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Bisingen Arbeit im Rhythmus der Jahreszeiten

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Foto: Foto: Schwarzwälder Bote

Bisingen. "Ein Jammer! Das ist das Übel mit der Erderwärmung", sagt Peter Rager, als er erklärt, weshalb einige seiner Schlitzahorn-Büsche so ungesund aussehen. Der Spätfrost kurz vor Ostern hat die Pflanzen, die ihre Blätter zu früh getrieben hatten, schlimm ausgeknockt. Den allermeisten anderen Gewächsen geht es allerdings mehr als prächtig auf dem Gelände von Ragers Baumschule in Bisingen. Es blüht, wohin das Auge reicht, und wenn die Sonne strahlt wie heute, gibt es für Rager kaum eine Verschnaufpause. Ein Kunde geht, der nächste kommt.

"Es ist eben Hochsaison", sagt er. Wie Hochsaison? Werden denn Bäume und Pflanzen nicht eigentlich im Frühjahr und Herbst gepflanzt? "Nicht nur", erklärt er. "Topfpflanzen kann man jederzeit umsetzen, dabei werden die Wurzeln ja nicht beschädigt."­ Ach so. Wieder was gelernt.

Nach Weihnachten ist vier Wochen Ruhe

Und da kommen sie auch schon, die nächsten Kunden. Ein Mann und seine Frau suchen nach bestimmten Teichpflanzen, um einer Algenplage Herr zu werden. Zielstrebig führt Rager die beiden in eines seiner Gewächshäuser. Die Außentemperatur beträgt 21 Grad. Im Gewächshaus sind es locker 20 Grad mehr. Paprikapflanzen, Tomaten, Hortensien, Pfingstrosen, Orchideen und Teichpflanzen genießen diese Temperaturen. Die Kunden hingegen sind froh, als sie wieder "rausdürfen". Das Paar hat sich bewusst dafür entschieden, die Teichpflanzen in der Baumschule zu kaufen. "Im Baumarkt ist es vielleicht günstiger, aber die Qualität ist hier schon eine andere", meint der Mann.

Rager gönnt sich jetzt eine kleine Pause. Sein Bruder, eine Halbtagskraft und zwei Mini-Jobber arbeiten mit ihm. Trotzdem: Der Arbeitstag in einer Baumschule ist lang. In der Hochsaison beschäftigen einen die Pflanzen – von Bäumen bis hin zu Sträuchern, Blühpflanzen, Gemüse und Kräutern – locker zehn Stunden am Tag. Samstags sei es etwas weniger, und auch am Sonntag ist der 55-Jährige eingespannt. Puh.

Was tut so ein Baumschulen-Chef eigentlich im Winter, kann er da ausruhen? "Nicht wirklich. Bis vor Weihnachten räumen wir die Pflanzen ein, verpacken sie also winterfest." Dann sei vier Wochen Ruhe. Danach geht es wieder los: Rager und Team erledigen dann den Baum- und Gehölzschnitt in den Gärten ihrer Kunden. Alles im Rhythmus der Jahreszeiten eben. Und dann beginnt ja schon fast wieder die Hochsaison.

Nix mit "hopplahopp": Langsamkeit ist wichtig

Die nächste Kundin. Sie erkundigt sich nach insektenfreundlichen Blühpflanzen und kauft schließlich Lupinen, die ab Juli knallrot in ihrem Garten blühen sollen. Rager bestätigt: "Die Kunden fragen vermehrt nach Pflanzen, die den Bienen – eigentlich allen Insekten – von Nutzen sind." Das wären zum Beispiel auch die Kornel-Kirsche, Sommerflieder und Blühstauden wie Lavendel, Salbei, Schafgarbe.

In einem anderen Bereich des Geländes gießt Mitarbeiter Finn Schoy gerade mit Seelenruhe Kirschlorbeer-Pflanzen und junge Ahornbäume. Es regnet einfach nicht genug, das wissen längst nicht mehr nur die Wetterfrösche im Fernsehen. "Wir müssen mehr gießen als früher", sagt Rager. Junge Bäume haben es besonders schwer, wenn es so wenig regnet wie in den vergangenen Jahren. In den Städten und Gemeinden sieht man deshalb zunehmend Bäume, an denen Bewässerungssäcke angebracht sind. Aber wie funktionieren die eigentlich? Rager weiß natürlich Bescheid: "So ein Sack ist mit 50 bis 60 Liter Wasser gefüllt. Am Boden ist das Behältnis mit unzähligen kleinen Löchern versehen. So wird das Wasser ganz langsam an den Baum abgegeben." Die Langsamkeit sei wichtig. Ansonsten würde das überlebenswichtige Nass einfach weggeschwemmt, weil es nicht hopplahopp in den Boden eindringen kann.

Rager muss wieder los, neue Kundschaft ist angekommen. Ein Scherz auf den Lippen, stets freundlich, hilfs- und erklärbereit: Er ist in seinem Element zwischen all seinen Pflanzen – es müssen Tausende sein – und bei seinen Kunden. Das merkt man rasch.

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