Manuela Hummel hat nicht nur den grünen Daumen, sondern auch viel Kreativität, die in ihrem wunderschönen Bauerngarten zu finden ist. Foto: Gerold Bächle

Auf knapp 1000 Metern sind die letzten Schneefleckchen von der Sonne und dem Wind weggefegt, und schon blüht es vor allem gelb und blau im Bauerngarten von Manuela und Günter Hummel.

Die gelben Narzissen neben den blauen Traubenhyazinthen, dazu die Steinformationen, der letzte Feldsalat und die ersten sprießenden Kräuter lassen erahnen, wie bunt und vielfältig der Bauerngarten von Manuela Hummel erst im Sommer aussieht, wenn alles blüht und wächst. Hier kommen der grüne Daumen und die Kreativität der Gartenbesitzerin zusammen, das beste Beispiel auf dem Rand des Steinbrunnens stehen – wie fast vergessen – zwei bepflanzte violette Kindergummistiefel.

 

Bauerngarten erinnert sie an ihre Großmutter

„Der Garten ist für mich immer eine intensive Erinnerung an meine Großmutter“, erzählt die 54-jährige Manuela Hummel. Als Kind musste sie im Garten helfen, doch schnell zeigte sich als Jugendliche die Liebe zur Gartenarbeit. Tagsüber im Büro als Bauzeichnerin fand sie im Garten Ruhe und auch neue Ideen.

Als sie dann 1998 auf den Hof ihres Mannes von St. Georgen nach Schonach zog, hatte er ihr zur Hochzeit direkt vor dem Haus einen Garten angelegt. „Zusammen mit meiner Großmutter, die damals schon im Rollstuhl saß, habe ich viele Stunden verbracht, angepflanzt, gejätet, geerntet und wunderschöne Gespräche mit meiner Oma geführt“, so erinnert sich die Mutter von drei Söhnen noch lebhaft. Auch heute verbringt sie jede freie Minute in ihrem Bauerngarten.

Ein Paradies für Insekten und Kleintiere

Hier wachsen heimische Sträucher und Stauden – für die Insekten und Kleintiere ein kleines Paradies. Selbst die ersten Schneeglöckchen wurden von den Insekten summend begrüßt, und im Sommer war das blau der Kugeldistel übersät mit Schmetterlingen und Insekten aller Art. Im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, weben zahlreiche Spinnen ihre Netze. „Wichtig ist für mich ein Naturgarten, der mir und meiner Familie aber auch der Natur Nahrung und Freude bringt.“

Stolz kann die Gärtnerin auf ihre Prachtkönigskerzen sein, nicht nur sie sind bei den Besuchern als Fotomotiv beliebt. Der Salbei wächst das gesamte Jahr über, wohl fühlen sich die zahlreichen Kräuter und auch die Gemüsebeete stehen schon wieder bereit, nachdem der letzte Feldsalat abgeerntet ist. Im ehemaligen Kuhstall – heute die Hummelhof-Eventscheune – stehen schon die Tomaten-, Salat-, Paprika-, und Blumensetzlinge zum Aussetzen parat.

Über den Winter hat Manuela Hummel – hier mit Ehemann Günter – zahlreiche Setzlinge gezogen. Foto: Gerold Bächle

Über den Winter hat Manuela Hummel die Keimlinge gezogen, die nun auf ihre Outdoor-Saison warten. Auch auf fast 1000 Metern Höhe ist der Klimawandel zu spüren, weitaus mehr Sonne und mehr Wind, der die Natur austrocknet. Die zwei eigenen Quellen reichen nicht mehr aus, Wasser kommt auch aus dem Löschteich. Dies hat zur Folge, dass es nur noch eine Stangen-Bohnenernte gibt, dafür nun aber Paprika neben Salat, Karotten, Brokkoli, Radieschen, Lauch, Karotten, Kohlrabi und Rettich wächst. „Früher“, so erzählt der 53-jährige Günter Hummel, sei der Garten nur bedingt in der Sonne gelegen und hatte sehr viel Schatten, jetzt liege der Garten den ganzen Tag in der Sonne. Gedüngt wird nur mit Kompost, Brennnesselsud und Putenmist natürlich von den eigenen Tieren.

Bestandteil der Bauerngartenroute

Der liebevoll gepflegte Naturgarten der Familie Hummel in Schonach ist auch Bestandteil der Bauerngartenroute des Naturparks Schwarzwald mit Besichtigungen und Gartenführungen. Im umgebauten Kuhstall – an die Zeiten erinnern noch liebevolle Details – locken Bauernhoffrühstück, -brunch und ganz neu Hummelhof-Exkursionen.