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Betrieb in Karlsruhe erlaubt Warum muss Salzgrotte in Schömberg schließen?

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Dürfen während des Teil-Lockdowns Salzgrotten zumindest bei bestimmten Bedingungen öffnen? Diese Frage ist strittig. Foto: RioPatuca Images – stock.adobe.com

Schömberg/Karlsruhe - Während des momentan geltenden Teil-Lockdowns aufgrund der Corona-Krise müssen Freizeiteinrichtungen schließen. Ein Spezialfall sind Salzgrotten. Für Irritationen unter Kunden sorgt der Umstand, dass die eine Salzgrotte offen ist, die andere nicht. Warum das so ist, erfahren Sie in unserem (SB+)Artikel.

So musste Ulrike Mayrhofer, Inhaberin des "Primavera" in Schömberg, ihre Salzgrotte aufgrund der am 2. November in Kraft getretenen Verordnung schließen. Bürgermeister Matthias Leyn teilte dazu mit, dass sich die Gemeinde beim Thema Salzgrotte sehr intensiv abgestimmt und die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. "Wir sind letztendlich zum Ergebnis gekommen, dass die Verordnung die weitere Öffnung nicht zulässt und wir die Salzgrotte als nicht medizinisch notwendig einstufen", schreibt Leyn per E-Mail. Die Gemeinde bedauere dies, da diese Entscheidung er­hebliche wirtschaftliche Verluste für Mayrhofer bedeute, macht der Bürgermeister deutlich.

"Auf der anderen Seite danken wir ihr aber für ihr Verständnis und die Kooperation", so Leyn: "Uns allen war wichtig, dass die Eindämmung der Pandemie Vorrang hat."

Im Gegensatz dazu ist die "Salzgrotte Karlsruhe" geöffnet. "Inwieweit die medizinische Notwendigkeit einer Salzgrotte überhaupt begründet werden kann, vermag ich aus der Ferne nicht beurteilen", schreibt Leyn dazu. "Ich denke aber, dass in unserer Region viele Hoteliers und andere Betriebe ebenso gute Angebote hätten und auch schließen mussten", gibt Leyn zu bedenken.

"Auch die Thermen in unseren Nachbargemeinden erfüllen mit Sicherheit das Kriterium der medizinischen Notwendigkeit und müssen schließen", schreibt der Bürgermeister weiter: "Von daher sind wir der Meinung, dass Salzgrotten nicht als medizinisch notwendig gelten und daher auch geschlossen werden sollten, so wie es die Verordnung vorsieht."

Arzt muss medizinisch notwendige Behandlungen verordnen

Marius Blume von der Redaktion des Presse- und Informationsamtes der Stadt Karlsruhe teilte auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten mit, dass sich das städtische Ordnungsamt im Austausch mit dem Betreiber der Karlsruher Einrichtung befinde.

"Als im Zuge der geltenden Landesverordnung nicht explizit ausgeschlossener Betrieb konzentriert sich dieser auf den medizinisch-therapeutischen Aspekt seines Angebots", schreibt Blume per E-Mail. Der Betrieb behandele ausschließlich Kundschaft mit entsprechendem Attest beziehungsweise solche, die die Salzgrotte aus nachweisbar gesundheitlichen Gründen aufsuche: "Wellness-Bereich und dergleichen bleiben geschlossen. Auch gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln." Die Einrichtung könne man eher auf einer Ebene mit etwa der ebenfalls zulässigen Physiotherapie einordnen. "Die Kollegen des Landrats- respektive Gesundheitsamts sind hiermit auch in Kenntnis gesetzt", stellte Blume klar.

Pascal Murmann, stellvertretender Pressesprecher im Landesministerium für Soziales und Integration in Stuttgart, teilte auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass die entsprechende Corona-Verordnung auf Salzgrotten nicht explizit eingehe. Allerdings könne eine Salzgrotte als "sonstige Freizeiteinrichtung" eingruppiert werden, die geschlossen werden müsse. "Der medizinische Nutzen einer Salzgrotte ist in der wissenschaftlichen Diskussion umstritten", schreibt Murmann in einer E-Mail. Insofern erscheine der Besuch einer Salzgrotte im Hinblick auf den Regelungszweck der entsprechenden Verordnung zur drastischen Reduzierung von physischen Kontakten in der aktuellen Situation als aufschiebbar. "Bei der Sole-Photo-Therapie zur Behandlung von Schuppenflechte ließe sich hingegen eine medizinische Notwendigkeit erkennen", macht Murmann deutlich.

Solevernebelung verringert Infektionsrisiko

"Medizinisch notwendige Behandlungen müssen grundsätzlich von einem Arzt verordnet worden sein, auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse basieren oder zur Behandlung von Erkrankungen anerkannt sein", so Murmann weiter. "Dies lässt sich bei Salzgrotten nicht pauschal bejahen", fügt er hinzu. Im Grundsatz gehe das Ministerium für Soziales und Integration davon aus, dass der Betrieb einer Salzgrotte wegen der entsprechenden Corona-Verordnung "als sonstige Freizeiteinrichtung für den Publikumsverkehr untersagt ist", stellte Murmann klar.

Alexey Layer, Geschäftsführer der Salzgrotte Karlsruhe, sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass es in seiner Salzgrotte lediglich Behandlungen gebe, die gesundheitsnotwendig seien. Dazu gehöre seine Salzgrotte mit Solevernebelung. Sie verringere das Infektionsrisiko. In seiner Salzgrotte würden auch die vorgeschriebenen Abstände eingehalten.

Mayrhofer dagegen sieht sich benachteiligt. Sie müsse ihre Salzgrotte im "Primavera" schließen, während ein paar Kilometer weiter mit einer solchen Situation anders umgegangen werde. Die Schließung ihrer Salzgrotte sei für sie wirtschaftlich eine "Katastrophe". Sie habe wieder Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen. Eine solche Ungleichbehandlung sorge für "Frust bei den Kunden": "Das spaltet unsere Gesellschaft."

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