Das alte, denkmalgeschützte Platzmeisterhaus in Friedrichstal ist saniert und die Gartenschau-Mannschaft kann nun einziehen. Alle Einwohner des Orts waren zu einer „kleinen Einweihungsfeier“ mit Imbiss und Rundgang eingeladen.
Manch einer rieb sich verwundert die Augen, als Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald im Baiersbronner Ortsteil Friedrichstal den Bürgermeister spielte und die Gäste leutselig begrüßte. Es hatte aber alles seine Richtigkeit, denn Baiersbronns Bürgermeister Michael Ruf war verhindert. Und in Sachen Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn 2025 vertreten sich die beiden Bürgermeister im „Tal X“ ohnehin gegenseitig, wenn sie nicht im Doppelpack auftreten.
Schwer war Osswalds Aufgabe ja nicht. Es galt, „eine kleine Einweihungsfeier“ im Vorfeld der Gartenschau zu begleiten. Eine kleine Einweihungsfeier für einen großen Anlass: zur Eröffnung der Geschäftsstelle der Gartenschau im ehemaligen Platzmeisterhaus in Friedrichstal.
Noch steht das „Haus 24“, wie die Zentrale vom Fachpersonal genannt wird, eingerüstet da, und die oberen Geschosse stehen bis auf ein paar halb fertige Tische leer.
Denn der Umzug aus der bisherigen Bleibe im Campus in Freudenstadt hat gerade erst begonnen. „In einem organisierten Chaos, das aber gut funktioniert“, beschreibt Gartenschau-Geschäftsführerin Cornelia Möhrlen den derzeitigen Zustand. Doch der werde sich schon bald ändern. Julian Osswald begrüßte zahlreiche Gemeinderäte, Ortsvorsteher und Bezirksbeiräte aus beiden Gemeinden und freute sich, dass die Geschäftsstelle im sogenannten Turmuhrenhaus – einst Verwaltungssitz der früheren Schwäbischen Hüttenwerke – nun gut untergebracht ist.
Die Gemeinde Baiersbronn habe das denkmalgeschützte, historische Haus erworben und für 1,8 Millionen Euro generalsaniert. Davon würden 45 Prozent über die Städtebauförderung vom Land bezuschusst. Das Gebäude bietet auf 270 Quadratmetern Nutzfläche in drei Geschossen neun Büros und Teeküchen sowie im Erdgeschoss einen Ausstellungs- und Informationsraum als Anlaufstelle für Mitarbeiter und Besucher.
„Der Zug ist voll in Fahrt, wir bauen wie die Weltmeister“, bemerkte Osswald. Inzwischen sei auch mit den Bauarbeiten im Bereich Wasserkunst und auf dem Bürkleareal auf Freudenstädter Gemarkung begonnen worden. Osswald zeigte sich zuversichtlich, dass die Gartenschau am Eröffnungstag, am 23. Mai 2025, stehe. Auch wenn es knapp werde.
Einladungsschreiben an 600 Haushalte verschickt
„Wir freuen uns auf jeden, der hier reinkommt“, versicherte Geschäftsführerin Möhrlen, die sich mit ihrem künftigen Arbeitsplatz schon angefreundet hat. Das historische Haus bilde die Charakteristik des Tals ab, so Möhrlen, die auch gleich das Gartenschau-Team vorstellte.
Dann wurde es im „Haus 24“ eng. Möhrlen hatte an rund 600 Haushalte in Friedrichstal Einladungen für „die kleine Einweihungsfeier“ verschickt. Viele ließen sich nicht zweimal bitten und machten sich mit ihren neuen Nachbarn bekannt. Möhrlen, die, wie schon ihre Vorredner, allen am Bau beteiligten Firmen und Handwerkern dankte, bat die Bürger um eine vertrauens- und verständnisvolle Nachbarschaft. Danach lud sie alle zu einem kleinen Imbiss ein.
Rundgang bis unters Dach
Viele Gäste überzeugten sich bei einem Rundgang bis unter das Dach davon, dass das alte Turmuhrenhaus auch nach der Generalsanierung weder seinen historischen Charakter noch seinen Charme – mit alten Türen, dem prägenden Treppenhaus und knarzenden Parkettböden – verloren hat.