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Blick hinter die Kulissen Was macht der "Verwaltungsstab Corona" in Calw?

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Welche Maßnahmen werden ergriffen? Diese Frage stellt sich in Calw der Verwaltungsstab Corona. (Symbolfoto) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Verwaltungsstab Corona der Stadt Calw kommt regelmäßig zusammen, um die neuesten Entwicklungen in Sachen Pandemie zusammenzutragen und auf dieser Basis weitere Entscheidungen zu treffen. Aber wie läuft die Arbeit in so einem Gremium eigentlich ab? Das erfahren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Calw - Nach und nach kommen die Mitglieder des Verwaltungsstabs Corona in den Sitzungssaal. Jeder nimmt seinen Platz am Tisch ein – jeweils mindestens 1,5 Meter vom nächsten entfernt. Die Mund-Nasen-Masken bleiben an. Wie einige Tage zuvor im Calwer Gemeinderat wird auch hier das Bad Wildbader Gremium als mahnendes Beispiel angeführt. Nach der dortigen Gemeinderatssitzung war eine Rätin positiv auf das Coronavirus getestet worden, woraufhin alle in der Sitzung Anwesenden in Quarantäne geschickt wurden. Das will Oberbürgermeister Florian Kling tunlichst vermeiden.

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Gemurre ob dieser Entscheidung gibt es nicht. Überhaupt ist die Stimmung entspannt, es wird gewitzelt. Es ist so ganz anders, als man sich als Laie einen "Krisenstab" vorstellen würde – mit finster dreinblickenden Akteuren und düsteren Prophezeiungen. In Calw ist inzwischen so etwas wie "Krisenroutine" eingekehrt, das hatte Kling schon im Frühsommer deutlich gemacht.

Bund-Länder-Konferenz war Hauptthema

Er hatte den Verwaltungsstab Anfang März ins Leben gerufen, zu einem Zeitpunkt, als das Coronavirus auch Deutschland mit Wucht getroffen hatte. Das Gremium, bestehend aus den Fachbereichsleitern der Stadtverwaltung, Mitarbeitern des Ordnungsamts sowie einiger anderer Abteilungen und dem Stadtbrandmeister Dirk ­Patzelt, befasst sich zum Beispiel mit den jeweilis aktuellen Landesverordnungen und entscheidet in Abstimmung mit dem Landrats- sowie dem Gesundheitsamt, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen.

Entsprechend ist das Hauptthema in der jüngsten Zusammenkunft des Verwaltungsstabs die Bund-Länder-Konferenz am Vortag. Der Teil-Lockdown soll dieser zufolge bis 20. Dezember verlängert werden. Warum genau bis zu diesem Tag weiß Kling auch nicht so genau, räumt er ein. Klar sei natürlich, dass den Menschen das Weihnachtsfest im Kreise der Familie ermöglicht werden solle. Aber warum man dann nicht zum Beispiel den 23. Dezember als Stichtag gewählt habe? Keine Ahnung.

Fest steht derweil: Die Infektionszahlen in Calw und im gesamten Landkreis sind nach wie vor hoch, meint Kling. Erfreulich aber, dass sie nicht mehr so stark steigen wie bis vor Kurzem. Die Auslastung der Krankenhäuser sei laut des OBs "so, dass es gut wäre, wenn nicht noch viel mehr Leute krank werden würden".

Schulferien vorgezogen

Als Leiter des Verwaltungsstabs geht Kling in Kürze alle Ergebnisse der Bund-Länder-Konferenz durch. Maskenpflicht nun auch vor Geschäften, nur noch eine Person pro zehn Quadratmeter im Einzelhandel, vorgezogener Ferienbeginn. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Calw auf mehr als 200 steigen, warnt der OB, müsse man neue Maßnahmen gemeinsam mit dem Landrat Helmut Riegger erlassen. "Aber wir hoffen, dass wir drunter bleiben." Weitere Lockerungen hingegen könnte man bei einer Inzidenz von unter 50 vornehmen. "Aber das ist auch unrealistisch", so Klings Einschätzung. Die Inzidenz gehe zwar derzeit ein wenig runter, liege aber insgesamt auf einem hohen Niveau (146, Stand 27. November, 17.30 Uhr).

