Thorsten Frei besucht die Hofstelle von Bio-Landwirt Mathias Friedrich in Bräunlingens Ortsteil Bruggen. Foto: Büro Frei Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Bürgermeister Bächle ist zufrieden / Thorsten Frei besucht die Zähringerstadt

Thorsten Frei besuchte jüngst den Hof des Bruggener Bio-Landwirts Mathias Friedrich und sprach mit Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle und den Gemeinderäten über weitere politische Themen.

Schwarzwald-Baar-Kreis. Bräunlingens Bürgermeister Micha Bächle betonte beim Besuch von Thorsten Frei in der einstigen Zähringerstadt, dass er seine Stadt auf einem guten Weg sehe. "Der Bahnanschluss an die Breisgau-S-Bahn wird uns einige Verbesserungen bringen, unter anderem die fehlende Busverbindung in unseren größten Stadtteil Döggingen. Auch Mistelbrunn wird besser über den ÖPNV angebunden."

Auf die große Nachfrage nach Bauflächen könne die Stadt ebenfalls reagieren. In Waldhausen würden derzeit 17 künftige Bauplätze erschlossen. Und in der Kernstadt entstehe auf dem Bregenberg ein neues Baugebiet mit Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbau. "Hier kann ab 2021 gebaut werden. Baugenehmigungen werden wegen des Ende 2020 auslaufenden Baukindergelds aber auf Wunsch noch Ende 2020 erteilt", sagt Bächle.

Thorsten Frei betonte in der Runde der Fraktionsvertreter im Rathaus, dass für ihn diese Gemeindebesuche ein wichtiger Spiegel für seine Berliner Arbeit seien. So reagiere Berlin etwa auf die Nöte am Wohnungsmarkt nicht nur in den Großstädten, sondern sorge mit den geplanten Änderungen auch für mehr Handlungsspielraum in kleineren Kommunen, wenn es ums Bauen gehe. "Natürlich müssen wir auf den Flächenverbrauch achten und beispielsweise mit Geschosswohnungsbau verdichteter bauen. Aber die Attraktivität einer Kommune lebt auch vom Zuzug und der Möglichkeit des Bauens", erklärte Frei.

Der Flächenverbrauch werde aber auch durch inzwischen zu strenge Regelungen beim Brand- oder Denkmalschutz, aber auch den Mieterschutz forciert. So könne die modernisierte Kaplanei wegen unzureichenden Brandschutzes nicht vermietet werden. Häuser würden wegen Denkmalauflagen nicht saniert und viele Einliegerwohnungen nach schlechten Erfahrungen mit Mietern, die man wegen des Mieterschutzes kaum mehr los bekommen habe, inzwischen leer stehen, so der Tenor. "Wenn man auf die Mieteinnahmen nicht mehr angewiesen ist, lässt man die Wohnung lieber leer stehen", heißt es aus Ratskreisen.

Thorsten Frei pflichtete den Räten bei: "Ein Denkmal ist für mich besser, wenn es genutzt wird." Vertretbare Eingriffe sollte man deshalb erlauben. Insgesamt werde man aber doch deutlich mehr bauen müssen, um auch den Druck aus dem Markt nehmen zu können. "Eine Mietpreisbremse hilft nur vorübergehend und schafft vor allem nicht eine einzige neue Wohnung."

Mit einem blauen Auge davon gekommen ist der Bräunlinger Wald im trockenen Sommer. "Die Schäden sind bei uns nicht ganz so dramatisch. Aber das generell viele Schadholz macht natürlich die Marktpreise kaputt", meint Bürgermeister Bächle. Über einen Notfall-Fonds würden Bund und Land zumindest die Verluste teilweise ausgleichen. Und 500 Millionen Euro wolle Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mittelfristig für die Wiederaufforstung durch trockenheitsresistentere Baumarten bereitstellen.

Zuvor besuchte Frei die Hofstelle von Mathias Friedrich in Bruggen. Der junge Bio-Landwirt hat hier vor zwei Jahren eine imposante Heutrocknungsanlage errichtet, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit der Heuverfütterung erreicht er mit seinen 120 Milchkühen eine deutlich höhere Milchqualität als mit üblicher Silage. Und in vier Wochen wird der benachbarte neue Stall mit 9000 Legehennen bestückt, die täglich über 8000 Eier in Bio-Qualität liefern werden. Die Hennen leben in Freilandhaltung auf vier Hektar Freifläche.

Die Vermarktung der Eier erfolgt über eine zentrale Abnahme. Diese vermarktet die Eier über die bekannten Supermärkte wie Edeka oder Rewe.

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