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Brigachtal Wenn Oma die Enkel nicht mehr kennt

Von

Von­ Ursula Kaletta

Brigachtal. "Demenz, ist das ein Tier wie ein Krebs?" Diesen Titel wird das Buch bekommen, an dem rund 50 Brigachtaler Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren schreiben. Motiviert wurden sie dazu von Caritas-Sozialarbeiterin Iris Weißer.

In ihrer beruflichen Tätigkeit ist sie bestrebt, mit Kindern Themen anzugehen, die zum Leben dazu gehören, so auch die Demenz. Bevor die Kinder begannen, darüber kleine Geschichten zu schreiben, wurde über die Demenz gesprochen. Die Mädchen und Jungen, erfuhren, dass es eine Krankheit ist, die hauptsächlich alte Menschen bekommen.

Wie diese sich auswirkt wurde mit Hilfe von Tierbildern verdeutlicht. Das Pferd als ein Zeichen für die Unruhe, ein Papagei für den Zorn, die Katze ist anschmiegsam, das Nilpferd zieht sich zurück, der Delfin ist glücklich und das Krokodil frisst die Worte, ein Symbol für die verloren gegangene Wortfindung.

Alle diese Symptome können bei einem Demenzkranken auftreten, wurde den Kindern verdeutlicht. Dabei erkannten einige, dass auch in ihrer Familie diese Krankheit ein Thema ist, und es tat ihnen gut, darüber zu erzählen und zu schreiben. Das habe gezeigt, wie unkompliziert die Kinder damit umgehen können, hat Iris Weißer festgestellt. Geschrieben wurde von allen mit großem Eifer. Manche berichteten von Oma und Opa, die sich plötzlich verändert haben: Sie sind vergesslich geworden, sie verlaufen sich und sie erkennen die eigenen Kinder und Enkel nicht mehr. "So ist es bei meiner Oma. Sie lebt jetzt in einem Heim. Wenn wir sie besuchen, erkennt sie uns nicht, aber ich spüre, dass sie sich freut. Ich habe meine Oma sehr lieb", so schreibt rührend eine der jungen Autorinnen.

Eine andere berichtet, dass ihre Oma in einen Bus gestiegen ist und nicht mehr wusste, wo sie aussteigen muss. Selbst Erlebtes und Erfahrenes mit Familienangehörigen wird von den Kindern aufgeschrieben, aber auch die Fantasie eingesetzt. Einige der jungen Schreiber haben sich Geschichten ausgedacht, ein Zeichen dafür, wie aufmerksam und interessiert sie sich mit diesem Thema beschäftigen.

Ein Zwölfjähriger hat sich Gedanken darüber gemacht, ob auch Tiere Demenz bekommen, und er hat eine Fabel über zwei Katzen geschrieben, die sich liebevoll um einen erkrankten Hund kümmern. Inzwischen sind viele Geschichten entstanden, die Iris Weißer als Manuskript zusammenfassen wird. Sie selbst schreibt für Eltern und Erzieher ein Kapitel über den Umgang mit Demenz in der Familie. Eva Maria Popp, Buchautorin und Freundin von Iris Weißer, schreibt die Einleitung, und eine weitere Autorin, Bianca Mattern, ist mit einer Geschichten für Kinder dabei. Im letzten Teil des Buches werden die Erzählungen der Kinder veröffentlicht, mit Vorname und Alter. Besonders erfreut sind die Beteiligten, dass sich der Schauspieler Til Schweiger bereit erklärt habe, das Vorwort zu verfassen. Das Buch erscheint voraussichtlich im September.

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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