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Blumberg Anwohner hoffen auf weniger Motorradlärm

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Viele Straßen bei Blumberg sind bei Motorradfahrern äußerst beliebt. (Symbolfoto) Foto: Jag_cz /Fotolia.com

Blumberg - Anwohner an beliebten Motorradstrecken müssen vor allem an Wochenenden viel Lärm ertragen.

Die B  314 zwischen Epfenhofen und Randen, die B 500 oberhalb von Neukirch samt Hexenloch zwischen St. Märgen und Furtwangen oder die L  277, die sich durchs Donautal schlängelt: Das sind Straßen, die bei Motorradfahrern aufgrund ihrer vielen Kurven äußerst beliebt sind und gerade an Wochenenden von ganzen Biker-Scharen unter die Räder genommen werden.

Auf diesen Strecken bringt sich der Motorradfreund mit seiner Maschine in Einklang, er erlebt den Kick beim Beschleunigen und den Tanz der Schräglage. Doch was für die einen Fahrspaß bedeutet, erleben andere, nämlich die Anwohner, als Lärmfrust – wegen des Krachs, der manipulierten Auspuffanlagen entweicht.

Landratsamt sperrt zweite Bergspur

Das Lärmproblem am Randenaufstieg ist seit vielen Jahren bekannt, deshalb sperrt das Landratsamt zwischen April und Oktober an Wochenenden und Feiertagen die zweite Bergspur. Seither ereignen sich zwar weniger Unfälle, viel leiser ist es für die Randener, Epfenhofener und Fützener aber nicht geworden. Das bestätigen die Einwohner der Blumberger Ortsteile immer wieder.

Doch jetzt gibt es Hoffnung auf weniger Motorradlärm: Der Bundesrat hat am Freitag Maßnahmen zur Reduzierung von Motorradlärm beschlossen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sieht dies als großen Erfolg der "Initiative Motorradlärm" an. Blumberg hat sich dem Verband Anfang September vergangenen Jahres angeschlossen. Die Forderungen des Bundesrates gingen in die richtige Richtung, sagt Blumbergs Bürgermeister Markus Keller. Wenn die Forderungen umgesetzt werden, sei das ein guter Schritt. Die größte Hoffnung, endgültig Ruhe für den Randen zu erhalten, sei die Realisierung der Ortsumfahrung. Hier liefen die Planungen. Die aktuelle Situation sei für die betroffenen Anwohner in Randen, Epfenhofen und Fützen eine Zumutung.

"Mit der Entschließung des Bundesrats haben wir eine wichtige Etappe beim Schutz vor Motorradlärm erreicht. Aber wir sind noch nicht am Ziel angelangt. Auch, wenn Land und Kommunen alles ausschöpfen, was gesetzlich möglich ist, muss deutlich mehr getan werden. Motorräder müssen leiser werden und Motorräder müssen leiser gefahren werden", schreibt Hermann in einer Pressemitteilung. Rücksichtsloses Fahren müsse deutlichere Folgen haben. Dafür müssten die rechtlichen Vorgaben erweitert werden. Hier seien insbesondere die Bundesebene und Europa gefragt. Für notwendig halten die Länder es auch, aus Lärmschutzgründen zeitlich beschränkte Verkehrsverbote für Motorräder an Sonn- und Feiertagen zu ermöglichen. Motorräder mit alternativen Antriebstechniken sollten davon ausgenommen werden. Überhaupt solle die Bundesregierung den Umstieg auf nachhaltige und lärmarme Mobilität mit alternativen Antriebstechniken verstärkt unterstützen.

Bürger fühlen sich durch Lärm belästigt

Initiiert durch den Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Thomas Marwein und Sonja Schuchter, Bürgermeisterin von Sasbachwalden, hatte sich im Juli 2019 die "Initiative Motorradlärm" gegründet. Lärmschutzbeauftragter Marwein: "Gestartet sind wir mit 29 Mitgliedern, mittlerweile ist die Zahl auf 98 angestiegen. Die Mitglieder – Städte, Gemeinden und Landkreise – repräsentieren über ein Viertel der elf Millionen Bürger von Baden-Württemberg. Ich kenne keine erfolgreichere Initiative zum Thema Motorradlärm."

Marwein verweist auch auf das aktuelle Umweltgutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen, welches erneut hervorgehoben hat: Dauerhafter Lärm ist nicht nur belästigend, sondern wirkt sich schädlich auf die Gesundheit aus und macht krank.

Viele Bürger fühlen sich durch Straßenverkehrslärm belästigt. Als besonders störend werden einzelne Fahrzeuge empfunden, die aufgrund ihrer Konstruktion sehr laut sind. Dazu gehören insbesondere Motorräder, die über einen speziellen Klangcharakter verfügen.

Der Bestand an zugelassenen Krafträdern in Deutschland steigt kontinuierlich an: Vor 50 Jahren (1970) waren es nur etwa 230.000, zur Jahrtausendwende (2000) waren es mit 3,3 Millionen bereits mehr als das Zehnfache. 2020 ist die Zahl auf über 4,5 Millionen Krafträder angestiegen. Das Ministerium für Verkehr unterstützt Kommunen und Landkreise bei der Anschaffung von Displays gegen Motorradlärm mit bis zu 4000 Euro. Von Motorradlärm geplagte Städte und Gemeinden, sowie Land- und Stadtkreise können sich noch bis zum 30. Juni 2020 für eine Förderung bewerben.

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