Das Schindeldach der Antoniuskapelle ist sanierungsbedürftig. Foto: Pfannes Foto: Schwarzwälder Bote

Engagement: Antoniuskäppele in der Bitze sucht Bürger für Erneuerung des maroden Schindeldachs

Gotthard Meis Herz schlägt für das Antoniuskäppele in der Bitze in Bösingen. Weil das Schindeldach zeitnah erneuert werden sollte, nutzt er die Gelegenheit, im Gemeinderat auf dieses Kleinod hinzuweisen. Sein Wunsch: Bürger für ein Engagement zu gewinnen.

Bösingen. Das Antoniuskäppele wurde 1874 gebaut und im selben Jahr eingeweiht. Die Bösinger Bürgerin Katharina Lepsch (1834 bis 1898) stiftete dieses Kleinod in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchenstiftungspflege. Es zählt zu den für die Region charakteristischen Flurkapellen.

Die Statue des heiligen Antonius stammt angeblich aus der Erbauungszeit. Tau-Kreuz und Schwein sind Attribute von Antonius dem Einsiedler. Der im Volksmund wegen seines Attributs auch Sau-Toni oder Sau-Done genannte Heilige gilt als Schutzpatron der Bauern und ihrer Nutztiere.

Die Kapelle wird zur Privatandacht gerne benützt. Das Grundstück am Ortsende der Bitze gehören seit längerer Zeit der Gemeinde. 2018 fanden jüngste Sanierungsarbeiten statt. Das Dach blieb dabei ausgespart. Da kein Geld für diese Renovierung auf der Straße liegt, regt Gotthard Mei andere Wege an.

Er möchte Fürsprecher gewinnen, engagierte Bürger, jüngere Gemeinderäte, aber auch der Generationenwechsel im Förderkreis Marienkapelle wird angesprochen. Außerdem blickt er Richtung Bernadette Stritt, Vorsitzende des Heimatpflegevereins.

Einen Sonntagnachmittagsausflug regt der Bösinger Bürger an. Dann werde man zwischen Bitze, Löhrenwald und Sportplatz mit einem Superblick Richtung Osten, Richtung Kleiner Heuberg, belohnt. Ein Spielplatz direkt am Käppele dürfte ein Anreiz für junge Bösinger sein, ihre Eltern zu begleiten.

Bürgermeister Johannes Blepp weist auf die Schönheit eines Schindeldachs hin, aber auch auf die Höhe der Kosten. Er erinnert sich noch gut an den ersten Gottesdienst im Freien in Corona-Zeiten beim Käppele im vergangenen Jahr.

Pfleger und Hüter der Kapelle war von 1978 bis zum Frühjahr 1989 die Nachbarsfamilie Gaus. Sie kümmerte sich um den Blumenschmuck, das Reinigen und den Schließdienst der Kapelle und pflegte die Außenanlage. Danach übernahmen 20 Jahre lang Johanna und Albert Heim dieses Ehrenamt, seit 2009 engagieren sich Walburga und Werner Müller.

Namenstag des heiligen Antonius ist der 13. Juni. Irgendwann braucht ihn jeder einmal im Leben, weiß Gotthard Mei. In vielen Ländern wird der heilige Antonius zum Wiederfinden verlorener Sachen angerufen. In Bayern hat sich wegen des Patrons der verlorenen Dinge der Name "Schlampertoni" entwickelt.

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