Die Nagoldtalsperre ist vor allem im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Foto: Helga Michel

Vom Parken und Parkverstößen bis zur Vogelwelt und zum Amphibienschutz reichte das Themenspektrum im Jahresbericht des Umweltbeauftragten der Gemeinde Seewald für das Landschaftsschutzgebiet Nagoldtalsperre/Nagoldaue.

Der Umweltbeauftragte der Gemeinde Seewald, Thomas Nägele, berichtete in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats über seine Arbeitsfelder Umwelt, Naturschutz und Ordnungsamt.

 

Generell sei es, abgesehen von Wetter und Klima, ein normales Jahr gewesen, sagte Nägele. In allen Monaten sei es zu warm und zu nass gewesen. Bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs gab es 987 schriftliche Verwarnungen, 14 Verfahren wurden eingestellt und 31 an die Bußgeldstelle in Freudenstadt übergeben.

Bis zu 3500 Besucher an Wochenenden

Die meisten Ordnungswidrigkeiten betrafen das Parken außerhalb der Ortschaft auf der Vorfahrtsstraße und Parken auf dem Gehweg an der Nagoldtalsperre. In diesem Bereich sind 699 Parkplätze vorhanden, 469 kostenlose öffentliche und 230 gebührenpflichtige auf dem Gelände der Seeschänke und des Gasthauses Linde. „An manchen Tagen reichen diese knapp 700 Parkplätze trotzdem nicht aus. An Wochenenden sind schon mal bis zu 3500 Personen an der Nagoldtalsperre“, so der Umweltbeauftragte. Die Gemeinde nahm Bußgelder in Höhe von 15 265 Euro ein. Der Rettungshubschrauber war 2023 bei 27 Einsätzen vor Ort.

Die Besucher kamen wie in den Vorjahren auch wochentags aus weiter entfernten Kreisen, unter anderem aus Stuttgart, Karlsruhe und Ludwigsburg. Sowohl für die Polizei, die regelmäßig Streife fährt, als auch für die DLRG war der vergangene Sommer ein normaler und ruhiger. Die Wasserqualität sei gut mit lediglich geringer Blaualgenbildung.

Nägele schlägt Erhöhung der Gebühr vor

Zur Zeltplatznutzung, die zwischen Mitte Mai und Mitte September für drei Euro Gebühr und für maximal zwei Nächte möglich ist, schlug Nägele vor, künftig fünf Euro je Nacht festzusetzen. Für die Wohnmobil-Parkplätze, die kostenfrei für maximal zwei Nächte genutzt werden können, kam aus den Reihen des Gemeinderats der Vorschlag, eine Gebühr einzuführen. Diese kann die Gemeinde jedoch nicht erheben, da der Wohnmobil-Parkplatz an einer Landesstraße liegt.

Die Müllsituation an der Talsperre hat sich nicht verschlechtert. „Viele nehmen ihren Abfall mit“, so Nägele.

Bei den Zugvögeln erneut ein Rückgang

Der Umweltbeauftragte ging auch auf die Ornithologie ein. Im Bereich des Landschaftsschutzgebiets Nagoldtalsperre und Nagoldaue sei eine gewisse Konstanz der Vogelpopulation festzustellen. Blesshühner, Stockenten und zwei Eisvogel-Paare sowie das Nilganspaar brüteten. Zudem überwinterten drei Silberreiher an der Talsperre. Bei den Zugvögeln verzeichnete Nägele einen erneuten Rückgang.

Insgesamt rund 6000 Kröten wurden im Berichtsjahr eingesammelt und zum Wasser getragen. Die Zahl der Frösche lag mit 23 im Bereich der Vorjahre. Molche wurden nur 184 gezählt. Im laufenden Jahr wurde diese Zahl bereits innerhalb von einer Woche erreicht.

Das Wasserspielgelände und der Eisvogelpfad sind Anziehungspunkte, die der Umweltbeauftragte im Frühjahr einer Grundreinigung unterzieht. Der „Nationalpark Seewald“, so seine Bezeichnung für die Eisvogelwiese, wurde im September aufgrund der Trockenheit nur zu einem Drittel abgemäht, um ein Auslaugen zu verhindern.

Der Eisvogel-Infopavillon bot 2023 insgesamt 17 Führungen, Exkursionen, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen an. Es nahmen 96 Kinder und 136 Erwachsene teil. Das Konzert der Stuttgarter Saloniker mit dem Floß auf dem Wasser sowie eine Lesung lockten 280 Besucher an.

Im Jahresprogramm 2024 stehen 17 Veranstaltungen. Dankbar zeigte sich Nägele für die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Karlsruhe und der Naturschutzbehörde .