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Blumberg Protest gegen "Riesenwindräder"

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Die Windkraftanlagen auf dem Ettenberg und der Länge von der Grillhütte an der Pfohrener Halde aus gesehen. Hier handelt es sich um eine Visualisierung beziehungsweise Fotomontage des Überlinger Landschaftsarchitekten Ulrich Bielefeld im Auftrag der Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds.(Fotomontage) Foto: Bielefeld

Blumberg - Gegen die 13 geplanten Windräder auf dem Ettenberg und auf der Länge regt sich jetzt erstmals Protest aus der Region.

Bisher war der Widerstand von einer Anti-Windkraft-Bewegung aus Stühlingen und der Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds auf die Baar "importiert" worden.

Am Montag gab Lucia Bausch aus Hondingen bekannt, dass sie zusammen mit 84 weiteren Hondingern beim Landratsamt Widerspruch gegen "13 Riesenwindräder von 230 Metern Höhe und der Rodung von 17 Hektar Wald" eingelegt hat.

Für Lucia Bausch war in den vergangenen Tagen Klinkenputzen angesagt. Sie lief in Hondingen von Haustür zu Haustür, um ihre Mitbürger zum Kampf gegen die beiden Windparks auf dem Ettenberg und der Länge zu motivieren.

Bei den vielen Gesprächen habe sie die Erfahrung gemacht, dass es vielen im Dorf genauso wie ihr ergangen sei: Zwar habe man gewusst, dass die Windkraftanlagen irgendwann kommen sollen. Dass diese aber schon genehmigt worden seien und im Herbst mit den Rodungsarbeiten begonnen werde, habe sie dann doch überrascht. Und Widerspruch einlegen könne man ja erst dann, wenn etwas den behördlichen Segen habe. "Wir wehren uns, weil wir uns übergangen fühlen", sagt Lucia Bausch.

Bürgermeister Markus Keller ordnet in seiner Stellungnahme das Thema politisch ein und skizziert die Rahmenbedingungen, unter denen sich der Blumberger Gemeinderat mit dem Thema auseinandergesetzt hatte. Danach beschäftige das Thema Windenergie alle Städte und Gemeinden seit der Landtagswahl 2011. Damals sei auf Landesebene das politische Ziel formuliert worden, in Baden-Württemberg mehr Energie aus Wind zu gewinnen. Aus diesem Grund seien die Kommunen quasi verpflichtet worden, den Flächennutzungsplan fortzuschreiben. Das Verfahren sei öffentlich beraten und die sogenannten Träger öffentlicher Belange gehört worden. "Der einzige mögliche Standort war der Ettenberg", so Keller. Alle anderen Standorte habe der Gemeinderat aus verschiedenen Gründen (zum Beispiel Abstandsflächen oder Artenschutz) ausgeschlossen. "Wir haben öffentlich beraten", schreibt der Rathauschef weiter. Er verweist außerdem darauf, dass auf seinen persönlichen Wunsch hin beispielsweise am 13. Oktober ein öffentlicher Zwischenbericht vorgestellt wurde. Und er erinnert an eine öffentliche Bürgerinformation, die Ende vergangenen Jahres in Ried­öschingen stattfand.

"Ich meine auch, dass die Presse mehrfach und gut verständlich berichtet hatte. Daher kann ich nicht nachvollziehen, warum der Eindruck entstanden sein soll, dass die Öffentlichkeit nicht informiert wurde. Wir haben hier deutlich mehr als rechtlich vorgeschrieben kommuniziert." Gleichzeitig sei es absolut legitim, wenn Widersprüche oder Unterschriftenlisten für oder gegen ein Projekt entstehen. Dafür gebe es ja die Einspruchsfristen.

Hondingens Ortsvorsteher Horst Fürderer wurde einen Tag bevor die Unterschriftenliste im Landratsamt abgegeben wurde von der Initiatorin in einem kurzen Telefongespräch von der Aktion unterrichtet. Er betont, dass er dem Thema "Windkraft in unserer Region" skeptisch gegenüberstehe. Das habe er unter anderem auch dadurch dokumentiert, dass er als Gemeinderat dem Bauantrag des Betreibers Green City über fünf Anlagen im Gebiet Ettenberg im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 15. Dezember 2016 nicht zugestimmt habe.

 
 

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Cornelia Spitz

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