Für viele Autofahrer gab es am Montagmorgen vorübergehend kein Durchkommen mehr. Ein Traktorkonvoi zog kurz vor 8 Uhr durch die Innenstadt. Die Polizei musste mehrere Straßen sperren. Bei den Protesten mit dabei waren auch einige Lastwagenfahrer.
Rund 20 Minuten ging in der Freudenstädter Innenstadt fast nichts mehr. Kurz vor acht Uhr fuhr ein Traktorkonvoi von der Lauterbadstraße kommend am Freudenstädter Marktplatz vorbei und bog in die Stuttgarter Straße ein.
Die Polizei war mit zahlreichen Kräften im Einsatz und sperrte die meisten Einmündungen zur Hauptstraße ab, so dass der Protestzug nicht behindert wurde. Viele Autofahrer standen daher erstmal im Stau. Der Unmut hielt sich dennoch offenbar in Grenzen. Ein paar Autofahrer stiegen zwar aus und schimpften, ansonsten blieb die Lage aber ruhig.
Fragt man bei den protestierenden Bauern nach, fiel die Reaktion der Bevölkerung sogar regelrecht positiv aus. Einige Autofahrer hätten mit hochgereckten Daumen ihre Zustimmung gezeigt, berichtet Falko Roth, der als Mitglied im Kreisbauernvorstand bei den Protesten in Freudenstadt mit dabei war. Die Aktion war Teil der bundesweiten Bauernproteste gegen die Haushaltspläne der Ampelregierung.
Schon gegen 6 Uhr trafen sich die Protestteilnehmer im Gewerbegebiet Sulzhau, wie Roth berichtet. Gegen 7 Uhr habe sich der Konvoi in Richtung Innenstadt aufgemacht. Nach der Fahrt am Marktplatz vorbei seien die Traktoren dann über die B 28 nach Horb gefahren, um sich den dortigen Protesten anzuschließen.
Was bei dem Protest-Konvoi durch Freudenstadt sofort ins Auge fiel: Es waren nicht nur Traktoren, die sich an der Demo beteiligten. Denn auch einige Lastwagenfahrer hatten sich mit ihren Zugmaschinen den Bauern angeschlossen – teils laut hupend und mit eingeschalteten gelben Warnleuchten.
Roth schätzt, dass sich ungefähr 30 Lastwagen an dem Protest beteiligt haben. Auch einige Handwerker und private Fahrzeuge seien mit dabei gewesen. Insgesamt 200 Fahrzeuge sollen sich an dem Konvoi beteiligt haben, schätzt Roth. Das deckt sich auch mit den offiziellen Schätzungen der Polizei, die ebenfalls von 200 Fahrzeugen spricht.
Die Polizei bestätigt, dass bei den Protesten alles friedlich blieb – sowohl was die Protestteilnehmer, als auch die betroffenen Autofahrer angeht. „Wir haben nach derzeitigem Stand keine wesentlichen Gesetzesverstöße feststellen können“, erklärt ein Polizeisprecher auf Anfrage unserer Redaktion.
Weitere Konvois in und um Freudenstadt sind für den Montag nicht mehr geplant. Gegen 15 Uhr soll die aktuelle Protestaktion offiziell beendet werden. Dann fahren laut Roth alle Landwirte auf ihren Hof zurück. Zu vereinzelten Beeinträchtigungen durch Traktoren auf dem Heimweg kann es also aktuell noch kommen.