Nun kommen die einzelnen Fachbereichsleiter der Verwaltung zu Wort. Drei Schultage fallen in Calw durch die vorgezogenen Ferien weg, sagt Isabel Götz, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur, Tourismus. Eigentlich wollte man den Schulleitern vorschlagen, die Ferien hinten raus zu verlängern. "Aber das ist jetzt obsolet". Die Stadtverwaltung macht ebenfalls länger zu als in "normalen" Jahren, kündigt Marion Buck (Fachbereich I, Steuerung und Service) an. Nämlich von 21. Dezember bis einschließlich 1. Januar.

Nächstes Thema: Böllerverbot. In der Kernstadt gelte dieses ohnehin schon seit Jahren, meint Kling. Sollte man es nun ausweiten?, fragt er in die Runde. Patrick Sekinger, Ortsvorsteher von Stammheim und Holzbronn, weiß von keinen – im wörtlichsten Sinne – Brennpunkten. Matthias Roth, Leiter der Abteilung EDV, aber nennt den Netto-Parkplatz als solchen. Etwas Größeres passiert sei in den vergangenen Jahren nie, berichtet Stadtbrandmeister Patzelt. Mal ein brennender Mülleimer oder eine fehlgeleitete Brandmeldeanlage. Der Verwaltungsstab einigt sich also darauf, das Böllerverbot nicht auszuweiten. Dafür soll aber die Polizei vermehrt Streife fahren.

Ein paar Kleinigkeiten werden geregelt. Der Verkehrsminister möchte sich für mehr Schulbusse einsetzen. Müdes Lachen im Verwaltungsstab. Diskutiert werden Anfragen der Kirche für verschiedene Veranstaltungsformate in der Weihnachtszeit – vorwiegend draußen. "Wir kommen in Teufels Küche, wenn da nachher alle krank sind", formuliert Kling seine Befürchtungen. Götz hingegen sieht das nicht so kritisch, immerhin fänden die Veranstaltungen draußen im Stehen statt, dauern also auch nicht allzu lange. Ein Hygienekonzept muss auf jeden Fall her, da sind sich alle einig. Wenn das passt, stehe den Veranstaltungen nichts im Wege.

Entscheidung über Vorhaben

Götz berichtet davon, dass die Corona-Situation im Kinderhaus Heumaden sich langsam entspannt. Dort waren einige Fälle aufgetreten und deshalb die Kernzeitbetreuung, der Hort sowie die Ganztagsbetreuung geschlossen worden. Die Quarantäne-Zeit neige sich aber dem Ende zu. An der Johann-Georg-Doertenbach-Schule gibt es hingegen einen neuen Fall, meint Götz. Doch, das ist ihr wichtig, keine Ansteckungen seien innerhalb der Schulen geschehen. Es gebe dort keine Infektionsketten. "Deshalb gibt es auch keine Schulschließungen."

Krämermarkt am 9. Dezember – ja oder nein? So die nächste Frage, mit der sich der Verwaltungsstab befasst. Götz, in deren Bereich auch dieses Thema fällt, hat eine Pro- und Contra-Liste erstellt. Kling tendiert zur Pro-Seite. Warum auch nicht, wenn der Einzelhandel offen bleibt?, fragt er. Verena Kossbiel vom Ordnungsamt schlägt vor, den Markt zu verlängern, um ihn etwas zu entzerren. Zudem sollen Schilder aufgestellt werden, die auf die Maskenpflicht hinweisen.

Damit schließt Kling die Sitzung. Zu guter Letzt dürfen sogar die Masken noch ganz kurz abgenommen werden, um ein Schlückchen Sekt zu trinken. Zu feiern gibt es zwar kein Ende der Pandemie, dafür etwas ganz anderes: Die 50-prozentige Förderung der Sanierung des Hesse-Museums durch den Bund. Auch das wohl ein Zeichen der "Krisenroutine". Es geht weiter, es gibt positive Nachrichten. Auch wenn der Verwaltungsstab Corona sicher nicht das letzte Mal getagt haben wird.

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