Alles andere als ein Notnagel: Dekan Beatus Widmann kümmert sich während der Vakatur um die Kirchengemeinde Bitz.Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Pfarrstelle: Beatus Widmann kümmert sich in der Vakatur um die Geschäftsführung der Kirchengemeinde

Nach dem Fortgang von Bärbel Danner steht die evangelische Kirchengemeinde Bitz ohne Gemeindepfarrer da. Die Stelle soll so bald wie möglich besetzt werden; bis es so weit ist, setzt das Dekanat auf Arbeitsteilung.

Bitz. Im Februar verabschiedete sich Bärbel Danner nach 14 Jahren als Gemeindepfarrerin von Bitz und übernahm neue Aufgaben in Mariaberg. Seither ist die Pfarrstelle vakant. Doch das Gemeindeleben geht weiter – wenngleich derzeit, bedingt durch den Ausbruch der Coronapandemie, unter besonderen Bedingungen.

Im März und April war Pfarrer Andreas Haid mit den geschäftsführenden Aufgaben der Gemeinde betraut; Unterstützung erhielt er dabei von der Burladinger Pfarrerin Annegret Liebmann, die sich vorwiegend um die Gottesdienste kümmerte, und von Frieder Gräter aus Gammertingen, der sich des Themas Beerdigungen annahm.

Nun hat Beatus Widmann, Dekan des evangelischen Kirchenbezirks Balingen, zu dem auch Bitz zählt, selbst die Zügel in die Hand genommen und die Vakatur umstrukturiert. Seit 5. Mai ist die ordentliche Stellvertretung des Gemeindepfarrers seine Sache; er kümmert sich im Pfarramt um die Geschäftsführung, Personal- und Finanzverwaltung und Organisation der Gemeinde, managt die Kirchengemeinde während der Vakatur gemeinsam mit Dietmar Scharlach, dem langjährigen Kirchengemeinderatsvorsitzenden, und nimmt zeitgleich den Platz des zweiten Kirchengemeinderatsvorsitzenden in Bitz ein.

Indes zieht er es vor, dabei mehr im Hintergrund zu agieren. Unterdessen hält ein aus vier Pfarrern bestehendes Team das Gemeindeleben am Laufen: Pfarrer Haid, Pfarrerin Liebmann und Pfarrer Gräter werden sich bis auf weiteres um die Beerdigungen kümmern; Pfarrer Christoph Grosse aus Truchtelfingen ist für Angelegenheiten des Kindergartens zuständig.

Widmanns Entscheidung, sich in Bitz selbst in die Pflicht zu nehmen, hat mehrere Gründe, wie er erklärt. Mit der Arbeit, die Pfarrer Haid in den vergangenen zwei Monaten geleistet habe, sei er sehr zufrieden, "aber einige Dinge müssen jetzt angepackt werden, und das möglichst schnell": Die Wiederbesetzung der Pfarrstelle müsse schleunigst vorangetrieben und das Pfarrhaus dringend saniert werden. Das coronabedingte Kontaktverbot hatte zuletzt auch die Arbeit des Kirchengemeinderats und des Dekanats erschwert. Sitzungen konnten nur im kleinen Kreis stattfinden; vieles wurde online besprochen und erledigt. "Das ist schon schwierig und kompliziert genug", erklärt Widmann. "Deswegen habe ich mich jetzt dazwischen geschaltet, damit das beschleunigt wird."

Im Pfarrhaus, das derzeit leer steht, sind Baustellen entstanden, die, wenn alles nach Plan läuft, bis Ende des Sommers erledigt sein sollen. Verkompliziert wird die Sache dadurch, dass das Gebäude eigentlich Eigentum des Landes ist. Da müsse nun viel mit dem Land abgesprochen werden, sagt Widmann, in der kommenden Woche will er sich selbst vor Ort einen Eindruck von den notwendigen Maßnahmen verschaffen. Eine Begehung mit Vertretern des städtischen Hochbauamts, des Kirchenbezirks und der Gemeinde hat stattgefunden; auf das Protokoll wartet Widmann noch. Daher sind ihm die dringendsten anstehenden Baumaßnahmen auch noch nicht bekannt.

Widmann wünscht sich, dass bis zum Ende der Sommerferien ein neuer Pfarrer und mit ihm neues Leben ins Pfarrhaus einzieht. Die Stellenausschreibung steht noch aus, soll nun aber zügig erfolgen. Der Dekan hofft, dass geeignete Bewerbungen beim Oberkirchenrat in Stuttgart eingehen. Ein Gremium entscheidet dann – nach einem Gottesdienstbesuch mit anschließendem Gespräch – ob der Bewerber zu Bitz passt. In welchem Zeitraum das alles geschehen wird, kann Widmann nicht sagen, "aber es sind sicher einige Monate".

Bis dahin hält die Burladinger Pfarrerin Annegret Liebmann die öffentlichen Gottesdienste in Bitz – sofern dies erlaubt ist. In den vergangenen sieben Wochen waren Gottesdienste coronabedingt verboten, ab Samstag dürfen sie in Baden-Württemberg wieder unter strengen Schutzvorkehrungen gefeiert werden. "Aber das ist hier im Moment noch viel zu schwierig", erklärt Liebmann. "Wir können weder in Burladingen noch in Bitz die vorgegebenen Maßnahmen treffen." Mit Dieter Scharlach hat sie vereinbart, dass es auch in Bitz keine Gottesdienste geben wird, bis die Vorgaben gelockert werden. Dafür feiert sie jeden Sonntag auf der Homepage der Burladinger Kirchengemeinde Gottesdienst mit Oliver Geiger, dem gemeinsamen Organist der Kirchengemeinden. Dazu sind auch die Bitzer Gläubigen eingeladen.

Weitere Informationen: www.burladingen-evangelisch.de/aktueller-gottesdienst

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