Die Fans von Bayer Leverkusen können den Schlusspfiff kaum erwarten. Foto: dpa/Federico Gambarini

Bayer Leverkusen ist erstmals deutscher Meister – und auch in der neuen Saison sollte sich die Konkurrenz vor der bärenstarken Werkself in Acht nehmen, kommentiert Sport-Autor Marco Seliger.

Sie haben es also geschafft. Zum ersten Mal – und wie! Bayer Leverkusen feiert die erste deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte, und das bei noch fünf ausstehenden Partien. Allein der Zeitpunkt verrät es: Der Titelgewinn der Werkself ist verdient, ach was: hochverdient. Oder besser, falls es diesen Begriff bisher noch nicht gegeben hat: höchstverdient.

 

Was Trainer Xabi Alonso, sein Stab und die Mannschaft auf die Beine gestellt haben in dieser Saison, ist außergewöhnlich. Mentalität gepaart mit Spielstärke, unbändiger Siegeswille bis in die letzte Spielsekunde gepaart mit technischer und taktischer Brillanz – das ist Bayer im Jahre 2024. Und die Saison ist ja noch lange nicht zu Ende: Leverkusen hat die Chance auf das historische Triple mit dem möglichen (und wahrscheinlichen) DFB-Pokal-Sieg gegen den Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern sowie dem ebenso möglichen Triumph in der Europa League.

Bei all den berechtigten Lobeshymnen auf Alonso und sein Team darf nun ein Mann nicht vergessen werden, der in der Öffentlichkeit zwar präsent ist, aber das nicht mit lauten, sondern mit sachlichen und unaufgeregten Tönen: Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes ist der Architekt des Erfolges unterm Bayer-Kreuz. Der ehemalige Nationalspieler verpflichtete im Oktober 2022 Alonso – und der vergangene Transfersommer war ohne Frage der Sommer des Simon Rolfes. Granit Xhaka, Alejandro Grimaldo und etliche andere neue Leistungsträger kamen. Jetzt erntet Rolfes das, was er im Sommer gesät hat mit seinen tollen Neuverpflichtungen

Und nun? Ist zumindest klar, dass Trainer Alonso auch in der neuen Runde der Bayer-Trainer ist. Falls sich das Gros der Leistungsträger diesem Schritt anschließt, ist eine Titelverteidigung nicht ausgeschlossen. Oder anders: Die nationale und internationale Konkurrenz sollte sich auch in der kommenden Saison vor dieser bärenstarken Bayer-Mannschaft in Acht nehmen.