Der FC Pfaffenweiler, der Tabellenzweite der Bezirksliga, hat in 14 Spielen erst neun Gegentore kassiert. Bei Spitzenreiter FV Möhringen sind es bereits 19. Beide FCP-Torhüter haben ihren Anteil an der defensiven Stabilität des Teams.
Konstanz auf der Torhüter-Position wird überbewertet. Könnte man zumindest mit Blick auf Bezirksliga-Spitzenteam FC Pfaffenweiler behaupten. Denn der FCP musste in dieser Saison zwischen den Pfosten bereits mehrmals rochieren.
Als Stammkeeper startete erneut Marco Anders in die Runde. Am sechsten Spieltag änderte sich die Situation schlagartig, als Anders mit einem Gegenspieler zusammenprallte und sich die Schulter verletzte.
Verletzungen
Bis zur Halbzeit in der Partie gegen Möhringen hielt der 22-Jährige am 30. September 2023 durch. „Dann haben wir aber feststellen müssen, dass es so keinen Wert hat“, sagt Trainer Björn Schlageter. Neuzugang Peter Booz ersetzte Anders.
„Er hat seine Sache dann auch gleich gut gemacht“, so Schlageter zum FCP-Debüt des 27-jährigen. Während Anders wochenlang ausfiel, etablierte sich Booz im Pfaffenweiler Kasten. „Ich habe ein bisschen gebraucht, um reinzukommen. Aber je länger die Runde lief, desto sicherer wurde ich“, blickt Booz zurück.
Booz behielt seinen Stammplatz bis zum Spiel gegen den FC Löffingen. Beim 5:0-Auswärtssieg seines Teams rutschte in der 20. Minute ein Gegenspieler in den Keeper. Mit einer starken Oberschenkelprellung verpasste Booz die letzten beiden Spiele vor der Winterpause.
Eine klare Nummer 1 scheint es beim FC Pfaffenweiler also aktuell noch nicht zu geben, Björn Schlageter wird den Torhütern seine Zukunftspläne vor dem Beginn der Rückrunde noch mitteilen. Grundsätzlich präferiert der Ex-Bonndorf-Trainer allerdings Stabilität auf der Torwart-Position.
Verschiedene Stärken
Schlageters Mannschaft steht für Stabilität. In den letzten fünf Spielen vor der Winterpause kassierten Anders und Booz keinen einzigen Gegentreffer. „Natürlich brauchst du gute Torhüter. Das ist der Grundstein zu allem“, betont Schlageter.
Im klassischen Torwartspiel seien beide Torhüter gut. „Peter ist auf der Linie sehr, sehr stark. Von den Reflexen her hat er leichte Vorteile. Marco ist im Spiel mit Ball richtig stark dabei, fußballerisch hat er seine Vorteile“, verrät Schlageter.
„Marco ist sehr gut im Eins-gegen-Eins. Wenn jemand auf ihn zuläuft, ist er sehr, sehr reaktionsschnell. Dazu hat er ein gutes Stellungsspiel“, ergänzt Booz.
Beide FCP-Keeper haben zudem ein Faible für aggressive Torhüter. Booz wurde Torwart nachdem er mit seinem Vater Oliver Kahn bei der WM 2002 bewundert hatte. „Für mich war in der Bundesliga aber immer Manuel Neuer das Vorbild, weil er das Torwartspiel verändert hat. Aber auch Jordan Pickford finde ich ganz cool, weil er einfach anders ist“, sagt Anders.
Egal für welchen Torhüter sich Schlageter entscheidet, das Verhältnis zwischen Booz und Anders scheint zu passen. „Das hat von Anfang an super harmoniert“, so Booz. „Wir pushen uns jedes Spiel. Wenn er spielt, stehe ich völlig hinter ihm, wenn ich spiele, dann steht er völlig hinter mir. Wir sehen das ganz freundschaftlich“, sagt Anders. Jeder will also spielen, aber Neid gibt es nicht.
Die Gründe für den Erfolg
Ohne die Arbeit der Feldspieler wäre die Defensivstärke des FCP nicht möglich, da sind sich Trainer und Torhüter einig. Sie verweisen auf die eingespielte Defensive um Kapitän Adrian Scholemann und auf das kollektive Verteidigen, das bereits ganz vorne anfange.
Mit Ballbesitzfußball schaffe man es den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten, betont Schlageter. Wenn es doch einmal heiß werde, seien die Torhüter oft zur Stelle.
Reicht dieses Gesamtpaket für den FC Pfaffenweiler zum Aufstieg? Trainer Schlageter bleibt bei seiner Einschätzung von Saisonbeginn: Sein Team wolle ganz vorn mitspielen! Eine zurückhaltendere Zielsetzung sei lächerlich und unglaubwürdig.
Peter Booz äußert sich ebenfalls selbstbewusst: „Die Mannschaft hat das Ziel auf jeden Fall aufzusteigen.“ Egal mit welchem Torhüter.