Nach 146 Jahren verabschiedete sich der Sängerbund Birkenfeld mit einem Benefizkonzert von der regionalen Bühne. Foto: Jähne Foto: Schwarzwälder Bote

Vereine: Sängerbund Birkenfeld 1873 gibt großes Abschiedskonzert / Bewegendes und klassisches Liedgut

Nach 146 Jahren wird ein Kapitel der Birkenfelder Vereinsgeschichte unwiederbringlich und für immer zugeklappt, denn zum 31. Dezember streicht der Sängerbund Birkenfeld 1873 endgültig seine ­Segel.

Birkenfeld. "Der Zahn der Zeit hat auch uns eingeholt", erklärte die Vorsitzende Irmgard Hoffmann die Beweggründe für die Vereinsauflösung. Die Überalterung der Beteiligten und der damit verbundene Mitgliederschwund hätten zu einer durchaus unangenehmen Entscheidung geführt.

Am Sonntagabend sollte es allerdings nochmals ein großes Abschiedskonzert geben, wie es weihnachtlicher gar nicht hätte sein können. Mit dem sechsten Benefizkonzert seit 2011 konnte die evangelische Kirche in Birkenfeld abermals komplett gefüllt werden. Sollten in der Vergangenheit die Menschen aus Naturkatastrophengebieten wie Haiti oder den Philippinen von dem Erlös der Veranstaltungen profitieren, so gingen die Spendengelder aus dem allerletzten Konzert an Personen mit schwersten körperlichen Benachteiligungen in den hiesigen Breitengraden.

Stimmgewaltige Interpreten und altbekannte Qualitäten

Da hatten die segnenden Worte von Gemeindepfarrer David Dengler durchaus was Philosophisches an sich, als er den deutschen Theologen Anselm Grün zitierte, der vom Advent als "Zeit des Ankommens", der Besinnung und der Begegnung mit Gott, dem Herrn, sprach.

Dementsprechend war das Konzert ein einziger großer Reigen aus begnadeten Solointerpreten (Tenor, Sopran), mitreißender Musik zum Christfest und den altbekannten Qualitäten des Sängerbundes, der dieses Mal etwas künstlerische Unterstützung vom gemischten Chor aus ­Bieselsberg und dem Projektmännerchor "Biet" erhielt.

Wohltuend war vor allem, dass die Programmgestalter weniger auf hinlänglich Bekanntes, sondern auf tatsächlich Bewegendes, wahrlich Schönes, Emotionales oder eben im fast schon klassischen Sinne Weihnachtliches setzten.

Zu hören gab es unter anderem "Es waren Hirten zu Bethlehem", "Ich steh an Deiner Krippe hier", "Angel’s Carol", "Swinging Christmas" oder die "Klänge der Freude".

In einem Mundharmonika-Medley wurden zudem ­zahlreiche deutsche Weihnachtsklassiker zu einem großen Stück verschmolzen und vereint. Am Schluss durfte auch das Publikum mitsingen: "Oh du fröhliche" hieß es da aus unzähligen Kehlen, um sich für 146 eindrucksvolle Jahre zu verneigen.

Bereits zuvor hatten stimmgewaltige Solo-Interpreten dem Konzert den notwendigen musikalischen Feinschliff verliehen: Tenor Alexander Eckstein etwa, Altsopran Bianca Hoffmann oder ­Bariton Udo Huhn-Rohrbacher, die in den jeweiligen Auftritten ihre künstlerischen Akzente setzen konnten.

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