Achtung: Die Stadtwerke warnen vor falschen Anrufern. Foto: stock.adobe.com/©Aris Suwanmalee

In diesen Tagen gibt es vermehrt Anrufe und Emails vom vermeintlichen Finanzamt, in denen um die Preisgabe persönlicher Daten gebeten wird. Vergangene Woche meldete sich ein älterer Herr beim Finanzamt Balingen. Er sollte am Telefon seine Steuernummer verraten. Was rät die Finanzbehörde in solchen Fällen?

Auf der Homepage des Finanzamts wird vor betrügerischen Mails gewarnt, in denen unbekannte Absender behaupten, dass etwas mit der Steuer nicht stimme. Die Adressaten werden um sensible Daten gebeten. Wer darauf eingeht tappt in eine Betrugsfalle, wie der örtliche Leiter Albin Geiger warnt.

 

Teilweise gehe es den Tätern darum, an persönliche Daten heranzukommen oder die Bürger zu Rückrufen zu bringen. Sie landen dann im Ausland bei kostenpflichtigen Rufnummern, erklärt Geiger. Er rät dazu, misstrauisch zu sein. „Im Zweifel sollten Bürger nach dem Namen des Anrufers fragen und die offizielle Telefonnummer des Finanzamtes zurückrufen.“

Allerdings sollte nicht die auf dem Display angezeigte Nummer zurückgerufen werden, denn diese könnte gefälscht sein. Alternativ böte sich auch eine Nachfrage über das Kontaktformular auf der Homepage an.

Die Anrufer üben Druck aus

„Wenn der Anrufer einschüchtern will oder sonst Druck ausübt rate ich dazu, einfach gleich aufzulegen und jede weitere Diskussion zu vermeiden“, sagt Geiger. Das Finanzamt arbeite grundsätzlich mit schriftlichen Bescheiden, vor allem bei Zahlungsaufforderungen. Persönliche Daten seien der Behörde bekannt und Bankverbindungen würden niemals mündlich abgefragt.

In Ausnahmefällen könne es vorkommen, dass das Finanzamt bei einer kurzen Nachfrage auch mal anrufe, erklärt Geiger. Das könne eine Nachrufe zu einer kürzlich eingereichten Steuererklärung sein. „Der Anrufer wird sich in diesem Fall durch Sachkenntnis als Angehöriger des Finanzamts ausweisen können.“ Dennoch gelte auch hier: Im Zweifel immer nach Name und Funktion fragen und auf der offiziellen Nummer 07433/97-0 zurückrufen.

Der ältere Herr schilderte gegenüber der Behörde, dass er einen vermutlich computergenerierten Anruf erhalten habe, in dem ihm mitgeteilt worden sei, dass seine Steuernummer an eine große Verlagsgruppe weitergegeben worden sei. Wenn er weitere Infos wolle, solle er die Taste eins drücken. „Der Herr hat richtig reagiert und das Telefonat sofort beendet“, schildert Geiger. Er könne nur vermuten, dass es den Tätern darum ging, entweder das Telefonat auf eine kostenlose Umleitung zu verlegen oder weitere persönliche Gespräche in betrügerischer Absicht zu führen.

Betrüger geben sich als Steuerfahnder aus

Es kam wohl auch schon vor, dass Anrufer sich als Steuerfahnder ausgaben und nach der Steuernummer fragten. Geiger: „Die hiesige Steuerfahndung tätigt keine Anrufe dieser Art.“ Dem Finanzamt seien die Steuernummern bekannt. Was die Täter damit anfangen wollen erschließe sich ihm nicht. „Allein mit der Kenntnis der Steuernummer einer anderen Person lässt sich meines Erachtens schwerlich etwas Betrügerisches anfangen.“

Im Übrigen gelte für alle Finanzämter: Anrufern, die bei Fragen zu einem Steuerfall nur die Steuernummer angeben können, werden aus Gründen des Datenschutzes und wegen des Steuergeheimnisses von der Behörde keine Auskünfte gegeben. Geiger rät: Wer Opfer eines betrügerischen Anrufs wurde sollte immer die Polizei benachrichtigen.

Auch die Stadtwerke warnen vor Betrügern.

Auch die Balinger Stadtwerke warnten jüngst vor einer Betrugsmasche. Verunsicherte Kunden hatten sich gemeldet, weil angebliche Mitarbeiter der Stadtwerke sie angerufen hätten, um nach dem Zählerstand zu fragen. So etwas machen die echten Stadtwerke aber gar nicht und geben den Hinweis: „Die Stadtwerke Balingen weisen ausdrücklich darauf hin, dass sie weder Unternehmen damit beauftragt haben, derartige Telefonaktionen durchzuführen, noch eigene Mitarbeiter Anrufe an Kunden richten, bei denen Zähler- oder sonstige Kundendaten abgefragt werden.“

Im schlimmsten Fall, erklärt Sprecherin Tamara Sauer, könnte mit Namen, Anschrift und Zählernummer die Ummeldung zu einem anderen Anbieter erfolgen. Die Stadtwerke selbst rufen nie an – sie schicken Anfragen stets per Post.