Die Zahlen des Standesamts deuten auf einen Bevölkerungsrückgang in Burladingen hin. Das dem nicht so ist und dass es auch in Zukunft bei einer stabilen Einwohnerzahl bleibt, versucht die Stadt ihre Attraktivität zu steigern.
Die aktuellen Zahlen des Standesamtes Burladingen zeichnen ein zunächst beunruhigendes Bild: Im Jahr 2023 wurden 82 Geburten registriert, während 190 Todesfälle verzeichnet wurden. Ein Trend, der sich auch in den Jahren zuvor gezeigt hat (2022: 109 Geburten, 172 Todesfälle; 2021: 98 Geburten, 150 Todesfälle). Doch wie steht es um die langfristige Entwicklung der Einwohnerzahlen in Burladingen?
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, führten wir ein Gespräch mit Bürgermeister Davide Licht. Vorneweg lässt sich sagen, dass die Einwohnerzahl in Burladingen in den vergangenen Jahren sehr stabil war. Sie schrumpfte weder merklich noch stieg sie – trotz der Differenz zwischen Geburten und Todesfällen.
Ein ganzheitliches Konzept soll helfen
Die Stadt plant jedoch, proaktiv dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und den Zuzug junger Familien zu fördern. Ein zentraler Ansatzpunkt den Burladingen verfolgt, ist die Steigerung der Attraktivität der Stadt. Bürgermeister Licht erklärte: „Wir entwickeln derzeit Schulen und Kindertagesstätten weiter, um die Bildungseinrichtungen zu stärken.“
Dazu wurden bereits die Fachraumsanierung am Progymnasium und die Weiterentwicklung der Kita zum Kinder- und Familienzentrum auf den Weg gebracht. Ein weiterer Fokus liegt auf der Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere im Bereich Breitband.
Wichtig sei dabei ein ganzheitliches Konzept, das nicht nur funktionierendes Internet, sondern auch ein Stadtleitbild und ein Tourismuskonzept einschließt. Dadurch sollen alle Bereiche des Lebens berücksichtigt werden.
Wohnsituation an die Lebenssituationen der Bürgen anpassen
Die Stadt möchte auch im Wohnungsbau weiter aktiv werden, um kleinteiligeren Wohnraum zu schaffen. Einfamilienhäuser verlieren an Bedeutung, „die Wohnsituation muss an die Lebenssituationen der Bürgen angepasst werden“, sagte Licht. Die Wohnbauprojekte in Gauselfingen und in der Kernstadt sind Teil dieser Strategie.
Auch zum Thema Spielplätze und Jugendzentren äußerte sich der Bürgermeister. Diese seien bereits im Fokus der IHK Innenstadtberatung gewesen, vor allem in der Kernstadt. „Ein Jugendclub finde ich eine sehr gute Idee, aber es erfordert das Engagement der Einwohner, insbesondere der Jugendlichen, die Verantwortung übernehmen müssten.“
Neue Angebote schaffen für Kinder und Jugendliche
Man sei offen für Gespräche und sehe auch Möglichkeiten, im Bereich des Schulzentrums weitere Angebote zu schaffen, etwa einen Bolzplatz. Doch auch dort sei wichtig, dass Bürger Verantwortung übernehmen und das langfristig.
Finanzielle Aspekte und eine sorgfältige Abwägung seinen dabei zu berücksichtigen. Das Ziel ist jedoch, kontinuierlich an der Attraktivität der Stadt zu arbeiten und diese zukunftsgewandt voranzutreiben. Dies umfasse auch die Biotopverbundplanung, um den Wohnbau optimal zu gestalten und die Stadt nachhaltig auszurichten.
Warum es fast doppelt so viele Todesfälle wie Geburten gibt?
Bei der Stadtverwaltung hat man auch eine mögliche Erklärung dazu, dass es fast doppelt so viele Todesfälle wie Geburten gibt. Durch die gut besetzten Seniorenheime leben viele ältere Menschen in der Stadt. Doch in den Einrichtungen seien nicht nur Burladinger beherbergt, sondern auch viele von außerhalb. Eine höhere Zahl an Todesfälle hänge demnach nicht direkt mit der Bevölkerungsentwicklung in Burladingen zusammen.