Der Neujahrsempfang bildete den Auftakt zum Jubiläumsjahr des vor 50 Jahren vollzogenen Zusammenschlusses zwischen Deißlingen und Lauffen. Bürgermeister Ralf Ulbrich blickt auf die Erfolgsgeschichte zurück.
Anders als, sonst gestaltete sich der Neujahrsempfang in der Neckargemeinde. In den Jahren zuvor spielten nämlich normalerweise die Musikvereine auf (der eine aus Lauffen und in Deißlingen der Musikverein Deißlingen). Dann hält der Bürgermeister seine Ansprache und anschließend werden verdiente Bürger für ihren Einsatz geehrt. Doch In diesem Jahr war es eben anders.
Der Abend war nämlich der Auftakt des Jubiläumsjahrs „zemma und mitnand“. Unter diesem Motto feiert Deißlingen und Lauffen den vor 50 Jahren vollzogenen Zusammenschluss. Es waren dann Melodien aus den 70er-Jahren, die den Auftritt des Bürgermeisters begleiteten, der wiederum ließ seine Rede ausfallen, dann fünf engagierte Lauffener und Deißlinger ehrte, anschließend aber die Bühne dem Kabarettisten Frank Golischewski überließ, der mit einer höchst amüsanten Schlagerrevue die 1970er-Jahre wieder aufleben ließ und auf die Geschichte von Deißlingen und Lauffen zurückblickte.
Stolz und Dankbarkeit
Doch zunächst Bürgermeister Ralf Ulbrich, der zwar keine wallende Günter Netzer-Mähne vorweisen konnte, aber immerhin eine Krawatte seines Großvaters aus der Fasnetskiste gezogen hatte. Ob die Anwesenden nun aus Neugier oder der Aussicht auf Freibier gekommen waren, war dem Schultes völlig egal: „Hauptsache, Sie sind hier!“ Ein Glücksfall sei es gewesen, dass vor 50 Jahren die beiden Gemeinden zusammengefunden haben, trotz Dünkel und Vorbehalten, aber auch das Glück der Tüchtigen.
Und eine Erfolgsgeschichte, denn die Gemeinde stehe heute besser da denn je, höhere Rücklagen, geringere Schulden, mehr Arbeitsplätze, mehr öffentliche Einrichtungen, intakte Naturräume und ein breites Vereinsangebot. Dazu die Heimat von Menschen aus 40 Nationen. In der landesweiten Studie zur Zukunft der ländlichen Räume belege Deißlingen den Spitzenplatz im Kreis Rottweil und werde „zurecht von vielen beneidet.“ Darauf könne man stolz sein, aber vor allem dankbar denjenigen, die ihren Anteil dazu beigetragen haben.
Seit 50 Jahren für Umweltschutz aktiv
Zu denen gehören auch die Geehrten, zunächst Carola Buttke, die „Miss Kunstrad“ aus Lauffen. Sie ist seit 25 Jahren Trainerin und hat zahlreiche Talente entdeckt und gefördert, auch im Leistungszentrum in Albstadt. Dietmar Maurer, „ein Reingeschmeckter wie ich“, so Ulbrich, seit 50 Jahren in Sachen Umweltschutz engagiert, Gründungsmitglied des BUND und auch der Bürgerenergiegenossenschaft, „zwei wichtige Gruppierungen, die in der Gesamtgemeinde für gute Zukunft sorgen.“ Hans Lang war leider krank geworden, ihn ehrte der Schultes in Abwesenheit für seinen Einsatz für das Inline-Hockey, als Trainer, Aktivposten „und Motivator für Generationen von Nachwuchsspielern“, aber auch für die zehn Jahre, in denen Lang sich bei den KuKus für die Kulturlandschaft in beiden Ortsteilen engagiert.
„Das personifizierte Engagement für Kinder und Jugendliche“; so bezeichnete Ulbrich Petra Groß. Seit zwei Jahrzehnten ist sie Trainerin für Leichtathletik, Prüferin beim Sportabzeichen, im Vorstand des Reitvereins und seit 20 Jahren im Einsatz für den Auf- und Ausbau der Ganztagesbetreuung an der Aubertschule sowie als Integrationsfachkraft und Jugendbegleiterin. Zuletzt überreichte Bürgermeister Ulbrich die Ehrennadel der Gemeinde an Renate Riedlinger, die seit 46 Jahren als Dirigentin, Jugendausbilderin, Musikschulleitern und vielem mehr den Harmonikaverein Lauffen voran brachte.