Gute Laune und entspannte Atmosphäre an sonnigen Tagen: So kennt man das Freibad Solara in Königsfeld. Doch vermehrt wird die Idylle in diesem Sommer durch Auseinandersetzungen gestört. Foto: Kienzler

Massive Auseinandersetzungen und Beschimpfungen im Freibad – das gibt es nicht nur in Städten, sondern auch im beschaulichen Königsfeld. Die Schwimmmeister im Solara werden jugendlichen Störenfrieden kaum noch Herr, sagt Bürgermeister Fritz Link.

„Die sind kaum mehr zu bändigen“, sagt Königsfelds Bürgermeister Fritz Link über Gruppen von Jugendlichen, die im gemeindeeigenen Freibad für Unruhe sorgen. Sie versuchen, schildert Link, ins Solara zu gelangen, ohne Eintritt zu bezahlen, missachten die Anweisungen der Schwimmmeister und werden ausfallend gegenüber dem Freibadpersonal. Die Schwimmmeister im Solara haben deshalb nun Alarm geschlagen, wie Link am Mittwoch bereits in der jüngsten Sitzung des Ortsteilsausschusses berichtete.

 

„Das sind sicherlich noch keine Berliner Zustände“, sagt Link mit Blick auf Vorfälle in der Bundeshauptstadt auf Anfrage unserer Redaktion. So blieb es in Königsfeld bisher bei verbalen Attacken, heftigen Diskussionen und Beleidigungen. „Tätliche Angriffe gab es glücklicherweise noch nicht“, betont Bürgermeister Link. Dennoch: „Das Personal wird da kaum noch Herr.“

In der Vergangenheit nur Einzelfälle

Die große Aggressivität auch im Königsfelder Freibad kenne man so bislang noch nicht, erklärt Link. „Das ist schon auffällig in diesem Sommer.“ Natürlich habe es auch in vergangenen Jahren immer mal wieder Störenfriede im Solara gegeben, die sich nicht an die Regeln halten wollten. „Aber das waren Einzelfälle, gegen die dann ein Badeverbot ausgesprochen wurde.“

Die Vorfälle häufen sich

Aktuell habe die Situation ganz andere Ausmaße erreicht: „Jetzt sind es ganze Gruppen, die versuchen, die Regeln zu umgehen.“ Und wenn jemand auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht werde, so solidarisiere sich sehr schnell eine ganze Menschengruppe mit dieser Person – eine besondere Herausforderung für die Schwimmmeister des Solara, die daher Link zufolge den Wunsch nach Sicherheitspersonal bei der Gemeindeverwaltung vorgebracht haben.

Keine Sicherheitskräfte

Davon wolle man vorerst aber absehen, erklärt der Bürgermeister im Gespräch mit unserer Redaktion. Unter anderem sind es die Kosten, die abschrecken. Denn das Solara ist für die Gemeinde ohnehin ein Zuschussgeschäft. Etwa eine Viertelmillion Euro Verlust erwirtschaftet das Freibad im Jahr. Jede weitere Ausgabe erhöht diese Summe noch.

Man behalte sich jedoch vor, Gruppen, die den Frieden im Solara massiv stören, ein Hausverbot zu erteilen – und dieses Notfalls auch mithilfe der Polizei durchzusetzen, erklärt Link. Bislang, sagt er auf Nachfrage, habe man noch nicht zu dieser Maßnahme greifen müssen. Man müsse diese Leute unter Kontrolle kriegen – „auch im Sinne aller, die sich ordnungsgemäß verhalten“.

Zaun wird ertüchtigt

Das betrifft auch den Eintritt für den Besuch im Solara. Erst am vergangenen Wochenende habe er selbst zwei Jugendliche daran hindern können, unerlaubt über einen der Zäune auf das Freibadgelände zu gelangen, sagt Link im Gespräch. Und das ist kein Einzelfall: Immer wieder, berichtet der Bürgermeister, versuchten Menschen, sich auf diesem Weg den Eintritt ins Freibad zu erschleichen. Um solchen Vorfällen künftig vorzubeugen, wird die Gemeindeverwaltung nun auch konkret tätig: Der Zaun soll eine Sägezahnleiste erhalten, um ein Übersteigen zu verhindern. Mittel hierfür sollen in den Gemeindehaushalt für das kommende Jahr eingestellt werden.

Insgesamt hofft Link aber auf den gesunden Menschenverstand. Er appelliert an die Störenfriede: „Solche Einrichtungen wie das Solara zu unterhalten, funktioniert nur dann, wenn sich alle benehmen.“

Rund um die aktuelle Saison im Solara

Besucherzahlen
Auch gute Nachrichten bezüglich des Solara hatte Bürgermeister Fritz Link im Ortsteilausschuss zu vermelden. Erfreulich sei die Zahl von 24 000 Besuchern. Wenn es so weitergehe, bestehe die Chance, wieder einmal Rekordzahlen zu schreiben.

Parkplätze
Ulrich Jehle fragte nach Problemen mit den Parkplätzen. Laut Link kann der Hartplatz des Fußballclubs (FC) Königsfeld genutzt werden, bis der Bau des Kunstrasenplatzes beginnt. Bis Ende August soll der neue Parkplatz fertig sein, übergangsweise soll ein Teil davon provisorisch geöffnet werden.

Öffnungszeiten
Auf Initiative von Nutzern und Badpersonal hin hat das Freibad in dieser Saison jeden ersten Samstag im Monat erweiterte Öffnungszeiten bis 21.30 Uhr mit Kassenschluss um 20.30 Uhr. Der Kiosk passte sich dem an. Johannes Kronbach fragte nach diesbezüglichen Ergebnissen, die liegen laut Link aber noch nicht vor.