Festivalleiter Karsten Dönneweg freut sich, dass der Bergstadtsommer an diesem Samstag beginnen kann. Foto: Moser

"Wir fühlen uns hier verwurzelt", sagt Karsten Dönneweg über die Musiker, die Jahr für Jahr nach St. Georgen zurückkehren, um den Bergstadtsommer zu gestalten. Am Samstag geht es wieder los. Vorab spricht Festivalleiter Dönneweg im Interview über Planung, Pandemie und Programmpunkte.

St. Georgen - Jetzt müssen die letzten Handgriffe sitzen – an diesem Samstag startet die 14. Festivalwoche des Bergstadtsommers. Bis Samstag, 11. September, bringt das Musikfestival Klassik, Jazz und Soul nach St. Georgen und Furtwangen. Zum Start gibt Festivalleiter Karsten Dönneweg einen Überblick über die Vorbereitungen unter Corona-Bedingungen, macht Lust auf das, was die kommenden Tage musikalisch zu bieten haben, und erklärt, wieso das Festival in Zeiten wie diesen wichtiger denn je ist.

Herr Dönneweg, "heimatverbunden – musikbegeistert" lautet wie jedes Jahr auch 2021 das Motto des Bergstadtsommers. Wie spiegelt sich das im Programm wider?

Die Musikbegeisterung findet man jedes Jahr im Programm wieder – also natürlich auch in diesem Jahr. Das ist für uns die Nummer eins, das Wichtigste. Dafür brennen wir. Und das war der Grund für uns, dieses Festival zu initiieren. Weil Musik uns so sehr begeistert. Mittlerweile gibt es den Bergstadtsommer seit 14 Jahren. Nicht minder wichtig ist für uns die Heimatverbundenheit. Auch 2021 sind wieder viele der Künstlerinnen und Künstler hier in St. Georgen geboren, sind hier aufgewachsen und haben in der Region ihre ersten musikalischen Schritte gemacht. Wir fühlen uns hier verwurzelt und kommen immer wieder gerne zurück – mindestens einmal im Jahr für den Bergstadtsommer.

Der findet dieses Jahr zum zweiten Mal unter Corona-Bedingungen statt. Wie haben Sie Planung und Organisation erlebt?

Die Vorbereitung für die Festivalwoche war dieses Jahr leider schon zum zweiten Mal sehr außergewöhnlich und wegen Corona auch viel aufwendiger als in den Vorjahren. Nie wusste man, ob das, was man sich ausgedacht hat, nachher auch wirklich Bestand hat, oder ob sich die Bestimmungen noch einmal so ändern, dass man umplanen muss. Die Sommerferien habe ich damit verbracht, neue Hygienevorschriften abzuwarten und zu überprüfen, ob sie in unser Konzept passen oder was verändert werden muss. Und es war auch nicht einfacher als 2020, obwohl es ja jetzt schon das zweite Mal unter Pandemiebedingungen war. Denn die meisten Fragen musste man neu beantworten: Kann der Bergstadtsommer stattfinden? Passen die Räume, die wir ausgesucht haben? Und wann können wir mit dem Kartenvorverkauf starten? Da mussten wir extrem flexibel sein.

Mitte August – also recht spät – ist der Vorverkauf ja dann gestartet. Wie ist die Resonanz bisher?

Wir sind im Vorverkauf eigentlich noch nie überrannt worden. Die St. Georgener sind es eher gewohnt, kurzfristig zu entscheiden. Das war bisher immer so: Sie haben sich spät entschieden, aber sie haben sich am Ende dann doch für uns entschieden. Und ich glaube, dass es auch dieses Jahr so sein wird. Insofern läuft es bislang normal. Der Kartenverkauf hat mich beim Bergstadtsommer zwar schon immer ins Schwitzen gebracht. Aber mittlerweile, nach 14 Jahren, schwitze ich nicht mehr ganz so schnell. Wir freuen uns aber natürlich immer auch über kurzentschlossene Besucherinnen und Besucher. Unsere Telefon-Hotline nimmt auch kurzfristige Reservierungen entgegen.

Also schreckt Corona die potenziellen Besucher nicht wirklich ab?

Wir spüren schon, dass einige Menschen vorsichtiger geworden sind. Im Prinzip gibt es aber zwei Gruppen. Die einen sind unendlich dankbar, dass die Konzerte stattfinden. Das war auch schon 2020 so. Da hat man die große Freude und Dankbarkeit richtig an der Stimmung bei den Konzerten gespürt. Natürlich gibt es auch diejenigen, die ängstlicher sind und größere Gruppen lieber meiden wollen, was man ja auch verstehen kann. Aber das gehört zu einem Konzert nun mal dazu. Ich hoffe, dass sich die Menschen den Konzertbesuch wieder angewöhnen, so wie sie ihn sich wegen Corona abgewöhnen mussten. Auch, weil Konzerte einfach einen unglaublichen Mehrwert bieten – es gibt kaum ein schöneres Gefühl als Musik live und zusammen mit anderen zu erleben. Das gilt für diejenigen, die auf der Bühne stehen, genauso wie für die Zuhörer. In digitalen Übertragungen kann man das einfach nicht so rüberbringen.

Gibt es noch Programmpunkte, bei denen Sie sich mehr Interesse wünschen?

Das Familienkonzert ­"Discover Music – Erlebnismusik" an diesem Sonntag schwächelt zugegebenermaßen noch ein bisschen. Das wird von der Bürgerstiftung gesponsort, der Eintritt ist also frei. Aber man muss sich vorab registrieren, und da brauchen wir noch einige Anmeldungen. Das Konzert richtet sich vor allem an Familien mit Kindern. Wir haben ein ganz tolles Programm, bei dem die Familie der Holzbläser im Mittelpunkt steht. Gespielt wird Musik von Morricone bis Bach, also ein wahres Potpourri. Außerdem kommen die Musiker zu Wort, die die eine oder andere Anekdote aus ihrer Karriere zum Besten geben werden.

Auf was freuen Sie sich persönlich am meisten während des Festivals?

Auf das Wiedersehen mit den Musikern des Schwarzwald Kammerorchesters beim Abschlusskonzert. Wir sind ja ein Projektorchester aus, wie ich finde, fantastischen Musikern, von denen ich aber einige auch nur einmal im Jahr beim Bergstadtsommer sehe. Auf dieses persönliche Treffen freue ich mich. Und natürlich auch auf das Musizieren. Wir sind jetzt zwar schon einige Jahre aktiv und waren sogar schon zusammen auf Tour. Aber trotzdem fühlt es sich jedes Mal wieder so an, als wäre es ein Jugendorchester. Und ich glaube, dieser Esprit und die Spielfreude sind im Abschlusskonzert zu spüren und zu hören.

Die Fragen stellte Helen Moser

Sechs Konzerte finden im Zuge des Bergstadtsommers statt. Karten gibt es unter www.bergstadtsommer.de oder bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen. Der Eintritt für das Familien- und das Opernkonzert ist frei, eine Anmeldung unter info@bergstadtsommer.de ist aber nötig. Für Infos ist die Hotline unter Telefon 07724 / 8 83 91 66 während des Festivals durchgängig besetzt.