Seit Jahrzehnten wünschen sich die Schutterzeller eine Begegnungsstätte, die Kultur und Sport verbinden soll. Jetzt wird das Millionen-Projekt umgesetzt. Mit dem symbolischen Spatenstich beginnen nun die Bauarbeiten des Bürgerhauses.
Der Bagger steht bereit, es kann nun losgehen mit dem Bau des Bürgerhauses in Schutterzell, auf das zahlreiche Neurieder lange warten mussten – sage und schreibe 25 Jahre. Zum symbolischen Spatenstich fanden sich am Donnerstagabend Vertreter der Gemeinde, der Kommunalpolitik sowie die zuständigen Büros und Firmen am Standort „Am Sportplatz“ ein, wo bis in anderthalb Jahren das neue Bürgerhaus fertiggestellt sein soll.
„Das lange Warten hat ein Ende, so könnte man die Freude auf den heutigen Tag beschreiben“, sagte Schutterzells Ortsvorsteher Thomas Eble. So seien bis zur Umsetzung des Bürgerhaus-Projekts drei Bürgermeister, drei Ortsvorsteher und die jeweils amtierenden Ortschafts- und Gemeinderäte daran beteiligt gewesen. „Es gab Höhen und Tiefen bei der Planung, es wurden zahlreiche Sitzungen, Besprechungen und auch Diskussionen über Sinn und Unsinn des Projekts abgehalten“, resümierte Eble.
Neuried erhält Förderung von 900.000 Euro
Umso größer sei die Freude, dass Bürgermeister Tobias Uhrich und der Gemeinderat von Neuried in den vergangenen Jahren der Planungsphase geschlossen hinter dem Projekt gestanden haben. „Das war nicht immer einfach, denn seit der Coronakrise hatten wir uns mit erheblichen Preissteigerungen auseinanderzusetzen, die danach auch durch die Haushaltsberatungen gebracht werden mussten“, sagte Eble.
Für das seit 2004 „rollende Projekt“ wie es Bürgermeister Tobias Uhrich beschrieb, sei man zunächst mit Investitionen in Höhe von 1,4 Millionen Euro ausgegangen – „doch dann kam eine Krise nach der anderen und die Kosten sind explodiert“, erklärte Uhrich. Stand heute müssten für das Bürgerhaus 4,8 Millionen Euro eingeplant werden. Das Land Baden-Württemberg unterstützt das Vorhaben im Rahmen des ELR „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ mit rund 900.000 Euro.
Das Bürgerhaus soll ein multifunktionales Gebäude werden, das den heutigen Bedürfnissen in Bezug auf sportlicher oder kultureller Nutzung einer modernen Gesellschaft entspricht. „Ein Haus, das nicht nur für Schutterzell gebaut wird, sondern für ganz Neuried eine Bereicherung sein soll“, machten sowohl Eble als auch Uhrich deutlich. „Wir bauen hier nur die Räumlichkeiten, aber letztlich liegt es an den Bürgern, was daraus entstehen wird“, so Uhrich, der hofft, dass die Neurieder Bürger und Vereine das Haus mit Leben füllen werden.
Für die Gestaltung und Entwicklung ist das Architekturbüro Erny aus Rust zuständig. „Das Projekt hat mit der Verbindung aus Mehrzweckhalle und Bürgerhaus eine interessante Aufgabenstellung“, sagte Günther Erny. So müssten sowohl die sportliche Ausrüstung als auch die Medientechnik passen. Auch auf die Holzbauweise kam Erny zu sprechen. Wichtig sei, dass man das Bürgerhaus als öffentliches Gebäude wahrnehme. Insgesamt gebe es eine Nutzfläche von 780 Quadratmetern.
„Ab jetzt kann man sozusagen live den Fortschritt auf der Baustelle bis zum fertigen Bürgerhaus beobachten“, so Eble zum Abschluss und wünschte den Firmen gutes Wetter und unfallfreies Arbeiten.
ELR-Förderung
„Einen nicht unerheblichen Teil zur Umsetzung des Projekts leistet auch der positive Zuwendungsbescheid des Landes Baden-Württemberg, das sich mit dem Förderprogramm ELR Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum an den Kosten beteiligt“, so Ortsvorsteher Thomas Eble und dankte – wie auch Bürgermeister Tobias Uhrich in seiner Rede – allen Beteiligten des Landratsamts Ortenaukreis bis zum Ministerium Ländlicher Raum in Stuttgart. Einen besonderen Dank galt dem Landtagsabgeordneten Volker Schebesta, der sich poltisch enorm für das Bürgerhaus eingesetzt habe. Vertreten für das Landratsamt war Ulrike Meier zum Spatenstich gekommen und ermutigte in ihrer Rede die Gemeinde einmal mehr, das ELR weiterhin zu nutzen.