966. Später kamen Persönlichkeiten wie Berta Huss, Martin Haug, Robert Bürkle, Ludwig Schweizer, Karl Weidenbach, Johannes Blötscher, August Bilger, Otto Böhringer und Gottlob Günter hinzu.

Wesentlich sparsamer verlieh Wolfs Nachfolger Hans Pfeiffer die Medaillen an Karl Sängle (1986) und Gerhard Hertel (1989). Und auch Erwin Reichert zeigte sich knauserig mit nur drei Verleihungen an Juliette Bourgeois (1999), Fritz Fischer (2001) und Claude Kuntz (2001).

Der jetzige Rathaus-Chef Julian Osswald hielt sich ebenfalls zurück und bedachte 2011 Otto Dewitz mit der Auszeichnung. Als dann 2019 für Exbürgermeister Gerhard Link die gleiche Ehrung anstand, bemerkte man zweierlei: Erstens gab es im Tresor nur noch eine von den einst 20 Medaillen und damit fehlte – zweitens – genau ein Exemplar. Das bisher auch noch nicht wieder gefunden ist.

Wieder einmal war der Heimat- und Museumsverein für Stadt und Kreis Freudenstadt (HMV) zur Stelle. Zwar war auch der Stempel aus dem Jahr 1965 bei der Familie des inzwischen verstorbenen Künstlers nicht mehr aufzutreiben, aber eine Vorlage war noch vorhanden und so legte die „Münze“ in Tübingen eine zweite Serie von zehn Bürgermedaillen auf.

„Ahnentafel“ im Rathaus

Davon erhielt Kossowski das erste Exemplar. Dessen französischer Amtsvorgänger, Bürgermeister Charles Deprez, Mitbegründer der Städtepartnerschaft mit Courbevoie, ist übrigens der einzige Würdenträger, der sowohl mit der Ehrenbürgerschaft die höchste Ehre trägt, die die Stadt Freudenstadt verleihen kann, als auch mit der Bürgermedaille ausgezeichnet ist.

Alle Träger der Medaille sind übrigens in einer Art „Ahnentafel“ mit Porträtfotos aufgelistet im Obergeschoss des Rathauses.