An der Baustelle des Brigachpegels wird nun das Bachbett gepflastert. Foto: Behrens

Derzeit wird das Bachbett der Brigach in Villingen umgebaut. Aus dem einfachen Grund, um auf Hochwasser-Situationen noch besser vorbereitet zu sein. Die Arbeiten im Bereich des Bahnhofs begannen Ende Juni. Die Kosten liegen bei rund 500 000 Euro. Anfang Oktober soll das Projekt abgeschlossen sein.

Villingen-Schwenningen - Nachdem ein Teil des Flussbettes trocken gelegt wurde, um das sogenannte Messgerinne – ein Einschnürungsbauwerk mit Rampe – herzustellen, beginnen nun die nächsten Schritte der Umbauaktion. Das Bachbett unterhalb der Paradiesbrücke wird gepflastert.

 

Warum das gemacht wird, erklärt Matthias Henrich, der Stellvertretende Pressesprecher des Regierungspräsidium Freiburg im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten: "Im Bereich des Brigachpegels wird die Gewässersohle gepflastert, um einen dauerhaften stabilen Messquerschnitt zu gewährleisten." Damit könne nach Fertigstellung nicht nur die Hochwasser-, sondern auch die Niedrigwasserabflüsse besser erfasst werden. Geschützt wird die Baustelle momentan durch eine Wasserhaltung mit Fangedamm und durch das Abführung des Wassers mit zwei Rohrleitungen.

Im Regierungspräsidium Freiburg noch 80 weitere Messstationen

Seit 1958 gibt es den Brigachpegel in Villingen. Im Regierungsbezirk Freiburg gibt es neben dem Pegel in Villingen noch 80 weitere Messstationen. Durch die Pegel werden kontinuierlich die Wasserstände gemessen und Abflussdaten zur Verfügung gestellt. Die Messstation in Villingen ist außerdem noch ein regionaler Hochwasseralarmpegel. Sobald das Wasser einen Stand von 120 Zentimetern erreicht, wird automatisch in der Integrierten Leitstelle Schwarzwald-Baar-Kreis eine Alarmmeldung ausgelöst, um Schutzmaßnahmen einleiten zu können.

Besonders in den aktuellen Zeiten ist es wichtig, da es öfters zu Hochwasser kommt und das auch für die Baustelle nicht von Vorteil ist: "Ab einem Hochwasser, welches höher als zwei Kubikmeter in der Sekunde ist, wird der temporäre Schutz-/Fangedamm überströmt und überspült die Baustelle. Das ist leider des öfteren eingetreten", so Heinrich. Mittlerweile sei das durch die in Beton gesetzten Pflaster aber kein Problem mehr. "Das Wasser kann später im Baubereich wieder abgepumpt werden."

Zeitlich gesehen, laufen die Bauarbeiten nach Plan, es darf nur nichts mehr dazwischen kommen, ansonsten wird es eng mit dem Zeitplan: "Wenn nicht noch weitere Hochwasser- und Starkregenereignisse drohen, wird der Zeitplan gehalten. Die ungewöhnlich starken Hochwässer Ende Juni und Juli haben die bisherigen Zeitreserven allerdings erheblich reduziert", erklärt Matthias Heinrich.

Auch im Zeitraum der Arbeiten wird der Pegel gemessen

Die bisherige Messstation wird in einem neuen Pegelhaus an der Brigach untergebracht und mit einer komplett neuen Messtechnik ausgestattet. Während der Bauzeit wird der Wasserstand über einen kleinen Hilfspegel rund 300 Meter unterhalb im Bereich der Bertholdstraße erfasst, um für den Zeitraum der Baumaßnahmen eine Abschätzung der Abflusssituation vornehmen zu können. Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit der Landesanstalt für Umwelt in Karlsruhe und der Stadt Villingen-Schwenningen, die die Flächen für die Baumaßnahme zur Verfügung gestellt hat.