Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Blumberg Projekt als Ausdruck der Gemeinschaft

Von
Stefan Hamburger, Jürgen Scherzinger, Rainer und Michael Parschau (von links) arbeiten gemeinsam Hand in Hand, um ihr Herzensprojekt zu vollenden.Fotos: Bäurer Foto: Schwarzwälder Bote

Drei Familien errichten in Achdorf zusammen mit Mitbürgern und Handwerken ein Gotteshaus – Schutzpatron wird der Heilige Jakobus.

Blumberg-Achdorf. Seit einigen Monaten wird in Achdorf ein Gebäude erbaut, dessen Art heutzutage nicht mehr oft errichtet wird. Im sogenannten "Kaiserhof" im Gewann "Auf Kellen" entsteht eine neue Kapelle, welche in Eigenregie durch die Achdorfer Familien Scherzinger, Hamburger und Parschau verwirklicht wird.

Bereits vor rund drei Jahren hatte Jürgen Scherzinger den Gedanken, eine eigene Kapelle zu errichten, nachdem er zuvor einige Kapellen im Urlaub in Südtirol oder anderen Orten besucht hatte. Die Faszination dieser kleinen Gotteshäuser und die Leidenschaft zu seinem Beruf des Zimmermanns ließen die Gedanken einer eigenen Kapelle zu einer immer größeren Idee werden.

Motiviert, etwas für die Allgemeinheit zu tun, wurden die Gedanken wenig später in Worte gefasst. So erzählte Jürgen Scherzinger zunächst seiner Lebensgefährtin Edith Kunzelmann und anschließend seinem Nachbarn und guten Freund Michael Parschau davon. Auch sie befanden die Idee eine tolle Sache und erklärten sich bereit, an diesem Projekt mitzuwirken.

Schließlich stellte sich die Frage nach einem geeigneten Platz sowie einem Plan der konkreten Verwirklichung. Als Jürgen Scherzinger einen entsprechenden Platz gefunden hatte, der sich allerdings nicht auf seinem Privatgrundstück befindet, fasste er sich an der Fasnet 2019 ein Herz und erzählte den Grundstücksbesitzern Ulrich und Stefan Hamburger von seiner Idee. Als sich nach der Fasnet herausstellte, dass dies keine "Schnapsidee" war, waren die Herren Hamburger von dem Gedanken durchaus begeistert. Zumal an dieser Stelle bereits ein Feldkreuz der Familie steht.

Kurz darauf ging es dann in die Planungsphase. Nach ein paar Planungsgesprächen zu organisatorischen und baulichen Voraussetzungen erfolgte im Frühling dieses Jahres der Spatenstich. Schnell stellte sich heraus, dass die Begeisterung noch größere Wellen schlagen würde. So beteiligten sich immer mehr Mitbewohner aus Achdorf sowie aus den umliegenden Nachbarorten und halfen beim Bau der Kapelle mit.

"Die Hilfsbereitschaft der Menschen hat uns sehr berührt." Das sagt der Bauherr Jürgen Scherzinger. Unbeschreiblich groß sei die Unterstützung durch örtliche Handwerksbetriebe sowie Privatpersonen. So konnte aus Sponsoring und Spendengeldern zum Beispiel Eisen und Beton für das Fundament, Holz, Farbe, Blech, die Ziegel sowie die Fenster für den Bau der Kapelle bezogen werden. Weiterhin konnte eine Werkstatt kostenfrei benutzt werden.

Das kleine Gotteshaus, welches vom baulichen Stil die Pfarrkirche St. Nikolaus im Kleinen abbildet, soll ein Ort der Begegnung für alle werden. Ebenso wie die große Nikolauskirche bekommt die Kapelle einen Zwiebelturm. Die Glocke, welche vor zwei Wochen in Innsbruck gegossen wurde, enthält neben einem Spruch eine Jakobsmuschel.

Nachdem der Rohbau bereits steht und auch der Turm schon aufgesetzt ist, wurde am vergangenen Freitag in kleinem Rahmen das Richtfest gefeiert. Dem Anlass würdig und in Zimmermannstracht sprach der Bauherr Jürgen Scherzinger den Richtspruch. "Mit Fleiß vom Morgen bis zur Nacht wurd’ unser schönes Werk vollbracht." Der Spruch solle Segen für die Familien bringen sowie Heil und Glück für alle Zeit.

An der Kapelle führen drei bekannte und gut frequentierte Wanderwege vorbei. Der Schluchtensteig, der neue Premiumwanderweg "WasserWeltenSteig" sowie ein Teilstück des Jakobsweges. Aus diesem Grund wird die Kapelle auch den Namen des Heiligen Jakobus tragen. Dieser schöne Ort sei ideal für diese Kapelle, sind sich die Initiatoren einig. Viele Wanderer können zukünftig in der Kapelle kurz verschnaufen und zur Ruhe kommen; die Kapelle werde bis auf die Wintermonate tagsüber für alle Personen geöffnet sein. Bereits jetzt haben viele Wanderer, die vorbeikamen, die Baustelle bestaunt und das Projekt gelobt. Es hätten sogar schon einmal zwei Wanderer darin übernachtet, berichtet Edith Kunzelmann. Die Initiatoren freuen sich, dass sie gemeinsam die Idee umgesetzt haben und die Kapelle so gut angenommen und befürwortet wird. Dies zeigt erneut das intakte Gemeindeleben im Tal sowie den christlichen Bezug der Dorfgemeinschaft.

Wer helfen oder etwas spenden möchte, kann sich bei Jürgen Scherzinger melden, Telefon 07702/47 63 89.

Der heilige Apostel Jakobus gehörte laut biblischer Überlieferung mit seinem jüngeren Bruder Johannes zu den ersten Jüngern Jesu, bei dessen Verklärung und Gefangennahme er dabei war. Der Heilige Jakobus ist der Patron der Pilger und wird häufig mit Pilgerstab und Hut dargestellt. Sein Grab im spanischen Santiago de Compostela ist Ziel des 800 Kilometer langen Jakobsweges, welcher auch an der neuen Jakobuskapelle in Achdorf vorbeiführt. Zu Ehren des Schutzpatrons soll im nächsten Jahr am Festtag des heiligen Jakobus, der am 25. Juli gefeiert wird, das erste Patrozinium mit Segnung der Kapelle gefeiert werden.

Fotostrecke
Artikel bewerten
1
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.